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München - Dynamo Dresden findet sich mit dem Abstieg nicht ab und will bei der DFL eine Team-Aufstockung in der 2. Bundesliga erwirken - mit geringen Erfolgsaussichten.

Dynamo Dresden hat den verpassten Klassenerhalt in der 2. Bundesliga offenbar noch immer nicht akzeptiert.

Wie die Bild berichtet, fordern die Sachsen nun eine Aufstockung der bisher 18 Mannschaften im Fußball-Unterhaus. Erste Gespräche mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) habe es hierzu gegeben, heißt es weiter. Dynamo-Geschäftsführer Michael Born und Sportchef Ralf Becker sollen sich bereits mit Liga-Vertretern in Frankfurt getroffen haben.

Der Klub bestätigte am Dienstag dem SID, dass der Verbleib in der Liga weiterhin geprüft werde. Das habe man aber schon vor drei Wochen bei der Vorstellung von Geschäftsführer Ralf Becker angekündigt. Über weitere Einzelheiten wollte Dynamo keine Angaben machen.

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Hintergrund dem Bericht zufolge: Die Dresdner fühlten sich benachteiligt und sähen einen gravierenden Wettbewerbsnachteil, weil sie infolge mehrerer Corona-Fälle binnen 28 Tagen neun Spiele absolvieren mussten.

Dynamo hatte hierzu für die Erstellung eines entsprechenden Gutachtens kürzlich auch eine Anwaltskanzlei in Stellung gebracht, wie Becker bestätigte.

Dynamo lässt Gutachten erstellen

Geprüft werden soll dabei, ob die Abstiegsregelung in der abgelaufenen Saison ausgesetzt werden könnte - oder dem Klub aufgrund eines Wettbewerbsnachteils zumindest Schadenersatz zusteht.

Die Erfolgsaussichten des Schlusslichts mit ihrem Vorstoß bei der DFL, die von den Dresdnern nun offenbar konkrete Vorschläge erwartet, sind allerdings gering: Eine Team-Aufstockung würde einen noch schwierigeren Terminkalender sowie weniger TV-Einnahmen für die einzelnen Klubs nach sich ziehen. 

Unklar ist zudem, ob Dynamo - inzwischen nicht mehr DFL-Mitglied nach dem verpassten Liga-Verbleib - einen Antrag auf Aufstockung überhaupt stellen darf.

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Becker spricht von Solidarität, Löwe wütet

Becker hatte via Sport Bild unlängst erklärt, eine Aussetzung des Abstiegs wäre nicht nur die gerechteste Lösung, sondern als "solidarische Botschaft" auch ein "großer Imagegewinn" für die DFL. "Das würde zeigen, dass sich alle Vereine zu Recht für eine Saison-Fortsetzung ohne egoistische Überlegungen ausgesprochen haben", so der Sportchef.

Zuvor hatte Chris Löwe mit harscher Kritik an DFL-Boss Christian Seifert für Aufsehen gesorgt.

"Wir sind die, die den verf***  Preis bezahlen für den ganzen Scheiß", wütete Dynamos Verteidiger nach der 0:2-Niederlage in Kiel. Löwe legte nach, dass die Dresdner "das einzige Team in Deutschland und wahrscheinlich auch Europa waren, das vor ihrem Neustart in Heim-Quarantäne war - also nicht in der Lage waren zu laufen, nur Fahrrad gefahren sind und dadurch die körperlichen Voraussetzungen auch noch mal ganz andere waren".

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