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Schiedsrichter Sören Storks (M.) wurde wegen Fehlentscheidungen von Aues Boss scharf kritisiert
Schiedsrichter Sören Storks (M.) wurde wegen Fehlentscheidungen von Aues Boss scharf kritisiert © Getty Images
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Die schweren Vorwürfe von Erzgebirge Aue sorgen weiter für Wirbel. Dem DFB passt das Verhalten des Stadtrats Andrä und des Präsidenten Leonhardt gar nicht.

Die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat kein Verständnis für die Betrugsvorwürfe aus Aue in Richtung von Schiedsrichter Sören Storks.

"Irgendwo hört der Spaß auf", sagte der für die Unparteiischen zuständige DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann der Sport Bild: "Jemanden mit einer Strafanzeige zu überziehen, nur weil er im Sport einen Fehler gemacht hat – da ist mein Verständnis am Ende."

Aues Stadtrat Tobias Andrä hat am Montag bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt Strafanzeige gegen Storks gestellt. Grund dafür ist der Verlauf des Zweitligaspiels von Erzgebirge Aue am vergangenen Sonntag bei Darmstadt 98 (0:1). Storks erkannte ein reguläres Tor zur 1:0-Führung Aues nicht an.

Kritik an Aue-Boss: "Hat nichts mit Fair Play zu tun"

Aues Boss Helge Leonhardt hatte sich unmittelbar nach dem Abpfiff in Rage geredet und Betrugsvorwürfe gegen Schiedsrichter Storks geäußert. "Vielleicht sollte man mal die Konten der Schiedsrichter überprüfen, ob die was kriegen", sagte Leonhardt.

Zimmermann geißelte das Vorgehen der Auer als unfair: "Grundsätzlich kann es nicht sein, dass rumposaunt wird: Wir wollen keine Technik, die macht das Spiel kaputt. Und wenn dann ein Mensch einen Fehler macht, so auf ihn eingeprügelt wird. Das hat mit Fair Play nichts zu tun."

Der Klub hatte sich vor der Saison aus finanziellen Gründen gegen die Einführung der Torlinientechnik ausgesprochen.

Neben dem nicht gegebenen Tor gab es in der Partie gegen Darmtstadt weitere strittige Entscheidungen gegen die Sachsen, die bei einem Unentschieden gerettet gewesen wären. Als Drittletzter muss Aue nun in der Relegation gegen den Drittliga-Dritten Karlsruher SC am 18. und 22. Mai (jeweils um 18.15 Uhr im LIVETICKER) um den Klassenerhalt zittern.

Die Auer ließen nach der Partie in Darmstadt mit der Andeutung eines Manipulationsverdachts aufhorchen und legten Widerspruch gegen die Spielwertung ein. Die Entscheidung des DFB-Sportgerichts steht noch aus. Außerdem teilten die Veilchen mit, dass man sich "weitere strafrechtliche und schadensersatzrechtliche Schritte gegen das Schiedsrichterteam wegen des Verdachts der Spielmanipulation" vorbehalte.

DFB ermittelt gegen Aue-Boss

Der Vorwurf des Vorsatzes sei "entschieden zurückzuweisen", sagte DFB-Schiedsrichterboss Lutz Michael Fröhlich als Reaktion auf die schweren Vorwürfe: "Das Spiel ist aus Schiedsrichtersicht nicht gut gelaufen. Aber Fehler können passieren, das ist menschlich."

Der DFB leitete zudem Ermittlungen gegen Aues Klubboss Leonhardt ein. 

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