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Stuttgart - Nach 41 Jahren Bundesliga steht der VfB Stuttgart dicht vor dem Abstieg. Einige Zuschauer stürmen den Rasen und bedrängen Kevin Großkreutz. Mainz kann für Europa planen.

Angesichts des drohenden Abstiegs liegen beim VfB Stuttgart die Nerven blank.

Direkt nach dem Schlusspfiff, der die 1:3-Niederlage gegen Mainz 05 besiegelte, stürmten verschiedene Fan-Gruppen den Rasen des Stadions und nahmen die Spieler des VfB ins Visier.

Anschließend entwickelten sich Tumulte, in deren Zentrum Kevin Großkreutz stand. Der Defensivspieler stellte sich zusammen mit Kapitän Christian Gentner den wütenden Chaoten und wurde mit Sprechchören gefeiert: "Außer Kevin könnt ihr alle gehen." Die Verantwortlichen traf dagegen die Wut. "Vorstand raus", riefen die Fans. Zwischenzeitlich standen etwa 1000 Leute auf dem Rasen.

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Tränen bei Großkreutz

Großkreutz selbst äußerte sich tief erschüttert über die Situation. "Ich kann die Fans verstehen. Wir sind verantwortlich dafür. Es tut mir leid für die Fans", sagte Großkreutz mit gebrochener Stimme und Tränen in den Augen bei Sky

Zuvor mussten beide Mannschaften unter Sicherheitsschutz in die Kabine begleitet werden. Die Mannschaft des VfB kam nach einigen Minuten wieder aus der Kabine und stellte sich ebenfalls der aufgebrachten Menge.

Nach einer erschreckend schwachen Vorstellung rückte für den VfB der zweite Abstieg nach 1975 immer näher. Nach der fünften Pleite in Serie kann sich das Team von Jürgen Kramny aus eigener Kraft nicht mehr retten. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

© SPORT1

VfB muss in Wolfsburg gewinnen

Am letzten Spieltag ist ein Sieg in Wolfsburg für die Schwaben Pflicht, sie müssen aber zudem auf die Konkurrenz hoffen. Mainz ist dagegen die Qualifikation für die Europa League nicht mehr zu nehmen. (DATEN: Die Tabelle)

"Für uns ist das natürlich eine brutale Geschichte, sehr, sehr bitter. Wir sind gut reingekommen, danach waren wir eine Phase gut dabei. Beim 1:1 hatten wir keine Zuordnung. Das hat Wirkung gezeigt", sagte VfB-Trainer Kramny.

VfB-Kapitän Gentner brachte den VfB, der nun bereits zum achten Mal in Folge sieglos blieb,  bereits in der 6. Minute in Führung. Yunus Malli glich in der 37. Minute aus. Jhon Cordoba gelang für die Gäste das 2:1 (54.). Karim Onisiwo erhöhte auf 3:1 (77.). Mainz musste nicht einmal glänzen, um den harmlosen und biederen VfB in Schach zu halten. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan)

Die Highlights des 33. Spieltags gibt es am Sonntag um 9.15 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1.

Langerak im Tor

Kramny probierte es nach dem 2:6 in Bremen diesmal im Tor mit Mitch Langerak. Zudem tauschte er die komplette Viererkette aus. Auch Weltmeister Kevin Großkreutz kehrte nach wochenlanger Verletzungspause zurück.

Zunächst hatte der VfB viel Glück, nicht schon nach 25 Sekunden in Rückstand zu geraten. Malli hob den Ball nach einem Fehler des VfB über Langerak hinweg, aber auch um Zentimeter am Tor vorbei.

Stuttgart sortierte sich schnell. So lenkte Gentner einen Schuss von Philipp Heise, der sein Startelfdebüt feierte, zur Führung ab. Kurz darauf hätten die Gastgeber sogar erhöhen können, doch das Abspiel von Filip Kostic auf den völlig freistehenden Daniel Didavi konnte Giulio Donato jedoch gerade noch abblocken.

VfB stellt Offensive ein

Danach stellte der VfB jedoch seine Offensivbemühungen bis auf einen Schuss von Lukas Rupp (36.), den Christian Bungert von der Linie kratzte, bis zur Pause weitgehend ein. Mainz hatte fortan mehr vom Spiel, konnte die Freiräume zunächst aber nicht nutzen - bis sich Karim Onisiwo durchsetzte und Malli dessen Hereingabe aus kurzer Distanz verwerten konnte.

Danach parierte Langerak in Klassemanier gegen Stefan Bell und Cordoba. Zudem traf Bell nur den Pfosten. Der VfB wackelte bedenklich - rettete sich aber in die Pause. 

Nach dem Wechsel war es dann aber soweit. Fabian Frei ließ Großkreutz und Co. ganz alt aussehen. Cordoba verwandelte per Kopf aus kurzer Distanz. Der VfB verstärkte seine Bemühungen, es fehlten aber die Mittel. Mainz scheiterte dagegen bei einigen Kontern am starken Langerak, ehe Onisiwo freigespielt von Cordoba alles klar.

 

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