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1. FC Union Berlin - Hamburger SV in der 2. Bundesliga
1. FC Union Berlin - Hamburger SV in der 2. Bundesliga © Getty Images
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München - Die 2. Liga befindet sich in der spannenden Saisonendphase. 11 Mannschaften sind noch im Kampf um den Auf- bzw. Abstieg involviert. SPORT1 macht den Check.

Die 2. Bundesliga elektrisiert die Fans in Deutschland. Die Liga befindet sich in der Schlussphase der laufenden Saison - und es ist noch nichts entschieden.

Sowohl im Aufstiegsrennen als auch im Kampf gegen den Abstieg kann noch einiges passieren.

Erst am vergangenen Spieltag machten Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue den Klassenerhalt perfekt.

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Welche Teams können sich den Traum von der Bundesliga erfüllen und welche müssen vor dem Gang in die Drittklassigkeit zittern? SPORT1 macht den großen Zweitliga-Check.

Überraschungscoup im Aufstiegsrennen?

Sechs Mannschaften streiten sich noch rechnerisch um die Aufstiegsplätze in die Bundesliga. Dabei könnte mit dem SC Paderborn ein Außenseiter den hochgehandelten Aufstiegsfavoriten ein Bein stellen. 

1. FC Köln (Platz 1, 59 Punkte. +35 Tore)

1. FC Koeln v FC St. Pauli - Second Bundesliga
1. FC Koeln v FC St. Pauli - Second Bundesliga © Getty Images

Die mit Abstand beste Ausgangslage hat der 1. FC Köln. Durch die Patzer von Paderborn, Hamburg und Union können die Domstädter bereits am Montag gegen Greuther Fürth den Aufstieg und die damit verbundene Rückkehr in die Bundesliga perfekt machen.

Allerdings können sich die Kölner allein bei der schwächelnden Konkurrenz für ihre gute Ausgangslage bedanken, denn der "Effzeh" befindet sich zum Saisonende in einer Formkrise.

Seit drei Spielen ist der Tabellenführer ohne Sieg. Diese Durststrecke kostete letztendlich auch Trainer Markus Anfang am letzten Spieltag den Job.

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Dennoch: Bei einem Punktgewinn gegen die Franken ist der Aufstieg bereits in trockenen Tüchern, bei einem Sieg sogar die Meisterschaft. Selbst bei einer Niederlage sollten die Rheinländer in den beiden dann noch ausstehenden Partien gegen Regensburg (H) und Magdeburg (A) den letzten nötigen Zähler einfahren können.

Neu-Trainer Andre Pawlak fasste die Situation zusammen: "Wir fahren am Montag mit dem Bus nach Hause. Ob es eine normale Busfahrt wird oder ein Partybus, das entscheiden wir selbst."

SC Paderborn (Platz 2, 54 Punkte, +25 Tore)

DSC Arminia Bielefeld v SC Paderborn 07 - Second Bundesliga
DSC Arminia Bielefeld v SC Paderborn 07 - Second Bundesliga © Getty Images

Wer vor der Saison gesagt hätte, dass der Aufsteiger aus Paderborn ein Wort im Aufstiegsrennen mitzureden hat, wäre wohl für verrückt erklärt worden. Doch aktuell grüßen die Ostwestfalen vom zweiten Tabellenplatz.

Zwar wurde die Aufstiegseuphorie durch eine 0:2-Niederlage im Derby gegen Bielefeld am Freitagabend gebremst, ein zweiter Paderborner Aufstieg in die Bundesliga ist aber nicht unrealistisch.

Denn am nächsten Spieltag empfängt der SCP den Hamburger SV zum wichtigsten Spiel der jüngeren Vereinsgeschichte. Der Sieger dieser Partie zählt wohl am Saisonende mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den ersten drei Mannschaften der 2. Liga.

Am 34. Spieltag wartet Dynamo Dresden auf die Elf von Trainer Steffen Baumgart - eine lösbare Aufgabe für das Saisonfinale.

1. FC Union Berlin (Platz 3, 53 Punkte, +18 Tore)

1. FC Union Berlin v Hamburger SV - Second Bundesliga
1. FC Union Berlin v Hamburger SV - Second Bundesliga © Getty Images

Schafft es Union Berlin in dieser Saison unter die ersten Drei? Vieles spricht dafür, nicht nur das machbare Restprogramm mit Spielen Magdeburg (H) und Bochum (A).

