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VfB-Präsident Wolfgang Dietrich will unbedingt im Amt bleiben
VfB-Präsident Wolfgang Dietrich will unbedingt im Amt bleiben © Getty Images
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Der VfB Stuttgart steht vor richtungsweisenden personellen Veränderungen. Der umstrittene Präsident Wolfgang Dietrich könnte heute abgewählt werden.

Beim VfB Stuttgart ist mächtig Feuer unter dem Dach.

Bei der heutigen Mitgliederversammlung des Bundesliga-Absteigers ab 13 Uhr geht es um die Zukunft des umstrittenen Präsidenten Wolfgang Dietrich. Auf der Tagesordnung steht auch ein Antrag auf Abwahl von Dietrich. Auf der VfB-Geschäftsstelle sind frist- und formgerecht gleich 65 Anträge eingegangen.

Die Hürde für die Abwahl von Dietrich ist jedoch hoch, drei Viertel der anwesenden Mitglieder müssten sich gegen ihn aussprechen. Der Präsident hat bereits angekündigt, selbst bei 74,9 Prozent Gegenstimmen weiter im Amt bleiben zu wollen.

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Todesdrohungen gegen Dietrich

Der 70-Jährige verspürt momentan jede Menge Gegenwind bei der eigenen Anhängerschaft. Es gebe sogar "eine Vielzahl von Todesdrohungen", erklärte Stuttgarts Polizeipräsident Franz Lutz den Stuttgarter Nachrichten

Teils auf Plakaten in der Stadt, teils im Internet wird Dietrich hart angegangen. Der Verein habe Anzeige erstattet, in mehreren Fällen ermittelt die Kriminalpolizei.

"Die Liste, die zumindest uns voller Überzeugung den Rücktritt von Wolfgang Dietrich fordern lässt, ist lang", heißt es in einem Statement einer Ultragruppierung, die Dietrich u.a. eine Mitschuld am Abstieg gibt und die Verpflichtung des ehemaligen Sportvorstands Michael Reschke übel nimmt. Auch fehlende Transparenz bei seiner Investor-Vergangenheit wird ihm vorgeworfen.

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Während Dietrich bei vielen Anhängern unten durch ist, hält die sportliche Führung weiter zu ihm. Präsidiumskollege Bernd Gaiser, Sportvorstand Thomas Hitzlsperger und Sportdirektor Sven Mislintat plädieren dafür, mit dem Präsidenten weiterzumachen. 

Dietrich selbst hat im Gespräch mit der dpa den Eindruck, "dass nach wie vor viele Mitglieder der Meinung sind, dass ich der richtige Präsident bin". Er könne nur hoffen, dass ein relativ breites Spektrum an Menschen abstimmen werde.

Berthold wirft Hut in den Ring

Unterdessen will der ehemalige Nationalspieler Thomas Berthold der neue starke Mann bei den Schwaben werden.

"Ich werfe meinen Hut in den Ring. Beim VfB muss es eine nachhaltige Richtungsänderung geben", sagte der 54-Jährige der Stuttgarter Zeitung.

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Der Weltmeister von 1990 und frühere VfB-Profi strebt den Posten eines starken Aufsichtsratschefs an. An seiner Seite will er einen repräsentierenden Präsidenten haben. Eine Zusammenarbeit mit Dietrich schließt Berthold aus.

Sollte Dietrich bei der Mitgliederversammlung die Vertrauensfrage überstehen, will Berthold im nächsten Jahr einen neuen Anlauf nehmen, wenn turnusgemäß die Präsidentenwahl durchgeführt wird.

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