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Hannover - Ungeachtet einer Niederlage im Aufstiegsknaller bei Hannover ist Stuttgart die Rückkehr ins Oberhaus quasi nicht mehr zu nehmen - dank Braunschweigs Blamage.

Die Spieler des VfB Stuttgart standen fassungslos auf dem Rasen, die Profis von Hannover 96 führten Freudentänze auf.

Doch obwohl Zweitliga-Spitzenreiter Stuttgart durch das 0:1 (0:1) bei den nun punktgleichen Niedersachsen (beide 66) im Topspiel am vorletzten Spieltag den ersten Matchball zum Aufstieg vergab, haben beide Teams beste Chancen auf die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga.

Möglich machte es eine völlig unerwartete 0:6 (0:2)-Blamage des Drittplatzierten Eintracht Braunschweig (63) bei Kellerkind Arminia Bielefeld.

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Dadurch ist dem VfB die Rückkehr ins Oberhaus quasi nicht mehr zu nehmen angesichts eines nun um zehn Treffer besseren Torverhältnisses gegenüber den Braunschweigern. (Ergebnisse im Überblick)

VfB dürfte sogar verlieren...

Mit einem Punkt gegen die Würzburger Kickers am letzten Spieltag wäre der Aufstieg für Stuttgart perfekt, rein rechnerisch reichte sogar eine 0:5-Pleite - selbst wenn Braunschweig mit dem gleichen Ergebnis bei Absteiger Karlsruher SC gewänne. (Die Tabelle der 2. Bundesliga)

Hannover genügt zur Bundesliga-Rückkehr ein Unentschieden in Sandhausen.

"Das Spiel heute war für uns eine kleine Warnung für den nächsten Sonntag", sagte VfB-Coach Hannes Wolf bei SPORT1. "Aber wir haben so hart gearbeitet, und die kommende Woche werden wir es noch einmal so machen."

Und angesichts des Bielefelder Kantersieges gegen die zuvor zweitplatzierten Braunschweiger fügte er an: "Ein bisschen irreal ist das schon."

Dankeschön in Richtung Bielefeld

Die 96-Fans feierten nach Spielschluss natürlich ihre Mannschaft, sie skandierten aber auch immer wieder: "Bielefeld, Bielefeld."

"Das Ergebnis in Bielefeld war in dieser Form und in dieser Höhe sicher nicht zu erwarten", meinte 96-Coach Andre Breitenreiter bei SPORT1.

"Sie haben uns damit sehr geholfen. Aber wir mussten unsere Aufgabe heute auch selbst erfüllen und gegen einen bärenstarken Gegner gewinnen. Das haben die Jungs wirklich gut gemacht", ergänzte er.

Den Aufstieg womöglich doch noch zu verpassen, damit wollte sich in Hannover niemand ernsthaft beschäftigen: "Es muss schon mit dem Teufel zugehen. Wir haben es selbst in der Hand, und das ist natürlich das Wichtigste dabei", sagte 96-Manager Horst Heldt.

Rote Karte für Hannovers Sane 

Beim Saisonfinale muss Hannover allerdings auf Abwehrchef Salif Sane nach seiner Roten Karte (87./Notbremse) und Torjäger Martin Harnik (5. Gelbe Karte) verzichten. "Ärgerlich, aber die Jungs packen das auch ohne mich", sagte Harnik bei Sky.

Vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena am Maschsee gelang Felix Klaus der Treffer des Tages. Der Mittelfeldspieler war in der 40. Minute mit einem verdeckten Flachschuss erfolgreich.

Der Ball prallte vom Innenpfosten ins Tor, unhaltbar für VfB-Torhüter Mitch Langerak. "Wir haben nicht unseren besten Tag erwischt. Im Spiel nach vorne waren wir nicht zwingend genug", sagte VfB-Abwehrspieler Timo Baumgartl.

Hannover 96 v VfB Stuttgart - Second Bundesliga
Hannover 96 v VfB Stuttgart - Second Bundesliga © Getty Images

Respekt auf beiden Seiten 

Der Sieg für die Norddeutschen war daher verdient. Insbesondere in der ersten Halbzeit war der Respekt beider Mannschaften voreinander unübersehbar. Das letzte Risiko wurde hüben wie drüben gescheut, konzentrierte Abwehrarbeit und ein eher bedächtiges Aufbauspiel waren Trumpf.

Wenn es allerdings vor einem Tor wirklich gefährlich wurde, war daran die Hannoveraner Offensive beteiligt. (LIVETICKER zum Nachlesen)

So strich schon in der 16. Minute ein Kopfball von Niclas Füllkrug nur knapp am Pfosten vorbei.

Der Mannschaft von Trainer Andre Breitenreiter gelang es zunächst, Gäste-Torjäger Simon Terodde von gefährlichen Aktionen abzuhalten.

Terodde diesmal abgemeldet

Der Stuttgarter Angreifer kam in den ersten 45 Minuten zu keinem nennenswerten Abschluss.

Um mehr Druck nach dem Rückstand zu entwickeln, brachte VfB-Coach Wolf in der 51. Minute Daniel Ginczek ins Spiel.

120 Sekunden zuvor hatte Langerak sein Team nach einem Freistoß von Klaus bravourös im Spiel gehalten. Danach kam der VfB zu seiner ersten klaren Einschussmöglichkeit, Philipp Tschauner parierte gegen Kapitän Christian Gentner (57.).

Von Wolf immer wieder mit rudernden Armbewegungen nach vorne getrieben, gingen die Stuttgarter in der Folgezeit höheres Risiko, mussten aber weiter auf den ersehnten Treffer warten. Hannover machte die Räume eng und stand defensiv meist sicher.

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