War der Glaube und die Euphorie nach dem 2:0-Erfolg über Hamburg wieder nach Köpenick zurückgekehrt, erhielt die Euphorie durch die unerwartete 1:2-Niederlage gegen Darmstadt einen jähen Dämpfer.

Da half es auch nichts, dass Trainer Urs Fischer vor dem Spiel zur Vorsicht mahnte: "Es bedarf von uns einer Top-Einstellung. Wir müssen versuchen, die Leistung vom Spiel gegen den HSV zu bestätigen."

Erledigen die Eisernen nun aber ihre Hausaufgaben, sollte die Relegation aber immer noch drin sein- zumal das Torverhältnis deutlich besser ist, als das der Verfolger.

Hamburger SV (Platz 4, 53 Punkte, +3 Tore)

Aufstiegscheck 2. Bundesliga: Hamburger SV
Aufstiegscheck 2. Bundesliga: Hamburger SV © Getty Images

Krisenstimmung in Hamburg! Der Zweitliga-Herbstmeister spielt eine Rückrunde zum Vergessen.

Nach der Niederlage in Berlin stürzte der HSV sogar erstmals seit dem 10. Spieltag auf einen Nichtaufstiegsplatz. Damit droht dem ehemaligen Bundesliga-Dino mit einem weiteren Jahr in der Zweitklassigkeit ein Horrorszenario.

Zu allem Überfluss setzte es am Wochenende auch noch eine heftige 0:3-Heimklatsche gegen Abstiegskandidat FC Ingolstadt 04. "Die Saison ist nicht vorbei. Wenn wir zwei Spiele gewinnen, sind wir Dritter. Das muss die klare Botschaft für alle sein", forderte der in der Kritik stehende Trainer Hannes Wolf zuletzt.

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Nächste Woche geht es für die Rothosen nach Paderborn. Sollte man dort erneut verlieren, würde auch ein Sieg am letzten Spieltag gegen Abstiegskandidat Duisburg maximal zur Relegation reichen.

Einen weiteren Ausrutscher darf sich der HSV, der von allen Topteams das mit Abstand schlechteste Torverhältnis hat, folglich kaum mehr erlauben.

Sonst heißt der Gegner im nächsten Jahr nicht Bremen, sondern Bochum.

Zwei Teams mit theoretischen Chancen

Rein rechnerisch können noch zwei weitere Teams den Sprung in die Bundesliga schaffen. Allerdings sind der 1. FC Heidenheim (49 Punkte) und der FC St. Pauli (48) dabei von den Ausrutschern des Spitzen-Quartetts abhängig.

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Dabei hatten die Heidenheimer am Wochenende mit einem Sieg gegen Sandhausen sogar die Chance, bis auf einen Zähler an den HSV und Union heranzurücken. Doch trotz zweimaliger Führung setzte es am Ende eine 2:3-Niederlage für die Mannschaft von Frank Schmidt.

Wer hat die beste Form im Abstiegskampf?

Die Abstände im Tabellenkeller der 2. Liga sind zwar nicht so eng wie an der Tabellenspitze, trotzdem sind auch hier rechnerisch fünf Mannschaften betroffen. Für alle heißt es nun: Punkte sammeln gegen den Abstieg.

MSV Duisburg (Platz 18, 28 Punkte, -22 Tore)

Moritz Stoppelkamp und der MSV Duisburg verlieren gegen Heidenheim
Moritz Stoppelkamp und der MSV Duisburg verlieren gegen Heidenheim © Getty Images

Die Prognosen für den MSV Duisburg sehen düster aus. Zwar sind die Zebras noch nicht abgestiegen, doch mit neun Punkten Rückstand auf das rettende Ufer und dem schlechtesten Torverhältnis der gesamten 2. Liga stehen alle Zeichen auf Abstieg.

Immerhin verhinderten die Zebras mit dem 2:0-Erfolg gegen Holstein Kiel am Wochenende den vorzeitigen Abstieg und haben bei vier Punkten Rückstand auf Ingolstadt noch immer die Chance auf das Erreichen der Relegation.

Trainer Torsten Lieberknecht glaubt an die Chance, weiß aber auch, auf was es ankommt: "Uns helfen nur Siege. Das ist Fakt."

