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UEFA-Präsident Aleksander Ceferin fordert mehr Hilfe von der Politik
UEFA-Präsident Aleksander Ceferin fordert mehr Hilfe von der Politik © Getty Images
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Im Bemühen um mehr Ausgeglichenheit im Fußball vermisst Aleksander Ceferin die Unterstützung der Politik. Er reagiert mit einer Spitze auf ein Interview der Bundeskanzlerin.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat auf die Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel an den finanziellen Entwicklungen des Fußballs reagiert.

"An alle europäischen Politiker", sagte Ceferin am Mittwoch beim UEFA-Kongress in Genf, nachdem er Merkel namentlich erwähnt hatte: "Wir sind absolut einverstanden, aber ich kann nicht sagen, dass ihr viel getan habt, um uns dabei zu helfen, die Dinge zu regeln."

Nur im Verbund mit Anpassungen der nationalen Gesetze und der in der Europäischen Union (EU) "könnten wir ein ganzes Arsenal an konkreten Maßnahmen planen, um das Spiel fairer und ausgeglichener zu machen, um seine Ethik und Solidarität zu stärken", sagte Ceferin.

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Merkel: "Bindung an Spieler schwindet"

Merkel hatte in einem Interview mit der Bild am Sonntag ihre Sorge zum Ausdruck gebracht, "dass die Freude am Fußball verloren geht, wenn die Bindung der Fans an die Spieler schwindet, weil die von einem Verein zum anderen wechseln". Die Bundeskanzlerin sehe "eine Tendenz, bei der man aufpassen muss, dass man den Fußball und die Fußballer nicht überstrapaziert".

Ceferin nannte unter anderem Gehaltsobergrenzen, Steuern, das Financial Fair Play, Reformen des Transfersystems, eine Kontrollinstanz für die Geldflüsse und Einschränkungen für Spielerberater als Beispiele für seine konkreten Maßnahmen, die teilweise aber wohl den Schutz der EU-Gesetzgebung brauchen würden.

"Wir sind allen Reformen gegenüber aufgeschlossen, die dem Wohl des Spiels dienen", sagte der 49-Jährige: "Wir warten nur auf grünes Licht von denen, die die derzeitige Situation öffentlich verurteilen, uns es aber ermöglichen müssen, die Dinge richtig zu machen. Ich bin zuversichtlich, dass das bald geschieht."

Neuer UEFA-Vizepräsident ernannt

Schon am Mittwoch wurde Russlands WM-Organisationschef Alexej Sorokin ins Council des Weltverbandes FIFA gewählt. Der 45-Jährige folgt auf Witali Mutko (58), der nach seinem Aufstieg zum russischen Vize-Premierminister nicht zur Wiederwahl im vergangenen Frühjahr zugelassen worden war. Seitdem war einer der acht Council-Sitze der UEFA vakant gewesen.

Formal bestätigt wurden zudem die beiden Vertreter der Klub-Vereinigung ECA, Andrea Agnelli (Italien/Juventus Turin) und Ivan Gazidis (Südafrika/FC Arsenal), für das UEFA-Exekutivkomitee.

In der Exko-Sitzung am Nachmittag wurde der Italiener Michele Uva zu einem der fünf UEFA-Vizepräsidenten ernannt. Der 52-Jährige nimmt den Platz des Spaniers Ángel María Villar Llona ein, der Mitte Juli wegen Korruptionsverdachts in Madrid festgenommen worden war und im Anschluss seine Ämter im Weltfußball niedergelegt hatte.

Außerdem bestimmte das Exekutivkomitee das brandneuen Estadio Metropolitano von Atlético Madrid zum Austragungsort für das Finale der Champions League 2018/19 am 1. Juni 2019. Das Endspiel der Europa League wird am 29. Mai 2019 in Baku ausgetragen.

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