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Hamburg - Die vergangene Saison würde der HSV am liebsten schnell vergessen. Wieder gelang nur knapp der Klassenerhalt. Dieses Mal dürfte es besser laufen - aber nur ein bisschen.

Von Clemens Gerlach

Am 14. August startet die Bundesliga in ihre 53. Saison. (SERVICE: Der Spielplan)

SPORT1 nimmt in der Serie "Bundesliga - der Countdown" alle 18 Teams genau unter die Lupe und gibt eine Prognose ab.

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Das dritte Team in unserem Bundesliga-Check: der Hamburger SV.

  • Das ist neu

Einen Neuanfang haben die HSV-Bosse x-mal versprochen. Wirklich vorangekommen sind sie beim "Aufbau Nord" nicht.

Zweimal nacheinander retteten sich die Hamburger mit sehr viel Glück in die und in der Relegation. Wenn das Neue also noch auf sich warten lässt, so gibt es zumindest beim Abbau der Altlasten Fortschritte. Überbezahlte Routiniers wie Rafael van der Vaart, Marcell Jansen, Heiko Westermann und Valon Behrami sind von der Gehaltsliste runter.

Die neuen Kicker, unter anderem Sven Schipplock, Albin Ekdal oder Michael Gregoritsch, sind solide (auch finanziell).

Der ehemalige HSV-Profi William "Jimmy" Hartwig kann den Transfers dennoch nichts abgewinnen: Der HSV habe nur "Wischiwaschi-Spieler" geholt. Nichts zu meckern hat er daran, dass traditionsbewusst wieder im Volksparkstadion gespielt wird. Die Zeiten der Sponsorennamen-Arena sind vorbei.

  • Spieler im Fokus

Das Hauptproblem des HSV-Teams war eine fehlende Hierarchie.

Umstrittene Personalie: HSV-Neuzugang Emir Spahic ist bei Bayer Leverkusen in Ungnade gefallen.
Umstrittene Personalie: HSV-Neuzugang Emir Spahic ist bei Bayer Leverkusen in Ungnade gefallen. © Getty Images

Es gab keinen Spieler, der in puncto Leistung und Mentalität so stark war, dass er die anderen mitreißen konnte. Valon Behrami taugte nicht zum Anführer, auch wenn Ex-Trainer Josef "Joe" Zinnbauer den Schweizer zum "aggressive leader" stilisiert hatte.

Nun hat der HSV in Emir Spahic einen noch umstritteneren Spieler geholt, der für Orientierung sorgen soll. Der Bosnier ist unberechenbar. Spahic wurde in Leverkusen gefeuert, weil er einem Bayer-Ordner einen Kopfstoß verpasst hatte.

Gegen den bald 35-Jährigen, der vom DFB drei Monate gesperrt wurde, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen schwerer Körperverletzung.

In seiner nicht einmal zwei Spielzeiten währenden Zugehörigkeit zur Werkself flog der Innenverteidiger vier Mal vom Platz.

Spahic ist mindestens eine riskante Wahl.

Ansonsten steht die teuer entlohnte, aber weitgehend wirkungslose HSV-Offensive der vergangenen Saison unter verstärkter Beobachtung: Lewis Holtby, Ivica Olic und Pierre-Michel Lasogga müssen Leistung bringen - sonst landen sie dauerhaft auf der Bank.

  • Saisonziel

Trainer Bruno Labbadia hält sich mit öffentlichen Festlegungen zurück. "Es macht keinen Sinn zu sagen, was unser Ziel ist."

Sportdirektor Peter Knäbel sagt: "Für mich gilt Zuversicht statt Skepsis."

Kraftvoll äußert sich der Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer: "Wir wollen eine Saison, in der wir mit Leistung ans Limit und darüber hinausgehen."

Vielleicht sollte der HSV versuchen, zum dritten Mal nacheinander die Relegation zu erreichen. Das hat bislang noch kein deutscher Klub geschafft.

  • Das muss sich ändern

Der HSV muss Fußball spielen. Die Darbietungen sind seit Jahren nur schwer bis gar nicht zu ertragen.

Vergangene Saison waren die Hamburger noch hinter den Absteigern Freiburg und Paderborn die spielerisch schwächste Erstligatruppe. Vor allem der Angriff war harmlos (25 Treffer in 34 Spielen).

Auch deshalb investierte der unter hohen Verbindlichkeiten ächzende HSV fast zehn Millionen Euro in weitere Offensivspieler. Die namhaften Einkäufe der Vorsaison (Lewis Holtby, Ivica Olic und Nicolai Müller) enttäuschten bislang.

Bezüglich der Trainer wäre es zielführend, wenn Kontinuität auch tatsächlich gelebt würde. Vergangene Saison hatte der HSV vier Chefcoaches.

  • SPORT1-Prognose

Die Mannschaft des HSV ist besser (zusammengestellt) als in der vorigen Spielzeit.

Einen großen Sprung nach oben wird es dennoch nicht geben. Der HSV landet auf den Plätzen 13 bis 15.

Hier geht es zu den anderen Bundesliga-Vorschauen:

Darmstadt 98

FC Ingolstadt

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