vergrößernverkleinern
©
Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

In seiner SPORT1-Kolumne äußert sich Christian Beeck zum Fall um Bibiana Steinhaus und den Aufstiegschancen von Freiburg, Leipzig und deren Verfolgern.

Hallo Zweitliga-Freunde,

im Kampf um die Aufstiegsplätze marschiert derzeit ein Duo in der Zweiten Liga vorneweg. Der SC Freiburg und RB Leipzig haben bereits sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und spielen bisher schlichtweg den besten Fußball.

Sie stehen deshalb absolut verdient an der Spitze. Daran wird sich nichts ändern: Diese zwei Teams werden auch am Ende den direkten Aufstieg schaffen, da lege ich mich fest.

Anzeige

Freiburg erscheint mir dabei noch konstanter und gefestigter als Leipzig. Sie zeigen sich spielerisch leichtfüßig und gewinnen auch, wenn es mal nicht rund läuft. Das Modell Freiburg ist ein Vorbild für viele Vereine. Wie nachhaltig dort über Jahre gearbeitet wird, gerade auch im Jugendbereich, ist beeindruckend.

Der Verein hat eine klare Spielphilosophie, dieses "System Freiburg" kriegen die Spieler sofort eingeimpft. Deshalb gelingt es dort trotz beschränkter finanzieller Mittel auch nach einem Abstieg gleich wieder, oben anzugreifen.

Ganz andere finanzielle Möglichkeiten hat RB Leipzig mit seinem liquiden Sponsor. Bei der hohen Qualität im Kader ist der Aufstieg für die Sachsen eigentlich Pflicht. Sie sind teilweise noch etwas unbeständig, da sie ebenfalls auf junge Spieler setzen, für die der Druck nicht immer leicht zu verarbeiten ist.

Das Modell RB stößt auf viel Kritik, bei den gegnerischen Fans ist das Team nicht gerne gesehen, wird teilweise böse beleidigt. Aber solche Widerstände schaffen auch Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. Das Team hat sich mittlerweile gefunden und gewinnt auch schwierige Spiele, wie zuletzt in Karlsruhe.

Hinter Freiburg und Leipzig herrscht ein offenes Rennen um den dritten Platz. Vom Dritten FC St.Pauli über Braunschweig, Nürnberg, Fürth, Bochum bis hin zum Neunten Kaiserslautern mischt die halbe Liga mit. Nur Sandhausen würde ich ausklammern, denn - bei allem Respekt für die aktuellen sportlichen Leistungen - sie werden nicht bis zum Schluss oben mitmischen.

Für mich sind Braunschweig und Nürnberg die Topkandidaten auf Platz drei. Bei der Eintracht arbeitet mit Trainer Torsten Lieberknecht und Manager Marc Arnold ein bewährtes und eingespieltes Team in der Führung. Nürnberg hat Trainer Rene Weiler Zeit gegeben und sich jetzt sportlich gefangen. Der große, gutbesetzte Kader ist auf jeden Fall erstligatauglich.

St. Pauli drücke ich aus Sympathie die Daumen, zuletzt waren sie in einem kleinen Tief. Ich würde dem Verein raten, in der Winterpause Verstärkung für den Angriff zu suchen. Dann bleiben sie oben dabei.

Zu guter Letzt noch ein Wort zum Vorfall um Kerem Demirbay von Fortuna Düsseldorf, der Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus ("Frauen haben im Männer-Fußball nichts zu suchen") beleidigt hat. Das ist natürlich nicht schön, aber auf der anderen Seite fallen solche Worte im Rahmen eines Fußballspiels, mit all den Emotionen, schon mal.

Das war sicher nicht persönlich gemeint. Frau Steinhaus ist damit sehr professionell umgegangen. Auch die Männer müssen sich im Laufe eines Spiels viel anhören. Steinhaus hält das aus, die Gesellschaft auch.

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck das Geschehen rund um die Zweite Liga.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image