vergrößernverkleinern
© SPORT1-GRafik Paul Hänel/getty
Lesedauer: 4 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - Mit dem FC Ingolstadt stellt sich ein angriffslustiger Debütant in der Bundesliga vor. Das Ziel kann nur der Klassenerhalt sein - trotz Tempofußball und Teamgeist.

Am 14. August startet die Bundesliga in ihre 53. Saison. (SERVICE: Der Spielplan)

SPORT1 nimmt in der Serie "Bundesliga - der Countdown" alle 18 Teams genau unter die Lupe und gibt eine Prognose ab.

Im 2. Teil geht es weiter mit Zweitligameister FC Ingolstadt.

Anzeige
  • Das ist neu

Erstklassiger Fußball und die damit verbunden Ansprüche, vor allem sportlich. Den Verein gibt es erst seit 2004, er entstand aus MTV und ESV Ingolstadt. Seit 2008 spielte er - mit einem Jahr Unterbrechung nach dem Abstieg 2009 - in Liga zwei.

FC Ingolstadt v RB Leipzig  - 2. Bundesliga
FC Ingolstadt v RB Leipzig - 2. Bundesliga © Getty Images

"Wir freuen uns auf die großen Stadien und einige der besten Mannschaften Europas", sagt Marvin Matip.

Auf dem Transfermarkt hat der Verein bisher rund 3,2 Millionen Euro ausgegeben - etwa ein Zehntel vom Preis eines Douglas Costa. Neu sind der norwegische Torwart Örjan Nyland (1 Million Euro, Molde FK),  Stürmer Elias Kachunga (1,5 Millionen, SC Paderborn), Außenverteidiger Markus Suttner (700 000, Austria Wien) und Innenverteidiger Romain Bregerie (ablösefrei, SV Darmstadt 98).

  • Spieler im Fokus

Pascal Groß ist der wichtigste Mann im Mittelfeld - er muss sich nun mit Gegenspielern bis hin zu einem Format von Arturo Vidal messen. Der australische Nationalspieler Matthew Leckie steht ihm als wichtige Offensivkraft zur Seite.

Bisher warb Audi auf dem Trikot der Ingolstädter
Bisher warb Audi auf dem Trikot der Ingolstädter © Getty Images

Stefan Lex und Lukas Hinterseer haben beide in der Aufstiegssaison neun Tore geschossen - sie müssen beweisen, dass sie auch in der Bundesliga regelmäßig treffen können.

In der Defensive hängt viel von den beiden brasilianischen Dauerläufern Roger und Danilo Soares, derzeit noch verletzt, ab. 

Sie bekamen in der Zweiten Liga die meisten Einsatzminuten in der Ingolstädter Abwehr.

  • Saisonziel

Das klassische Vokabular eines Bundesliga-Aufsteigers haben die Spieler des FC Ingolstadt verinnerlicht. "Wir freuen uns auf jedes Spiel und wollen uns gut präsentieren", sagt Bregerie etwa. Und Marvin Matip erklärt: "Ich bin optimistisch, dass wir den einen oder anderen ärgern können."

Demut, so viel wie notwendig und Selbstbewusstsein, so viel wie möglich. Das ist die Herangehensweise für die erste Bundesliga-Saison, in der die "Schanzer" den Abstieg mit allen Mitteln vermeiden wollen.

Ralph Hasenhüttl (l.) stieg 2012 mit dem VfR Aalen in die Zweite Liga auf
Ralph Hasenhüttl (l.) stieg 2012 mit dem VfR Aalen in die Zweite Liga auf © Getty Images

Trainer Ralph Hasenhüttl macht sich und seiner Mannschaft Mut: "Wir haben einen Top-Kader, klein und eingeschworen. Das soll unser Erfolgsgeheimnis sein", sagt der Österreicher.

Ihm zur Seite steht mit Champions-League-Sieger Michael Henke einer der profiliertesten Assistenztrainer in Deutschland, ein Plus an der Seitenlinie. "Wir werden ohne Angst in die neue Saison gehen", sagt Hasenhüttl.

Auch ein Ziel in Ingolstadt: Noch mehr Fans finden und an den Verein binden. Auch wenn die Zweitliga-Meisterschaft mit 10.000 Fans wild gefeiert wurde: Noch ist der Verein nicht vollends in der Stadt verankert. Mit im Schnitt 9.932 Zuschauern war der Audi-Sportpark (15.000 Plätze) in der vergangenen Saison nicht mal zu zwei Dritteln gefüllt.

  • Das muss sich ändern

Tatsächlich sollte und darf sich eher wenig ändern, will Ingolstadt eine Chance haben, die Liga zu halten - gerade was das Spielsystem betrifft.

Hasenhüttl lässt extrem früh attackieren, seine Spieler vor allem rennen, rennen, rennen. In der Zweiten Liga erzeugten sie so großen Druck auf den Gegner. Das muss zumindest gegen die schwächeren Erstliga-Teams ebenfalls gelingen.

"Wir haben eine junge, hungrige Mannschaft", sagt Hinterseer. "Mit unserer Spielweise können wir für Furore sorgen."

SPORT1-Prognose

Innerhalb der ersten vier Spieltage stehen mit Augsburg, Wolfsburg und Dortmund drei Gegner auf dem Plan, die international spielen. Wie Ingolstadt hier besteht, wird maßgeblich das Klima der weiteren Saison bestimmen.

Sollten die stärkeren und ballsicheren Bundesliga-Gegner den Ingolstädter Druck einfach abschütteln, wird sich das auch in den Köpfen der Spieler festsetzen.

Der FC Ingolstadt wird vom ersten Spieltag an gegen den Abstieg kämpfen. "Ob wir stark genug sind, kann ich dann im Mai beantworten", sagt Hasenhüttl.

Hier geht es zu den anderen Bundesliga-Vorschauen:

Darmstadt 98

FC Ingolstadt

Hamburger SV

Nächste Artikel
previous article imagenext article image