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Eintracht Frankfurt v Werder Bremen - Bundesliga
Eintracht Frankfurt v Werder Bremen - Bundesliga © Getty Images
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Am letzten Spieltag kämpfen drei Traditionsvereine um den Klassenverbleib. Werder Bremen, Eintracht Frankfurt und VfB Stuttgart können absteigen - so ist die Konstellation.

Ein "Endspiel" und ein Trauerspiel: Der Showdown im Keller wird zu einem Dreikampf der Traditionsvereine. Werder Bremen und Eintracht Frankfurt haben den Klassenverbleib im direkten Duell am Samstag (ab 15.00 Uhr LIVE auf unserem Sportradio SPORT1.fm und im TICKER) selbst in der Hand, der schwer angeschlagene VfB Stuttgart steht mit eineinhalb Beinen in der 2. Liga.

Schon vor dem letzten Spieltag steht fest, dass einstiger Ruhm nicht vor dem Abstieg schützt: Die drei Klubs vereinen 10 Meisterschaften, 13 DFB-Pokal-Siege und 2 Europacup-Triumphe auf sich.

Eintracht Frankfurt mit guter Ausgangslage

Die besten Karten halten die Frankfurter in den Händen. Ein Remis in Bremen (35 Punkte) würde den Hessen (36) zum Klassenerhalt reichen. Und selbst bei einer Niederlage könnte die Eintracht wohl darauf hoffen, sich über den Umweg der Relegation zu retten.

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Schließlich müsste der VfB (33) beim VfL Wolfsburg gewinnen und dabei sechs Tore aufholen, um Frankfurt direkt in die 2. Liga zu schicken.

"Wir sind auf einem sehr guten Weg, wir haben alles in unserer Hand", sagte Coach Niko Kovac nach dem 1:0 (1:0) der Eintracht (eine Meisterschaft, vier Pokalsiege, ein Europacup-Erfolg) gegen Borussia Dortmund: "Die letzte Schlacht muss noch geschlagen werden. Aber die Mannschaft zeigt so viel Leidenschaft - damit können wir es schaffen."

Bruchhagen: "Größte Gefahr gebannt"

Auch der scheidende Vorstandsboss Heribert Bruchhagen glaubt nach dem dritten Sieg in Folge wieder daran, dass der fünfte Abstieg der Klubgeschichte vermieden werden kann. "Die größte Gefahr ist nun gebannt", äußerte Bruchhagen: "Wir haben schon viel mehr erreicht, als wir vor Wochen noch zu träumen gewagt hatten."

Zuversicht versprühten allerdings auch die Bremer (vier Meisterschaften, sechs Pokalsiege, ein Europacup-Erfolg) trotz der Nullnummer beim 1. FC Köln. Die Nummer zwei der ewigen Tabelle demonstrierte Gelassenheit. So soll der zweite Abstieg nach 1980 vermieden werden.

Bremen setzt auf starke Nerven

"Wir haben alles in der eigenen Hand, das ist ein gutes Gefühl", sagte Manager Thomas Eichin: "Das wird zwar ein Kopf- und Nervenspiel, aber wir haben keine Sorgen, dass der Kopf verrücktspielt. Druck ist für uns nichts Neues." 

Auch Trainer Viktor Skripnik ließ sich nichts anmerken: "Wir müssen gewinnen, dann ist alles okay." Torhüter Felix Wiedwald plagen vor dem Duell mit seinem Ex-Klub keine Zweifel: "Wer mehr Angst hat, wird verlieren. Wir haben keine."

Das sieht beim VfB (fünf Meisterschaften, drei Pokalsiege) ganz anders aus. Bei den Schwaben liegen angesichts des drohenden zweiten Abstiegs nach 1975 die Nerven blank.

Was sich nach dem 1:3 (1:1) gegen den FSV Mainz 05 abspielte, war der vorläufige Tiefpunkt der Talfahrt.

Hunderte teils vermummte Fans stürmten den Platz und attackierten die Spieler, die entsetzten Profis mussten von Sicherheitskräften erst in die Katakomben und dann aus dem Stadion begleitet werden. Noch lange nach Spielschluss gelang es Kapitän Christian Gentner nicht, den aufgebrachten Mob zu beruhigen.

Stuttgart hält an Kramny fest

Am Sonntag bekannte sich Sportdirektor Robin Dutt zu seinem Chefcoach. "Es ist wichtig, dass wir nach den Geschehnissen des Spieltags als Einheit, natürlich auch mit Jürgen, gemeinsam diesen Schritt gehen", sagte Dutt am Sonntag.

Als Tabellenvorletzter hat der VfB nur noch geringe Aussichten auf die Rettung, doch "es geht jetzt nicht nur um die theoretische Chance, es geht auch um Anstand und Ehre", betonte der Sportdirektor, der Verständnis für den Platzsturm nach der Partie zeigte.

Die Wut und Enttäuschung der Fans sei "unglaublich groß. Das muss man verstehen. Dass manche in der Enttäuschung über das Ziel hinausschießen, muss man so akzeptieren“, meinte Dutt.

Der völlig geknickte Kramny hatte am Samstag trotz seiner Durchhalteparolen ("Aufgeben gibt es nicht") nicht den Eindruck gemacht, dass er noch an einen guten Ausgang glaubt.

Ein Abstieg der Schwaben hätte massive Auswirkungen. Der ehemalige DFB-Sportdirektor Dutt, mit großen Ambitionen vor eineinhalb Jahren angetreten, dürfte dann ebenso vor dem Aus stehen wie Kramny. Auch in der teuren Mannschaft dürfte viele Veränderungen geben.

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