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Ingo Wellenreuther (l.) tritt als Präsident des KSC zurück
Ingo Wellenreuther (l.) tritt als Präsident des KSC zurück © Getty Images
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München - Ingo Wellenreuther tritt als Präsident des Zweitligisten Karlsruher SC zurück. Zuvor hatte ein teils anonymes Bündnis diesen Schritt vehement gefordert.

Ingo Wellenreuther hat sein Amt beim Karlsruher SC mit sofortiger Wirkung niedergelegt. 

Das bestätigte der langjährige Funktionär in einer offiziellen Mitteilung des Zweitligisten am Donnerstag. 

"Nachdem es trotz des durch die Corona-Krise unterbrochenen Aktienverkaufs nunmehr gelungen ist, die Insolvenz unseres Vereins zu verhindern, habe ich mich nach reiflicher Überlegung und auch mit Rücksicht auf meine Familie aber dazu entschlossen, mein Amt niederzulegen", erklärte der 60-Jährige darin. 

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Zuletzt war oberste Repräsentant des KSC von dem teilweise anonymen "Bündnis KSC" dazu aufgefordert worden, seinen Posten abzugeben. 

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Der Zusammenschluss von neun regionalen Unternehmen wollte den finanziell angeschlagenen Klub vor der Insolvenz bewahren, stellte dabei aber stets eine resolute Bedingung. Das "Bündnis KSC" knüpfte eine Zahlung von sechs Millionen Euro für eine mögliche Rettung an einen Rücktritt Wellenreuthers als Präsident des Vereins und als Beiratsvorsitzender der KSC Management GmbH. 

Dies hatte Wellenreuther bis zuletzt abgelehnt - nun folgte doch der Rücktritt und die damit einhergehende Rettung. 

Bündnis KSC äußert sich ausführlich

"Wer mich und meine fast fünfzigjährige Verbundenheit zum KSC kennt, bei dem ich fast 40 Jahre Mitglied bin, weiß, dass mir dieser Schritt nicht leicht gefallen ist", sagte Wellenreuther. Er bedankte sich für die letzten zehn Jahre als Präsident und bat um Verständnis für seine Entscheidung. Er wünsche dem Verein alles Gute. 

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In einem Interview am Mittwoch hatten sich Vertreter des Bündnis KSC ausführlich zu ihrer Position geäußert: "Der KSC hat in den letzten 10 Jahren unter der Führung von Herrn Wellenreuther, trotz der großzügigen Unterstützung durch Herrn Pilarsky mindestens 15 Millionen Euro neue Schulden bis Ende der Saison angehäuft. Das bedeutet im Schnitt jedes Jahr rund 1,5 Millionen Euro neue Schulden!" erklärten Christian Fischer und Toni Iemboli bei ka-news.de. Mit Wellenreuther sei daher keine Zusammenarbeit denkbar. 

Das Duo erklärte zudem, warum es den Kauf von Aktien favorisiert habe: "Der Vorteil ist, dass hierdurch keine weiteren Schulden für den KSC entstehen und auch keine Zinsen fällig werden. Das Bündnis hat zur Bündelung ihrer Mittel eine eigene Gesellschaft (GBR) gegründet, welche die Anteile übernehmen würde. Ein Sitz im Beirat der KGaA wird nicht angestrebt und ist aufgrund der Höhe des Engagements auch nicht möglich, da mit den sechs Millionen Euro keine 25 Prozent der Stimmrechte an der KGaA erreicht werden." 

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