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München - Nach der Ausbootung von Trainer Dieter Hecking für Torwart Julian Pollersbeck beim Hamburger SV spricht jetzt dessen Vater und Berater bei SPORT1 über die Situation.

Die Nachricht traf Julian Pollersbeck mitten ins Mark. Eigentlich hatte sich der 24-Jährige auf die neue Saison im Tor des Hamburger SV gefreut. Ein Wechsel war auch nach dem verpassten Aufstieg für Pollersbeck kein Thema. Natürlich dürfte ihm klar gewesen sein, dass die Karten im Kampf um die Nummer 1 bei den Hanseaten neu gemischt werden, weil mit Dieter Hecking seit diesem Sommer auch ein neuer Trainer da ist.

Doch der 54-Jährige schockte Pollersbeck mit seiner Entscheidung, auf Daniel Heuer Fernandes als neue Nummer eins im HSV-Tor zu setzen. Aber nicht nur das: Ersatzmann wird Tom Mickel sein. Pollersbeck, in der vergangenen Saison Stammtorwart, ist zunächst nur die Nummer drei.

Dies sei allerdings keine endgültige Entscheidung, Hecking habe "für den Moment so entscheiden", räumte er ein. Für ihn seien die sportlichen Gründe dabei "alles entscheidend".

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"Julian muss die Entscheidung des Trainers akzeptieren - und das hat er auch", sagte Günter Pollersbeck, der Vater und seit Mai dieses Jahres auch der Berater des Torwarts, im Gespräch mit SPORT1. "Er wird weiterhin Vollgas geben.“

Heckings klare Ansage

Hecking begründete seine Entscheidung wie folgt: "Julian hat ein paar Probleme gehabt, er kann es deutlich besser", sagte der Fußballlehrer auf der Pressekonferenz vor dem Ligastart am Sonntag (2. Liga: Hamburger SV - Darmstadt 98 im Liveticker) im Volksparkstadion gegen Darmstadt 98.

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Auf die Frage, was sein Sohn denn falsch gemacht habe, meinte der Vater nur: "Es haben sich die Verantwortlichen geändert."

Die Personen, die Pollersbeck (aktueller Marktwert: drei Millionen Euro) einst einen gut dotierten Vertrag bis 2021 gaben, sind längst nicht mehr da. Der ehemalige Sportchef Jens Todt holte den frischgebackenen U21-Europameister 2017 nach Hamburg. Die Anfangszeit war schwer für ihn, denn der damalige Chefcoach Markus Gisdol entschied sich erstmal für Christian Mathenia als Stammkeeper. Pollersbeck musste auf seine Chance warten.

Gisdol wurde im Januar 2018 entlassen und auch sein Nachfolger Bernd Hollerbach setzte weiter auf Mathenia. 

Bei Titz die Nummer 1

Im März 2018 gab es erneut einen Trainerwechsel. Trainer Christian Titz folgte auf Hollerbach und es schlug die Stunde von Pollersbeck, der fortan als neue Nummer eins im Kasten der Hanseaten stand. Im Oktober 2018 trennte man sich aber schon wieder von Titz (seit der aktuellen Saison Chefcoach von Rot-Weiss Essen), doch Pollersbeck blieb auch unter dessen Nachfolger Hannes Wolf Stammkeeper der Rothosen. Bis zum Ende der vergangenen Spielzeit.

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Nun also ist Heuer Fernandes die neue Nummer eins beim HSV. Der 26-Jährige war im Sommer aus Darmstadt zu den Hamburgern gewechselt. Aufgeben will Pollersbeck aber nicht. "Er nimmt die Situation an und will sich im Training aufdrängen", stellte sein Vater klar.

Ein Wechsel sei derzeit kein Thema, bekräftigte er. "Julian hat noch zwei Jahre Vertrag und will mit dem HSV unbedingt wieder in die 1. Liga."

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