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Klose ist mittlerweile im Trainerteam von Hansi Flick
Klose ist mittlerweile im Trainerteam von Hansi Flick © FIRO/FIRO/SID
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Tobias Haupt, Leiter der Akademie des DFB, sieht bei der Weichenstellung für die sportliche Zukunft keinen Anlass für große Veränderungen.

Frankfurt/Main (SID) - Tobias Haupt, Leiter der Akademie des deutschen Fußball-Bundes (DFB), sieht bei der Weichenstellung für die sportliche Zukunft keinen Anlass für große Veränderungen. "Wir brauchen keine tiefgreifenden Reformen, wie sie vor 20 Jahren nötig waren, weil wir mit dem deutschen Fußball aktuell gar nicht so weit weg sind von der Weltspitze", sagte der 36-Jährige im Interview mit Spox und Goal.

Dies werde umso deutlicher, wenn man "sich die Leistungen der Bundesligisten auf internationaler Ebene ansieht". Die Lage sei "nicht dramatisch, es gilt aber, unseren Weg weiter konsequent zu gehen". Haupt machte aber deutlich, dass beim Nachwuchs in Jugend-Nationalteams oder Bundesliga-Leistungszentren eine "gewisse Übersättigung" festzustellen sei.

Angesichts des Pensums und des Drucks sei das nicht verwunderlich, wie Haupt erläutert: "Wir sprechen hier von regelmäßigen 14-16-Stunden-Tagen - also dem Doppelten der Arbeitszeit eines 'normalen' Erwachsenen. Dabei Freude am Spiel zu entwickeln und parallel noch als Mensch zu reifen, ist unwahrscheinlich schwierig."

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Beim Thema Trainer-Ausbildung erachtet Haupt den Weg von Bayern Münchens Co-Trainer Miroslav Klose, dessen erste Station die Leitung der Bayern-U17 war, als bemerkenswert. "Ex-Profis fehlen oft sieben bis zehn Jahre Erfahrung im Amateurbereich. Es ist etwas anderes, bei einer U16 einzusteigen - dort Dinge auszuprobieren und auch Fehler zu machen - als direkt bei einem Champions-League-Teilnehmer", sagte Haupt.

Das habe zur Folge, dass "in Deutschland fast 50 Prozent der Ex-Profis frühzeitig bei ihrer ersten Trainerstation entlassen" werden.

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