vergrößernverkleinern
Hier entsteht das Finalstadion der WM 2022 in Katar
Hier entsteht das Finalstadion der WM 2022 in Katar © Getty Images
teilenE-MailKommentare

Die negativen Schlagzeilen über den WM-Gastgeber von 2022 reißen nicht ab. Amnesty International beklagt die Ausbeutung von Bauarbeitern am Finalstadion.

Katar steht als Ausrichter der Fußball-WM 2022 wieder einmal im Zwielicht.

Laut Amnesty International seien Arbeiter über Monate hinweg nicht bezahlt worden. Wie die Menschenrechtsorganisation am Mittwoch mitteilte, habe die Baufirma Mercury MENA "es verpasst, ihren Arbeitern tausende Dollar an Löhnen und sonstigen Leistungen zu zahlen, und sie hilf-und mittellos zurückgelassen."

Die Arbeiter wurden unter anderem beim Bau des Finalstadions in der Stadt Lusail eingesetzt.

Amnesty gab an, zwischen Oktober 2017 und April 2018 mit 78 ehemaligen Mercury-Mitarbeitern aus Indien, Nepal und den Philippinen gesprochen zu haben. Den meisten Befragten schulde das Unternehmen zwischen 1370 und 2470 US-Dollar (1164 und 2099 Euro), was je nach Herkunftsland in manchen Fällen mehreren Monatslöhnen entspricht.

Außerdem habe Mercury MENA von Katars "Kafala"-System Gebrauch gemacht, das Arbeitern den Jobwechsel ohne Zustimmung der Vorgesetzten verbietet.

FIFA widerspricht Bericht

Der Weltverband FIFA teilte auf Anfrage der französischen Nachrichtenagentur AFP mit, dass er "keinen Grund zur Annahme habe, dass angesprochene Arbeitsrechtverletzungen tatsächlich im Zusammenhang mit der FIFA und der WM 2022 stehen".

Stattdessen bedauere es die FIFA, dass Amnesty sein Statement auf "solch irreführende Weise" formuliert habe. Mercury MENA hatte mit seiner Hilfe beim Bau eines Modellstadions maßgeblich zur Vergabe der WM an Katar im Jahr 2010 beigetragen.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image