Das ist angesichts des Restprogramms Heidenheim (H) und Hamburg (A) schwierig genug. Bei einer weiteren Niederlage wäre der direkte Abstieg besiegelt.

1. FC Magdeburg (Platz 17, 30 Punkte, -15 Tore)

1. FC Magdeburg v 1. FC Heidenheim 1846 - Second Bundesliga
1. FC Magdeburg v 1. FC Heidenheim 1846 - Second Bundesliga © Getty Images

Der Liganeuling aus Sachsen-Anhalt rangiert auf dem ersten Abstiegsplatz und hat damit den Klassenerhalt nicht mehr in der eigenen Hand.

Nach der Pleite beim VfL Bochum hat das Team auch lediglich noch eine Chance auf den Relegationsplatz. Doch selbst dieser scheint angesichts des deutlichen schwereren Restprogramms im Vergleich zur Konkurrenz mehr als ungewiss.

Nach dem Auswärtsspiel bei Aufstiegsaspirant Union Berlin kommt am letzten Spieltag der 1. FC Köln nach Magdeburg.

Aufgeben ist für das Team allerdings keine Option. "Was unsere Fans hier leisten, ist unglaublich. Solange es noch möglich ist, werden wir weiter kämpfen", kündigte Offensivspieler Tarek Chahed bereits an.

Gelingt das, können die Magdeburger auf die Relegation hoffen.

FC Ingolstadt (Platz 16, 32 Punkte, -13 Tore)

Philipp Tschauner
Philipp Tschauner © Getty Images

Berücksichtigt man die aktuelle Form, hat der FC Ingolstadt das Momentum auf seiner Seite.

Unter Neu-Coach Trainer Tomas Oral wurde keines der letzten fünf Ligaspiele verloren, dabei wurden insgesamt 13 Punkte gesammelt. Überhaupt holte kein Team in diesem Zeitraum mehr Zähler.

Zuletzt überraschten die Schanzer auch beim 3:0-Auswärtssieg beim Hamburger SV und könnten den Hanseaten damit einen dicken Strich durch die eigenen Aufstiegshoffnungen gemacht haben.

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Der Relegationsplatz ist für den stark aufspielenden FCI allemal drin, für die direkte Rettung muss allerdings alles optimal laufen - doch momentan erscheint für Ingolstadt nichts unmöglich.

Eines ist klar, im Keller zählen nur Punkte - und die müssen gegen Darmstadt (H), und Heidenheim (A) eingesackt werden.

SV Sandhausen (Platz 15, 37 Punkte, -4 Tore)

Hamburger SV v SV Sandhausen - Second Bundesliga
Hamburger SV v SV Sandhausen - Second Bundesliga © Getty Images

Der SV Sandhausen hat seine Form gerade rechtzeitig gefunden und sich dank beeindruckender Ergebnisse in den letzten Wochen aus dem Tabellenkeller gespielt.

Drei Spieltage vor Ende der Saison steht der SVS auf einem Nichtabstiegsplatz und hat fünf Punkte Vorsprung auf Verfolger Ingolstadt.

Der Verein stellt sich dennoch auf alles ein. "Uns ist egal, was die anderen Vereine machen. Alles, was wir beeinflussen können, ist unser eigenes Spiel. Wir sind aktuell in der Pole-Position, aber auch nach wie vor darauf eingestellt, dass es bis zum letzten Spieltag oder darüber hinaus gehen kann," versucht Uwe Koschinat seiner Mannschaft den Druck zu nehmen.

Gegen Bielefeld (H) und Regensburg (A) können die Sandhäuser in der aktuellen Form bestehen - und den Klassenerhalt eintüten.

Fürth theoretisch noch bedroht

Rein rechnerisch könnte auch noch die Spielvereinigung Greuther Fürth auf den Relegationsplatz rutschen.

Dazu müssten die Franken allerdings aus ihren verbleibenden drei Spielen gegen Köln (H), Aue (A) und St. Pauli (H) keinen Zähler mehr holen, während Ingolstadt seine verbleibenden beiden Partien gewinnen müsste.

Sollte es tatsächlich so kommen, würde am Ende das Torverhältnis darüber entscheiden, wer in die Relegation muss. Hier wäre aktuell allerdings der FCI im Vorteil.

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