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Schalke-Boss Clemens Tönnies steht nach seinen rassistischen Äußerungen massiv unter Druck
Schalke-Boss Clemens Tönnies steht nach seinen rassistischen Äußerungen massiv unter Druck © Getty Images
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München und Gelsenkirchen - Auf der Schalker Mitgliederversammlung wird der größte Gegner von Clemens Tönnies aus dem Aufsichtsrat gewählt - nachdem sich der Klubboss gegen ihn ausgesprochen hatte.

Am Tag danach wollte Axel Hefer "nicht nachtreten", wie er selber sagte.

Der Trivago-Geschäftsführer war auf dem Sprung zu einer Dienstreise nach New York. Nach Schalke wird Hefer erst mal nicht mehr zurückkommen, zumindest nicht als Funktionär.

Denn der schärfste Kritiker von Klubboss Clemens Tönnies ist am Sonntag auf der Mitgliederversammlung aus dem Schalker Aufsichtsrat geflogen - und das ziemlich deutlich.

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Klare Niederlage

Ebenso wie der frühere Mannschaftsarzt Armin Langhorst (nur 2356 Stimmen) kassierte auch Hefer mit 2715 Stimmen deutlich weniger als die neuen Aufsichtsräte Uwe Kemmer (4895) und Stefan Gesenhues (4134).

Immerhin habe er noch rund 2700 Stimmen bekommen, meinte Hefer und bezog sich damit vermutlich auf die relativ deutliche Positionierung von Tönnies gegen ihn vor der Wahl.

Tönnies: "Hefer sagt die Unwahrheit"

"Axel Hefer sagt die Unwahrheit, wenn er sagt, dass es im Aufsichtsrat gut läuft. Es herrscht Misstrauen", hatte Tönnies in seiner Rede erklärt und die drei oppositionellen Mitglieder des Gremiums - neben Hefer auch Dr. Andreas Horn und Thomas Wiese - massiv kritisiert.

"Der Aufsichtsrat ist tief gespalten. Ich fordere zu mehr Sachlichkeit und Zusammenarbeit auf. Bleibt es so, wie es ist, landen wir im Mittelmaß. Ich wünsche mir mehr offenes Profil und nicht Hinterhältigkeit", wetterte Tönnies:

"Ohne ein faires Miteinander in den Gremien werden wir keinen Erfolg haben. Damit müssen wir aufhören. Wer das Wohl des Vereins im Blick hat, arbeitet konstruktiv mit."

"Sie haben ihr Versprechen gebrochen"

Für Hefer eine klare Aufforderung an die rund 7500 anwesenden Schalke-Mitglieder, ihm die Stimme zu verweigern.

Auf SPORT1-Nachfrage wollte er sich nicht mehr äußern und verwies auf seine Aussagen auf der Versammlung. Dort hatte er allerdings Klartext geredet.

"Ich muss zusätzlich noch sagen, ich bin menschlich sehr enttäuscht von meinem Kollegen. Herr Tönnies, Sie werden sich noch daran erinnern: Anfang des Jahres haben wir uns getroffen und Sie haben ganz klar versprochen, dass Sie sich aus jeglichen Wahlen heraushalten. Dieses Versprechen haben Sie nicht eingehalten, Sie haben es sogar gebrochen", sagte Hefer dort unter anderem.

"Ein Tipp: Bei uns im Verein entscheiden die Mitglieder über die Aufsichtsräte und nicht der Aufsichtsratsvorsitzende."

Droht Schalke eine "Riesen-Schlammschlacht"?

Diese Aussage blieb auf Hefers eigene Kandidatur bezogen allerdings Wunschdenken, so dass nun mit Horn und Wiese nur noch zwei Tönnies-Kritiker im elfköpfigen Aufsichtsrat sitzen.

Und auch deren Zeit könnte in einem Jahr zu Ende gehen, wenn ihre Posten zur Wahl stehen. "Tönnies wird alles tun, damit beide nicht wiedergewählt werden", sagte ein Insider SPORT1.

"Das wird eine Riesen-Schlammschlacht geben."

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