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München - Borussia Dortmund ist ohne die Champions League zu klein für Erling Haaland. Für den Stürmer wird es Zeit für den nächsten Karriereschritt. Der BVB muss nicht jammern.

Es war doch klar: Umso besser Erling Haaland beim BVB einschlägt, desto größer wird der Hype um den neuen Superstar des europäischen Fußballs.

Niemand sollte sich aufregen, dass Haaland gehandelt und angeboten wird wie eine Ware - er ist eine Ware, im Geschäft Profifußball.

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Wegen Haaland: Guardiola stichelt in Richtung Dortmund

Der BVB, ja an der Börse notiert, hat den Norweger Ende 2019 nicht für etwa 20 Millionen Euro Ablöse gekauft, um ihm die Stadt Dortmund zu zeigen, sondern um mit ihm Geld zu verdienen. Am besten viel.

Und weil es, bei allen Claims wie "Echte Liebe" und allem schwarzgelben Herzblut, das durch Borussia Dortmunds Adern nach wie vor fließt, aber zuallererst ein Geschäft ist, sollte allen klar sein, dass es nun um den bestmöglichen Zeitpunkt geht, die Handelsbeziehung zwischen BVB- und Haaland-Seite wieder zu beenden. Es sind wahnsinnige Renditen drin.

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Der Spielerseite, bestehend aus Tormaschine Erling Haaland, seinem Vater Alfie und dem umstrittenen Superstar-Berater Mino Raiola, geht es einzig um die Karriereplanung - gepaart mit einem möglichst hohen Einkommen. Salzburg verließen sie mitten in der Saison, nach Besuchen bei mehreren Top-Klubs entschied sich "Team Haaland" für das beste Angebot, den Schritt zum BVB.

Interessant, was seit einigen Wochen immer lauter in der Branche erzählt wird: Nicht nur Haaland soll beim BVB das beste finanzielle Angebot erhalten haben, sondern auch Berater Raiola. Pep Guardiola stichelte in der Daily Mail, pünktlich zum Duell in der Champions League, in Richtung der Dortmunder: "Sie haben viel Geld für junge Spieler ausgegeben und viel Geld an Agenten gezahlt, um genau diese Spieler zu holen."

Der BVB macht seit Jahren Geschäfte mit Raiola

In die gleiche Kerbe schlägt Spielerberater Stefan Backs, der in einem Blog-Beitrag auf seiner Agenturseite u.a. über "Mino Raiolas Masche" schreibt:

Sein "dreistes Auftreten wäre nicht möglich, wenn die Klubs auf der Jagd nach den größten Talenten nicht alle Hemmungen fallen lassen würden", urteilt Backs, "so macht Borussia Dortmund schon seit Jahren Geschäfte mit Raiola. Neben Haaland berät der gewichtige Italiener auch derzeit weitere BVB-Talente."

Backs, unter anderem Berater von Bayerns Ersatztorwart Alexander Nübel: "Zudem zahlt Dortmund auch im internationalen Vergleich großzügige Berater-Provisionen, um sich seine Top-Talente zu sichern. Das lockt automatisch Typen wie Raiola an."

Darüber beschweren, dass Raiola und Spielervater Alfie zuletzt für erste Vorgespräche mögliche neue Arbeitgeber besuchten und Interessenslagen ausloteten, sollte sich in Dortmund keiner. Sie kennen das Geschäft. Haaland ist nach eineinhalb Jahren beim BVB eine Klasse für sich.

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Der BVB ohne Champions League ist zu klein für Haaland

Eine weitere Saison, gerade ohne Champions League, wonach es im Moment aussieht, wäre für die norwegische Ausnahmeerscheinung ein verschenktes Jahr. Länger beim BVB zu bleiben, könnte für ihn Stagnation bedeuten. (Die Tabelle der Bundesliga)

Haalands einzige Messlatte, das hat er in Dortmund unter Beweis gestellt, müssen die Allerbesten sein. Ein BVB ohne Champions League ist zu klein für ihn.

Es ging schnell, doch die Zeit für den nächsten Schritt ist bei Haaland gekommen. Und wenn am Ende alle kräftig verdienen daran, ist der Transfer-Deal auch voll aufgegangen. Und war am Ende, so ist der Fußball da oben, wahrscheinlich mehr Wert als ein paar Punkte in der Tabelle.

Tobias Holtkamp, der Autor dieses Textes, war in der Chefredaktion von Sport Bild und Chefredakteur von transfermarkt.de. Heute berät er Sportler und Marken in ihrer inhaltlichen und strategischen Ausrichtung. Für SPORT1 schreibt Holtkamp als Kolumnist die wöchentliche "Bundesliga-Kolumne".

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