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Wie heute bei Youssoufa Moukoko entstand auch um Lars Ricken in jungen Jahren ein Mega-Hype. Trotzdem will der BVB-Nachwuchskoordinator keine Vergleiche anstellen.

Youssoufa Moukoko ist DAS Wunderkind des deutschen Fußballs!

Der erst 14-jährige Stürmer spielt seit Sommer bereits in der U19 von Borussia Dortmund, obwohl er eigentlich noch zum jüngeren B-Junioren-Jahrgang gehört.

BVB: Moukoko glänzt in der U19

Und auch am ersten Spieltag der U19-Bundesliga West machte Moukoko genau das, wofür er bestimmt ist: Er schießt Tore am Fließband. Beim 9:2-Sieg beim Wuppertaler SV erzielte der Angreifer gleich mal sechs Treffer.

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"Wir werden ihm alle Zeit für nötige Entwicklungen geben", hatte BVB-Nachwuchskoordinator Lars Ricken bereits vor gut einem Jahr im kicker gesagt. "Bevor er 17 ist, kann er nicht bei den Profis spielen. Deshalb muss heute wegen ihm niemand schon Schnappatmung bekommen."

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Die löste Ricken in den 90er Jahren selbst aus. Wie heute bei Moukoko entstand auch um den früheren BVB-Offensivstar ein Megahype, als er 1994 im Alter von nur 17 Jahren sein Bundesliga-Debüt feierte. Gut drei Jahre später avancierte Ricken bereits zur Klub-Legende, als er beim 3:1-Sieg im Champions-League-Finale 1997 das BVB-Tor des Jahrhunderts gegen Juventus Turin erzielte.

Anfangs sei ihm der Hype um seine Person "gar nicht so bewusst" gewesen, erklärte Ricken im Gespräch mit dem aktuellen kicker. "Ich pendelte ständig zwischen Schule und Trainingsplatz. Ich hatte so viel um die Ohren, dass ich den Rummel um meine Person gar nicht als Belastung wahrgenommen habe."

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Ricken sieht andere Situation bei Moukoko

Ricken ist aber weit davon entfernt, Vergleiche mit Moukoko anzustellen. "Die Situation ist insofern eine andere, als dass Youssoufa noch Jugendspieler ist und ich diese Aufmerksamkeit erst erlangte, als ich Profi wurde", meinte der 43-Jährige. "Heute gibt es ganz andere Medien, damals reduzierte sich das auf eine Handvoll, in erster Linie Print."

Moukoko stehe vor allem wegen der sozialen Medien im Scheinwerferlicht. "Bei Youssoufa ist wegen Instagram, Twitter oder Facebook schon jetzt eine extreme Aufmerksamkeit vorhanden. Aber er wird ganz anders begleitet als ich damals", führte Ricken aus.

Der Ex-Nationalspieler sieht den Teenager entsprechend auf den Trubel vorbereitet: "Er scheint das ganz gut zu verkraften. Wenn er aufs Feld geht, zeigt er immer extreme Spielfreude, er hat seine Leichtigkeit nicht verloren und ist auch außerhalb des Platzes immer für einen Spruch gut."

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Rickens früher Ruhm hatte auch seine Schattenseiten. In die Kritik geriet er, als er 1997 in einem Nike-Werbespot mit den Mechanismen des Fußball-Geschäfts abrechnete: "Ich wollte als seriöser, professioneller Spieler wahrgenommen werden", erklärte das BVB-Urgestein.

"Insofern hat mir der Spot geholfen, weil danach ganz anders mit mir umgegangen wurde", fügte Ricken hinzu. "Ich wurde deutlich erwachsener gesehen. Natürlich war damals einiges an Unbekümmertheit und Naivität im Spiel."

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