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München - Eigentlich sollte der FC Bayern den Underdog aus Mexiko im Finale der Klub-WM klar schlagen können. Doch die Tigres haben einen Stürmer, der immer noch sehr gefährlich ist.

Wenn es am heutigen Abend im Education City Stadium von Al-Rayyan um den Titel des Klub-Weltmeisters geht, ist der FC Bayern sicherlich favorisiert. (Klub-WM: FC Bayern - UANL Tigres ab 19 Uhr im LIVETICKER)

Dass es nicht gegen den erwarteten Gegner Palmeiras aus Brasilien geht, sondern gegen Tigres UANL aus dem mexikanischen Monterrey, verstärkt die Favoritenrolle des Champions-League-Siegers nur noch mehr.

Dabei tun die Bayern gut daran, wie ihr Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge sagen würde, die Tiger aus Mittelamerika nicht zu unterschätzen.

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Denn wer den Sieger der Copa Libertadores schlägt, der ist auch gegen den Gewinner der europäischen Königsklasse nicht ganz chancenlos - zumal die Tigres einen der torgefährlichsten Spieler der Welt in ihren Reihen haben.

Gignac ist vor dem Tor brandgefährlich

André-Pierre Gignac sollten die Bayern lieber nicht aus den Augen verlieren. Er gehört zwar mit seinen 35 Jahren nicht mehr zu den schnellsten Stürmern, ist aber vor dem gegnerischen Tor brandgefährlich.

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In Katar führte der Franzose die Tigres im Alleingang ins Finale. Beim 2:1-Sieg gegen Ulsan Hyundai traf er per Doppelpack, und auch gegen Palmeiras im Halbfinale erzielte er das Goldene Tor für sein Team.

Damit hat er nicht nur sämtliche Treffer seiner Mannschaft bei der Klub-WM markiert, sondern steht mit drei Toren sogar um ein Tor besser da als Weltfußballer Robert Lewandowski von den Bayern. Welcher Stürmer kann das in diesen Tagen von sich schon behaupten?

Neuer: "Wir müssen ihn raushalten"

Bayern-Torwart Manuel Neuer weiß jedenfalls schon, was da auf ihn und seine Vorderleute zukommen dürfte. "Wir müssen ihn aus dem Strafraum raushalten und verhindern, dass Tigres die Chancen bekommt", sagte der deutsche Nationalkeeper.

Einfach wird das nicht. Denn Gignac ist seit mittlerweile 15 Jahren in den Strafräumen der Gegner zu Hause. Sein Aufstieg begann beim FC Toulouse, wo er schon als 23-Jähriger Torschützenkönig der Ligue 1 wurde, später wechselte er zu Olympique Marseille.

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Mit OM traf er auch schon einmal auf die Bayern. Damals - im Viertelfinale der Champions League vor fast neun Jahren - kam er allerdings nur im Rückspiel 16 Minuten lang zum Einsatz. Marseille unterlag zweimal mit 0:2.

Trotz seiner vielen Treffer in seiner Zeit in Frankreich lernte er dort auch die Schattenseiten des Profi-Geschäfts kennen. Wegen seines doch etwas fülligeren Körpers wurde er für die Fans der gegnerischen Mannschaften zum Gespött. Nicht selten veralberten sie ihn mit dem Song "Ein Big Mac für Gignac".

2015 im besten Fußballeralter von 29 Jahren zog er weg aus seiner Heimat, ganz weit weg. Er heuerte in Mexiko an und unterschrieb bei den Tigres.

Eine Entscheidung, die damals nicht alle verstanden haben. Schließlich soll nicht nur Borussia Dortmund, sondern sogar der große FC Barcelona an Gignac interessiert gewesen sein.

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Gignac ist nun ein "Bonbon" statt ein "Big Mac"

Seinen Entschluss dürfte der heute 35-Jährige freilich nie bereut haben, genauso wenig wie die Tigres. Zweimal wurde er schon Torschützenkönig in Mexiko, einmal sogar in der Champions League von Nord- und Mittelamerika.

"Ich bin hergekommen, um die Liga und die Libertadores zu gewinnen", sagte Gignac bei seiner Ankunft in Tigres, behielt Wort und zementierte seinen Legendenstatus bei den Tigres-Ultras Libres y Lokos.

Und von "Big Mac" spricht auch keiner mehr. Im Gegenteil! "Vor allem die weiblichen mexikanischen Fans nennen ihn 'el Bombón', weil sie ihn so attraktiv finden", schrieb neulich die Berliner Zeitung.

Jetzt fehlt den Mexikanern und ihrem Franzosen nur noch ein Schritt zur Krönung. Die Tigres sind der erste Verein aus Mexiko, der es ins Finale einer Klub-WM geschafft hat. Da ist es nur logisch, dass sie den letzten Schritt auch noch gehen wollen.

"Wir sind hierher gekommen, um Geschichte zu schreiben. Und das wollen wir weiterhin tun", sagte Gignac. Die Bayern sollten gewarnt sein.

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