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Stig Töfting spielte in Deutschland für den Hamburger SV und den MSV Duisburg
Stig Töfting spielte in Deutschland für den Hamburger SV und den MSV Duisburg © Imago
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Der ehemalige HSV-Star Stig Töfting muss als Kind einen schrecklichen Anblick verkraften. Auch als Vater trifft den heute 49-Jährigen ein Schicksalsschlag.

Viele Fußball-Fans kennen Stig Töfting als beinharten Mittelfeldmann, der sich in der dänischen Nationalmannschaft und in der Bundesliga einen Namen gemacht hat.

Mittlerweile arbeitet der ehemalige Profi des Hamburger SV und des MSV Duisburg als Experte im dänischen Fernsehen, vor ein paar Tagen sorgte er mit einem deutlich hörbaren Furz mit anschließendem Lachanfall im TV-Studio in den sozialen Medien für Erheiterung.

Dabei ist das Leben des mittlerweile 49-Jährigen von vielen Schicksalsschlägen geprägt. Darüber sprach Töfting, der in der Saison 2002/03 bei den Bolton Wanderers spielte, offen und ausführlich in einem Interview.

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Im Sommer 1983, als er 13 Jahre alt war, sah er die Leichen seiner Eltern in der eigenen Wohnung. Er sei auf dem Heimweg gewesen und habe ihnen erzählen wollen, dass er mit seinem Team Aarhus am Pokalfinale der Junioren teilnehmen würde.

Töfting hatte "ungutes Gefühl"

Doch als er nach Hause gekommen sei, "hatte ich schon ein ungutes Gefühl", erinnert er sich im Gespräch mit der Daily Mail. Dieses Gefühl hatte ihn nicht getrogen. Es stellte sich heraus, dass sein Vater seine Mutter erschossen und sich dann selbst getötet hatte.

Nach dem Anblick seines toten Vaters und seiner toten Mutter sei Töfting "weinend und schreiend" zu seinem Onkel gelaufen. "Wenn du deine Eltern im Alter von 13 Jahren verlierst, macht das etwas mit dir", sagt Töfting heute. "Ich habe gelernt, mit diesen Erinnerungen zu leben."

Lange Zeit war die öffentliche Version des Dramas, dass seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen seien. Erst 2002, kurz vor der WM, veröffentlichte ein dänisches Magazin die Wahrheit. Der verantwortliche Redakteur wurde sofort gefeuert.

"Ich war mit meiner Frau in Japan und Südkorea, als es öffentlich gemacht wurde. Unsere drei Kinder saßen zu der Zeit mit den Großeltern vor dem Fernseher", erzählt Töfting. "Wir mussten zu Hause anrufen, damit sie die Kinder vom TV wegholten.“

Die Kinder hatten nicht gewusst, was wirklich mit ihren Großeltern väterlicherseits geschehen war.

Töfting verliert drei Wochen alten Sohn

Dieses Schicksal war aber noch nicht das Schlimmste, das Töfting erleiden musste. Auch die viermonatige Gefängnisstrafe, die er wegen Körperverletzung absitzen musste, sei nicht vergleichbar damit gewesen, sein Kind zu verlieren.

"Ich hätte gerne zehn Jahre gesessen, wenn ich dafür das Leben meines Sohnes hätte retten können", sagt Töfting. "Das hatte mir das Herz gebrochen."

Sein Sohn Jon starb schon nach drei Wochen an Meningitis.

Wie er all diese Schicksalsschläge überstanden hat? "Der Fußball hat mich gerettet", sagt Töfting. "Wenn ich auf dem Platz stand, war ich in meiner eigenen Welt. Ich konnte alle schlechten Dinge ausblenden und habe meine Leistungen gebracht."

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