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Fans des Chemnitzer FC protestieren für den entlassenen Daniel Frahn
Fans des Chemnitzer FC protestieren für den entlassenen Daniel Frahn © Getty Images
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Die Rassismus-Problematik beim Drittligisten Chemnitzer FC beschäftigt längst den DFB. Der Verband sieht auch die Politik vor Ort gefordert, einzugreifen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat anlässlich der anhaltenden Rassismus-Problematik beim Chemnitzer FC auch die Politik zu einem größeren Engagement aufgerufen.

"Wir alle müssen gemeinsam für Menschlichkeit und gegen Diskriminierung eintreten: Verbände, Vereine, Fans, Spieler. Auch die Hilfe und Unterstützung der Politik sind enorm wichtig, denn es geht hierbei um ein gesellschaftliches Thema", sagte der 1. DFB-Vizepräsident Rainer Koch dem SID.

Zuletzt hatten sich bereits Verantwortliche des Drittligisten beklagt, dass die Politik vor Ort zu wenig gegen rechtsextremistische Kräfte unternehme.

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Nach der Entlassung des Spielers Daniel Frahn wegen zu großer Nähe zur rechtsextremistischen Szene hatte CFC-Sportdirektor Thomas Sobotzik gesagt: "Im Chemnitz und im Umland hatte sich nur die AfD öffentlich geäußert, sonst niemand. Das hat mich gestört und finde ich sehr schade."

Chemnitzer Stadtrat übt Kritik

Lars Fassmann, Chemnitzer Stadtrat und Kenner des CFC, sah das ähnlich. "Viel zu zögerlich" sei die Reaktion der Politik, sagte Fassmann bei ZEIT online. Bis vor kurzem sei die Präsenz der Chemnitzer Hooliganszene in der Stadtgesellschaft "normal" gewesen. Frahn sei nur ein Bauernopfer.

"Die Leute, die es wirklich verbockt haben, die was ändern könnten, die werden nicht zur Rechenschaft gezogen", so Fassmann.

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Vielleicht hat die Zurückhaltung der Politik aber auch mit den Landtagswahlen am Sonntag in Sachsen zu tun. Erfahrungsgemäß halten sich Politiker kurz vor Wahlen auch gerne mal mit Aussagen zurück, um mögliche Wähler nicht zu verprellen.

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Der DFB unterstützt nach eigener Darstellung den Klub dabei, sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus zu positionieren. Im Zuge der Auflagen wurde ein Anti-Rassismus-Beauftragter eingesetzt.

Dennoch spricht auch der Dachverband von einer schwierigen Lage: "Die Problemstellungen rund um den Chemnitzer FC sind komplex und kaum kurzfristig zu lösen."

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