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Joseph S. Blatter war von 1998 bis 2016 Präsident der FIFA
Joseph S. Blatter war von 1998 bis 2016 Präsident der FIFA © Getty Images
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München - Joseph Blatter verneint, dass es im Zuge der Vergabe der WM 2018 und 2022 zu Bestechungen im großen Stil kommt. Schuld an der Vergabe des Turniers nach Katar sei Frankreich

Der frühere FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hat die Vorwürfe der US-Justiz zurückgewiesen, dass bei der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 führende Funktionäre des Fußball-Weltverbandes FIFA in großem Stil bestochen worden seien.

"Es gab ein Gentlemen's Agreement innerhalb des Exekutivkomitees: die Weltmeisterschaft 2018 an Russland und 2022 an die Vereinigten Staaten", sagte der seit Ende 2015 suspendierte ehemalige Boss des Fußballweltverbandes der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Blatter: "Politische Intervention" sorgte für Katar-Entscheid

Dass die WM 2022 allerdings letztlich nach Katar ging, sei das Ergebnis einer "politischen Intervention auf höchster Ebene", erklärte Blatter und spielte dabei nicht zum ersten Mal auf den ebenfalls seines Amtes enthobenen ehemaligen UEFA-Präsidenten Michel Platini an.

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Blatters Version der Ereignisse zufolge ist das Scheitern der Vereinbarung über die WM-Vergabe 2022 auf die Einmischung der französischen Regierung durch den damaligen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy während eines Mittagessens mit Platini, Katars Emir Tamim Bin Hamad Al Thani und dem damaligen katarischen Premierminister Hamad Ben Jassem im November 2010 zurückzuführen. Dieses Treffen im Elysees-Palat beschäftigt seit geraumer Zeit auch die französische Justiz.

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Der frühere Weltklassespieler Platini, bei der WM-Vergabe Ende 2010 Mitglied des FIFA-Exko, hatte bereits eingeräumt, für Katar gestimmt zu haben. Allerdings habe er diesen Entschluss bereits vor dem Treffen mit Sarkozy und Katars Staatsspitze getroffen, beteuerte Platini stets.

Die FIFA ihrerseits teilte am Dienstag in einer Erklärung knapp mit, dass sie "alle Untersuchungen von kriminellen Fehlverhalten" unterstütze und weiterhin "mit den Justizbehörden zusammenarbeiten" werde.

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