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München - "Memories - Von Anfang bis Legende" heißt die neue Doku über die Karriere von Bastian Schweinsteiger. Der Film gewährt zahlreiche emotionale Einblicke.

Es ist die Zeit der Sport-Dokus - und größer könnte die Vorfreude kaum sein.

Nach "The Last Dance", der zehnteiligen Doku über Basketball-Legende Michael Jordan und die Chicago Bulls, kommt nun einer der besten deutschen Fußballer aller Zeiten auf die Leinwand: Bastian Schweinsteiger.

Weltmeister 2014, 121 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft, achtmal Meister mit dem FC Bayern, siebenmal Pokalsieger, Champions-League-Sieger 2013. Die Karriere von "Schweini", der mit der Zeit zum Weltstar Schweinsteiger aufstieg, hat alles, um einen genialen Sport-Streifen zu zaubern.

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Til Schweiger produziert Schweinsteiger-Film

Als dann mit Til Schweiger einer der größten deutschen Filmproduzenten (u. a. "Keinohrhasen", "Honig im Kopf") der Neuzeit anklopfte, musste der 35-Jährige nicht lange überlegen: "Til ist ein guter Freund, der beste deutsche Filmemacher und für mich die wohl einzige Person, die mir ein gutes Gefühl vermitteln kann, einen Film über meine Karriere zu machen."

Gesagt, getan. In dem 112-minütigen Film "SCHW31NS7EIGER: Memories - Von Anfang bis Legende" wird Schweinsteigers einmalige Karriere von Kindheitstagen an beleuchtet.

Wie es nach den Anfängen beim FV Oberaudorf und TSV 1860 Rosenheim dann zum "großen FC Bayern" ging, trotz eines total verkorksten Probetrainings. Hermann Gerland, Wegbegleiter und einer der Förderer, berichtet deutlich über die "Mängel", die der damals freche Blondschopf mit sich brachte.

Hoeneß, Heynckes, Löw und Co. erinnern sich

Trotz allem biss sich Schweinsteiger durch. Im Jahr 2002 folgte das Bayern-Debüt unter Ottmar Hitzfeld, Anfang 2003 das erste Profi-Tor. Für dessen exzentrischen Jubel es von Uli Hoeneß direkt einen Rüffel gab: "So einen Schmarrn braucht er nicht wieder zu machen."

Der langjährige Bayern- und heutige Ehrenpräsident kommentiert die wichtigsten Szenen der 18-jährigen Laufbahn ebenso wie Kabinennachbar Oliver Kahn, Triple-Trainer Jupp Heynckes, die Bayern- und Nationalmannschaftskollegen Thomas Müller, Lukas Podolski und Miroslav Klose, sowie Bundestrainer Jogi Löw - und natürlich auch Ehefrau Ana Ivanovic darf nicht fehlen.

Die ehemalige Nummer eins der Tennis-Welt verrät den allerersten Satz, den "Basti" jemals zu ihr sagte. Eine (ironische) Abfuhr, die wenig später in der großen Liebe endete.

Vom "Finale dahoam" zum WM-Titel 2014

Sportlich gesehen darf natürlich der schwärzeste Moment in der Karriere des Bastian Schweinsteiger nicht fehlen. Das "Finale dahoam" gegen den FC Chelsea, der entscheidende Fehlschuss im Elfmeterschießen. Während Trainer Heynckes und Präsident Hoeneß - laut Erzählung - quasi in Schockstarre verfielen, berichtet Schweinsteiger eindrucksvoll, was er im Moment der Niederlage fühlte und wie die Wochen danach verliefen.

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Doch das Spiel des Lebens stand bekanntlich knapp zwei Jahre später auf dem Plan. Schweinsteiger, verletzt in die WM 2014 gestartet, quälte sich durch: "Ich konnte am Morgen nach den Spielen kaum laufen."

Doch ausgerechnet ein Basketball-Shootout im Hotel-Innenhof sorgte zwei Tage vor dem großen Endspiel für Optimismus. Der Rest ist Geschichte: Schweinsteiger opferte sich gegen Argentinien über 120 Minuten auf, kassierte einige schwere Treffer, absolvierte die letzten Minuten des dramatischen Finals mit einem blutunterlaufenen Cut unter dem rechten Auge und wurde von Krämpfen geplagt.

Bastian Schweinsteiger wurde nach dem WM-Finale 2014 von seinen Emotionen übermannt
Bastian Schweinsteiger wurde nach dem WM-Finale 2014 von seinen Emotionen übermannt © Getty Images

Produzent Schweiger huldigt diesen Szenen: "Das nennt man Held. Ein Held opfert sich auf."

Private Einblicke in Hochzeit mit Ana Ivanovic

Auch Hoeneß, zur damaligen Zeit im Gefängnis, spricht darüber, wie er das Rio-Endspiel erlebte. Oder besser: nicht erlebte, weil ein Antrag abgelehnt wurde. Warum er trotzdem und wegen eines Interviews von Bastian Schweinsteiger Tränen in den Augen hatte und sagt: "Da hat es mich vom Bett runtergehauen. Eines meiner eindrücklichsten Erlebnisse, das ich je gehabt habe."

Besonders die letzte halbe Stunde des Films überzeugt mit einem Feuerwerk der Emotionen.

Löw, der sich als Schweinsteiger-Fan auf Lebenszeit outet, exklusive und private Einblicke in die Hochzeit 2016 mit Ana in Venedig (Kumpel Felix Neureuther: "Der hat Rotz und Wasser geheult") und die ergreifende Abschiedsrede aus der Kabine von Chicago Fire, bei der Schweinsteiger gleich mehrfach von seinen Gefühlen übermannt wird.

Bewegende Einblicke, die in "SCHW31NS7EIGER: Memories - Von Anfang bis Legende" ab dem 5. Juni bei Amazon Prime bewundert werden können.

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