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Wortpiratin Mara Pfeiffer startet mit SPORT1 den neuen Podcast "Flutlicht an!"
Wortpiratin Mara Pfeiffer startet mit SPORT1 den neuen Podcast "Flutlicht an!" © SPORT1-Grafik/Getty Images/Fotostudio iso25
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Stefanie Fiebrig hat in ihrer Kindheit nichts mit Fußball am Hut. Erst im Studium entdeckt sie den deutschen Volkssport für sich. Dank einer Hausaufgabe.

"Man hat so Geräusche, die nur der Fußball macht."

Geräusche. Die waren tatsächlich für Stefanie Fiebrig der erste Zugang zum Fußball.

Denn die ersten Spiele, die die heute 45-Jährige live im Stadion erlebte, fanden in ihrem Rücken statt. Aber der Reihe nach.

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"Flutlicht an. Im Gespräch mit der Wortpiratin", der neue Podcast auf SPORT1 in dem Journalistin und Autorin Mara Pfeiffer Menschen in den Mittelpunkt stellt, die im schnelllebigen und lauten Fußballgeschäft oft zu wenig im Rampenlicht stehen. 

Fußball-Liebe nicht in die Wiege gelegt

Aufgewachsen ist Fiebrig in einem Dorf, wo es weder einen Fußballplatz gab, noch eine Kirche: keine Religion.

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Mit Sport hatte sie eher über die Schwester etwas am Hut, ihr Vater interessierte sich fürs Boxen und die Formel 1.

Kein Fußball, nirgends - und vielleicht wäre das so geblieben.

In Frankfurt an der Oder jedenfalls, wo sie ihr Jura-Studium absolvierte, begegnete ihr kein Klub, um sich in ihn zu verlieben.

Fotos an der Alten Försterei

Verliebt hat sie sich allerdings auch nicht in ihren Beruf, so zog die Volljuristin weiter nach Berlin.

Für eine Hausaufgabe im zweiten Studium  Kommunikationsdesign an der HTW - waren Porträtfotos gefragt und in solchen Fällen bat Fiebrig ihre Mitbewohnerin vor die Kamera.

Doch trotz cooler Locations fehlte den Bildern etwas und so schlug die Freundin vor: "Wenn du richtige Fotos von mir machen willst, musst du mit zum Fußball."

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Da stand sie nun. Im Block im Stadion an der Alten Försterei, ohne eine Ahnung vom Spiel. "Ich fand das faszinierend." Die ihr unbekannten Geräusche im Rücken, die so greifbaren Emotionen direkt vor ihr. Dazu die ungewöhnliche Situation, mit der Kamera gar nicht wahrgenommen zu werden, weil alle viel zu berauscht sind vom Spiel.

Dieser intensiven Gefühlsgemengelage kann sie sich bald selbst nicht entziehen. "Mich begeistert das immer noch." Und so kommt sie wieder.

"Flutlicht an!" ist der neue Podcast mit Mara Pfeiffer
"Flutlicht an!" ist der neue Podcast mit Mara Pfeiffer © SPORT1-Grafik/Getty Images/Fotostudio iso25

Fiebrig beginnt Blog zu schreiben

Anfangs sei nicht klar gewesen, ob es tatsächlich eine Liebe zum 1. FC Union Berlin würde, erinnert sich die Designerin.

Es ging um den Sport an sich, um ihre Gefühle und Gedanken dazu, die sie bald in einem Blog zu sortieren beginnt. "Textilvergehen" mag, so erzählt sie lachend, in Sachen Marketing nicht die beste Wahl gewesen sein.

Doch Begriffe, die nur in diesem speziellen Kontext – Fußball – Sinn ergeben, faszinieren sie. So wird denn auch ihr Handle in den sozialen Netzwerken: @rudelbildung.

Auszeichnung von Union Berlin

Ihr Blog wächst, Menschen kommen und gehen, längst gehört ein Podcast dazu und die Plattform wird von einem festen Team betrieben, zu dem ihr Mann Sebastian gehört.

Im Jahr 2016 wird die Crew gleich doppelt ausgezeichnet, als Sportblog des Jahres von der Deutschen Akademie für Fußballkultur, deren Mitglied Fiebrig seitdem ist - und mit der Silbernen Ehrennadel ihres Vereins, Union Berlin.

"Das war ein anderes Level von Wow", sagt die gebürtige Brandenburgerin, die sich besonders freut, dass der Verein gerade die kritische Auseinandersetzung der Textilvergehen-Crew mit Union Berlin würdigt.

Eine Leidenschaft für die ganze Familie

Und natürlich ist längst und für alle Zeiten klar, die Liebe betrifft nicht einfach Fußball, sie meint Union Berlin.

Die Liebe teilt sie mit ihrem Mann ebenso wie mit dem jüngeren Sohn (10), der ältere (17) teilt mit dem Papa auch die Liebe zum Fußball ganz allgemein. Große Feiertage wie den Aufstieg verbringen sie am liebsten alle zusammen im Stadion.

In der 1. Liga musste der "Krümi" dann erstmal lernen, dass man im Fußball auch verlieren kann – aktuell lernen sie alle: Distanz in Zeiten von Corona-Fußball.

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Fiebrig entfremdet sich vom Fußball

Ihre eigene Beziehung beschreibt die Unionerin derzeit als "wellenförmig", ohne die Nähe im Stadion sei "alles doof", auch wenn ja niemand etwas dafürkönne: "Ick entfremde mich."

Spieler erkenne sie sonst am Gang, am Bewegungsablauf, nun fehlt das Verhältnis zu allem und das tut weh, zumal Union Berlin ja sonst "mein kleiner Mitmachverein" sei.

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Also suchen Fiebrig und die ihren Ersatzorte für die Fußballsehnsucht - in Podcasts oder Magazinen, in neuen Projekten und Gesprächen.

So lange, bis diese "seltsame Fernbeziehung" vorbei ist und sie das "beste Union-Team, das wir jemals hatten" hoffentlich wieder live im Stadion erleben können. Und die besonderen Geräusche hören, die der Fußball nur hier macht.

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