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Mönchengladbach - Max Eberl stellt sich eisern vor seinen Trainer Andre Schubert. Doch zum Auftakt der Wochen der Wahrheit geht es in der Königsklasse ausgerechnet zum FC Barcelona.

Hin und wieder kommen selbst die großen Spiele zur Unzeit.

Champions League. Fußballfeste. Das Konzert der Großen. Und dann auch noch der FC Barcelona. Besser geht es kaum.

Doch für Borussia Mönchengladbach ist das letzte Gruppenspiel am Dienstag (alle Infos ab 20 Uhr im Fantalk im TV auf SPORT1LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) bei den Katalanen der Auftakt zu den Wochen der Wahrheit.

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Klar: Sportlich ist das Wesentliche entschieden, Barca ist Gruppensieger, Gladbach für die Europa League qualifiziert, sollte aber für eine bessere Einsortierung in den Lostöpfen der UEFA Europa League (Auslosung am Montag ab 12.45 Uhr im LIVESTREAM) tunlichst punkten.

Keine leichte Situation

Ein Genuss wird die Partie im Camp Nou für die Borussen also nicht. Und auch die Möglichkeit, dass Barca einige Stars schonen wird, macht die Situation nicht leichter. Denn die Borussia muss unbedingt Selbstvertrauen tanken, gleichzeitig aber auch aufpassen, dass es nicht die nächste Pleite setzt.

Denn in Gladbach interessiert sich derzeit kaum jemand für Fußball-Feiertage. Dem Alltag gilt der Fokus, und der ist seit Wochen grau und trist. Die Borussia ist lediglich Tabellen-13., seit acht Partien sieglos und den Abstiegsrängen näher als dem Saisonziel.

"Irgendwann musst du punkten"

"Irgendwann musst du punkten, da brauchen wir nicht drum herum reden. Wir können nicht immer sagen, dass wir gut gespielt haben und dass es gute Ansätze gibt. Es muss irgendwann auch mal fruchten", sagte Manager Max Eberl, der aber auch vor Panikmache warnte. "Es ist nicht kritisch und wir sind in keinem freien Fall. Aber wir sollten alle sehr sensibel damit umgehen."

Das macht der Klub. Zuletzt hatte Eberl den Fans noch eine Standpauke gehalten. Die Reaktion? Anfeuerungsgesänge für eine Truppe, die sich gerade eine 1:4-Klatsche beim BVB abgeholt hat.

"Gelebte Kraft in dem Klub"

"Das ist gelebte Kraft in dem Klub", sagte SPORT1-Experte Marcel Reif im Volkswagen Doppelpass: "Die Fans haben verstanden. Da sieht man, dass man die Ruhe und die Kraft hat, mit so einer Situation umzugehen." Gladbach sei "in vielerlei Hinsicht beispielgebend".

Doch natürlich muss Schubert jetzt liefern. Eberl hat sich zuletzt immer wieder hinter seinen Trainer gestellt. Einen Coach, der in Gladbach einen schweren Stand hat. Warum das bereits seit seinem Amtsantritt so ist, kann man nur schwer greifen und erklären. Inzwischen lässt es sich aber mit Fakten belegen.

Auswärts gewinnt Gladbach nichts mehr, der letzte Auswärtssieg liegt nun mehr als ein Jahr zurück, wenn man das unbedeutende 2:1 in Darmstadt am letzten Spieltag der vergangenen Saison ausklammert.

Besonders auffällig: Seit seiner vorzeitigen Vertragsverlängerung nach dem fünften Spieltag holte Gladbach nur noch drei Punkte und schoss drei Tore. Damit ist man das schlechteste Team der Liga. 

Schubert macht sich angreifbar

Dazu macht sich der Trainer inzwischen auch angreifbar. Die Vorwürfe: zu viele Systemwechsel, eine Ausreizung der taktischen Flexibilität, dadurch kaum Stabilität in der Defensive. Dazu auch keine Weiterentwicklung, dafür eher Rückschritte und unerklärliche Einbrüche.

Leistungsträger sind Mittelmaß, die Offensivschwäche ist eklatant. Mechanismen greifen ebenso kaum wie getroffene Maßnahmen. Alles ist nicht wirklich schlecht, aber eben auch nicht gut genug.

In den noch ausstehenden drei Spielen bis zur Winterpause gegen Mainz, in Augsburg und gegen Wolfsburg muss die Borussia so oder so dringend punkten, sonst dürfte es auch für Schubert eng werden. "Wir müssen unser Schicksal selbst in die Hand nehmen", sagte Eberl.

Am besten schon in Barcelona. Auch wenn das Spiel zur Unzeit kommt.

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