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Ein Bild aus vergangenen Tagen: Paolo Guerrero und Claudio Pizarro gemeinsam für Perus Nationalmannschaft aktiv © imago
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München - Paolo Guerrero darf wegen einer Dopingsperre nicht zur WM. Seine Mutter ist außer sich - und beschuldigt einen früheren Bayern-Kollegen: Claudio Pizarro.

Diese Geschichte birgt an sich genügend Stoff für einen spannenden Kriminalfilm. Zur Not kann man sie aber auch ganz einfach zur Seifenoper umschreiben. Was besser zieht, hängt wahrscheinlich von den Vorlieben des Betrachters ab. 

Um die Hauptrollen dieses ungewöhnlichen Plots haben sich jedenfalls zwei prominente Fußballer verdient gemacht: Paolo Guerrero und Claudio Pizarro. 

Die beiden Peruaner, einst Teamkollegen beim FC Bayern, sind in der Zwischenzeit erbitterte Rivalen in der Nationalmannschaft. Und so beginnt sie diese Geschichte von Schicksalsschlägen und möglichen Intrigen. 

Der Schicksalsschlag überkam Guerrero. Am Dienstag verhängte der Sportgerichtshof CAS gegen ihn eine 14-monatige Sperre wegen eines Dopingvergehens. Damit darf Perus Kapitän nun doch nicht an der Fußball-WM in Russland teilnehmen. (SERVICE: WM-Spielplan)

Gesperrter Guerrero darf nicht mit zur WM

Für sein Heimatland ist das eine Tragödie. Guerrero ist der Kopf des Nationalteams und der Held der Peruaner. 

Dieses Idol wurde nach dem WM-Qualifikationsspiel in Argentinien im Oktober 2017 positiv auf ein stimulierendes Abbauprodukt von Kokain getestet. 

Guerrero soll es versehentlich zu sich genommen haben, mit einem Tee. So argumentierte er jedenfalls vor Gericht. Doch Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Nicht bei Dopingmitteln. Zumindest nicht vor dem CAS. 

Die Sportrichter kannten kein Pardon: 14 Monate Sperre. Aus der Traum von der WM. 

Und genau an dieser Stelle kommt ein gewisser Claudio Pizarro ins Spiel. 

Der 39-Jährige, soeben mit dem 1. FC Köln aus der Bundesliga abgestiegen, ist so ziemlich alles, was Guerrero nicht ist. Jedenfalls in Peru.

Guerreros Mutter klagt Pizarro an

Er hat fußballerisch nicht ansatzweise mehr einen solchen Stellenwert wie der fünf Jahre jüngere Spielführer. Im Nationalteam gilt er seit geraumer Zeit als Außenseiter. Chancen, bei der WM dabei zu sein, wurden ihm nicht zugerechnet. Bislang nicht. 

Die Causa Guerrero könnte nun alles ändern. Rückt Pizarro nach dem Aus seines Stürmer-Rivalen noch nachträglich in den Kader? Der Spieler jedenfalls hat die Hoffnung offenbar noch nicht aufgegeben.

In den Stunden, in denen Guerrero aus dem Verkehr gezogen wurde, setzte Pizarro per Instagram eine Botschaft in die Welt: "Egal, was passiert, egal, wie weit das Ziel, das du angepeilt hast, entfernt zu sein scheint, verliere niemals den Glauben, dass du es schaffen wirst." 

Es ist der Satz, der diesem Fußball-Krimi das Potenzial für eine Intrige verleiht. Der Satz, den die dritte Hauptperson in diesem Stück auf den Plan ruft: Guerreros Mutter, Petronila Gonzales. 

Senora Gonzales wittert bei der Ausbootung ihres Sohnes eine Verschwörung. Angezettelt hat die ihrer Meinung nach Erzrivale Pizarro. 

Mobbing beim FC Bayern?

Im Fernsehsender RPP erhob sie Anklage: "Mein Sohn ist am Boden zerstört. Man hat ihm die Beine abgehackt, weil da andere Interessen im Spiel sind." 

Rädelsführer sei "Claudio Pizarro, ich bin doch nicht blöd", beschwörte die Mutter. Schon früher, zu gemeinsamen Zeiten bei Bayern, sei ihr Paolo von Pizarro gemobbt worden. "Das ist alles von langer Hand vorbereitet. Es ist ein riesiges Komplott."

Vermutlich, so viel kann man wohl vorweg nehmen, wird Mutter Gonzales Pizarro, ihren Angeklagten, niemals überführen können. 

Womöglich aber wird sie etwas besänftigen, dass der freigewordene Kaderplatz ihres Sohnes nicht an den Torjäger aus der Bundesliga geht. 

Trainer Ricardo Gareca hat inzwischen sein vorläufiges Aufgebot für Russland benannt. Der Name Pizarro taucht darin nicht auf.

Es wäre aber auch zu kitschig gewesen, hätte diese Geschichte ein solches Ende genommen. 

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