Lesedauer: 4 Minuten
teilenE-MailKommentare

Bochum schießt sich eindrucksvoll zurück an die Tabellenspitze. In Düsseldorf erweist sich der VfL als äußerst effizient, während die Fortuna viele Chancen liegen lässt.

Wenige Chancen, aber ganz viel Ertrag: Die eiskalten Aufstiegsanwärter des VfL Bochum sind zurück an die Tabellenspitze der 2. Liga gestürmt. Die Mannschaft von Trainer Thomas Reis setzte sich in einem unterhaltsamen und temporeichen Montagsspiel mit 3:0 (2:0) bei Fortuna Düsseldorf durch und hat wieder zwei Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger Hamburger SV. (2. Bundesliga: Die Tabelle)

Simon Zoller mit seinem zwölften Saisontor (12.), Gerrit Holtmann (35.) und Joker Soma Novothny (87.) trafen für den VfL, der in den entscheidenden Phasen mit brutaler Effektivität zuschlug und die gut mitspielenden Gastgeber so im Stile eines Spitzenteams kaltstellte. (2. Bundesliga: Ergebnisse und Spielplan)

Held der Partie auf Seiten der Gäste war aber kein Torschütze - sondern Keeper Manuel Riemann.

Anzeige

Der VfL-Schlussmann war bereits in der 4. Minute übel umgeknickt und wand sich vor Schmerzen. Minutenlang wurde Tiemann behandelt, bevor er weiterspielte. Obwohl der 32-Jährige nur noch humpeln konnte, bewahrte er Bochum kurze Zeit später mit einer sensationellen Parade vor dem Rückstand.

"Die zweite Halbzeit war eine Katastrophe"

"Die ersten zwei Minuten waren brutal, dann war es so für 15 Minuten ein bisschen besser", sagte Riemann bei Sky, nachdem er die Partie durchgespielt hatte. "Die zweite Halbzeit war eine Katastrophe. Ich habe auch heute keine guten Bälle gespielt. Ja, gut, es waren einfach Schmerzen, aber ich wollte es einfach durchziehen."

Meistgelesene Artikel

Die Verletzung habe ihn stark behindert, sagte Riemann: "Mit meinen fußballerischen Lösungen unter Druck die Situationen aufzulösen, ist mir heute aufgrund der Schmerzen nicht so gut gelungen."

Werde Deutschlands Tippkönig! Jetzt zum SPORT1 Tippspiel anmelden

Bochum-Keeper Riemann berichtet von Schicksalsschlag

Zudem musste der Keeper auch noch einen schweren Schicksalsschlag verkraften. "Gestern Abend ist mein Opa gestorben. Für den habe ich auch heute gespielt. Deswegen wollte ich auch auf gar keinen Fall nach zwei Minuten oder wann das passiert ist raus. Der hat mich fußballerisch zu dem gemacht, was ich heute bin." Riemanns Großvater Hans Humpa war früher selbst Torhüter, in den 1960er Jahren spielte er sieben Mal in der Bundesliga für den TSV 1860 München.

Beeindruckt von seinen Torwart zeigte sich VfL-Coach Thomas Reis. "Ich sage ja auch immer, dass Manu positiv verrückt ist. Und er beißt da auf die Zähne und man hat schon bei der einen oder anderen Situation gemerkt, dass ein paar Schmerzen da waren. Aber er hat sich voll in den Dienst der Mannschaft gestellt. Mir war klar, dass der das Spiel durchziehen wird. Auch mit einem Bein."

Die Fortuna betrieb gerade in der ersten Hälfte wahren Chancenwucher. Die ohnehin nur noch minimalen Düsseldorfer Chancen auf die Bundesliga-Rückkehr tendieren gegen Null. Bei noch acht ausstehenden Saisonspielen liegen die Rheinländer, die noch keinen Sieg gegen die "Top 4" der Liga feierten, sieben Punkte hinter dem Relegationsplatz.

Fortuna verballert viele Chancen

Düsseldorf startete bei perfekten äußeren Bedingungen furios. VfL-Torhüter Manuel Riemann parierte einen Kopfball von Dawid Kownacki (7.) glänzend, eine Minute später rettete den Bochumer Schlussmann bei der abgefälschten Volleyabnahme von Kristoffer Peterson der Pfosten (8.). 

Die Highlights der Freitagsspiele ab 22.30 Uhr in Sky Sport News - Die 2. Bundesliga im TV auf SPORT1

Bochum schien zehn Tage nach der 0:2-Niederlage gegen den HSV seine Probleme zu haben, war nach dem ersten und schnell über die linke Seite vorgetragenen Angriff dann aber mit der ersten Chance durch Zoller zur Stelle. (LIVETICKER zum Nachlesen)

Das Tor entschleunigte das Spiel etwas, die Fortuna blieb jedoch gefährlich: Top-Torschütze Rouwen Hennings (18./30.) vergab gleich zwei gute Gelegenheiten, dann hätte der auffällige Peterson den Ausgleich erzielen müssen (34.), wieder entschärfte Riemann.  

Bochum traf mit seiner zweiten guten Kombination die Gastgeber erneut ins Herz, Düsseldorf vergab durch Kownacki (38.) und Matthias Zimmermann (51.) und wieder Hennings (52.) hingegen weitere teils beste Chancen. Ohne Stürmer Kenan Karaman, der bereits zur türkischen Nationalmannschaft abreisen musste, blieb die Fortuna engagiert, agierte aber unentschlossen.

Bochum kam nun häufiger zu Kontern. Holtmann (52.) verpasste noch die Vorentscheidung.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image