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München - Sebastian Rode ereilt beim BVB dasselbe Schicksal wie beim FC Bayern, in seinem Umfeld ist man verwundert. Auch Rode selbst ist unzufrieden, gibt sich aber kämpferisch.

Zufrieden konnte Sebastian Rode am Wochenende nicht sein - im Gegenteil.

Mal wieder hatte Borussia Dortmund in der Bundesliga Punkte liegen gelassen. Mal wieder durfte Rode dabei nur als Teilzeitarbeiter ran.

Immerhin kam er beim 1:1 in Köln auf 37 Einsatzminuten, nachdem es unter der Woche beim 2:2 bei Real Madrid mal wieder nur für zehn gereicht hatte.

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Rode: "Momentan nicht zufrieden"

"Mit meiner persönlichen Situation bin ich momentan nicht zufrieden", gestand Rode daraufhin im Gespräch mit SPORT1.

© Twitter/Kerry_Hau

Wie sollte er auch? Obwohl BVB-Coach Thomas Tuchel (13.30 Uhr Pressekonferenz im Liveticker) in Madrid in Mario Götze, Sven Bender, Nuri Sahin, Raphael Guerreiro, Shinji Kagawa und Mikel Merino zahlreiche Mittelfeld-Optionen aus unterschiedlichen Gründen gefehlt hatten, musste Rode 80 Minuten lang zuschauen.

In Köln stellte sich die Personalsituation nur unwesentlich besser dar, an Rodes Status als Bankdrücker änderte sich aber einmal mehr nichts.

Stammspieler zu Saisonbeginn

Nur: Was ist passiert seit dem Saisonbeginn, als Rode im Supercup gegen den FC Bayern alles in Grund und Boden lief und anschließend auch als Stammspieler in die Bundesliga-Saison ging?

Auch in Rodes Umfeld sorgt die regelmäßige Nicht-Berücksichtigung des ehemaligen Münchners zunehmend für Verwunderung.

Nicht nur, weil Tuchel Rode dem Vernehmen nach monatelang umwarb, um ihn nach Dortmund zu lotsen.

Dafür spielt Rode aktuell unter Tuchel kaum eine Rolle.

Weigl läuft Rode den Rang ab

In den ersten vier Pflichtspielen der Saison stand Rode jedes Mal von Anfang an auf dem Platz. Nach dem bitteren 0:1 bei RB Leipzig am zweiten Bundesliga-Spieltag aber änderte sich das schlagartig.

Nur drei Mal durfte Rode seither in der Liga von Beginn an ran, in der Champions League steht nur ein Startelfeinsatz zu Buche - beim skurrilen 8:4 gegen Legia Warschau.

Warum der 26-Jährige derzeit meist nur in der letzten halben Stunde zum Zug kommt, darüber lässt sich nur mutmaßen. Eine Spur aber führt zu Julian Weigl.

Nachdem der Senkrechtstarter des vergangenen Jahres nach einem kurzen Sommer mit EM-Teilnahme zu Saisonbeginn langsam wieder herangeführt wurde, ist Weigl im defensiven Mittelfeld - auf Rodes Lieblingsposition - wieder gesetzt.

Rodes Tugenden derzeit nicht gefragt

Insgesamt kommt der 21-Jährige in der laufenden Spielzeit auf nahezu doppelt so viele Einsatzminuten wie Rode, weil der auch auf den offensiveren Halbpositionen hinter filigraneren Spielern wie Götze oder Gonzalo Castro zurückstecken muss.

Die bei seiner Verpflichtung noch ausdrücklich gepriesenen Tugenden wie Dynamik, Zweikampfstärke und Robustheit, sie scheinen bei Tuchel derzeit nicht sonderlich gefragt zu sein.

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In Köln konnte Rode zumindest mal wieder unter Beweis stellen, dass er auch als Joker schnell in eine Partie hineinfinden kann. Nach seiner Einwechslung in der 53. Minute brachte er fast 90 Prozent seiner Zuspiele an den Mann und konnte von den Kölnern mehrfach nur durch Fouls gestoppt werden.

Ob er am Freitag bei der TSG Hoffenheim (ab 20 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) daran anknüpfen kann, ist noch fraglich. Am Dienstag fehlte Rode wegen einer Bänderdehnung im Mannschaftstraining des BVB.

Zwar sollte die Zeit bis Freitag reichen, angesichts der Rückkehr der zuletzt angeschlagenen Götze, Kagawa und Guerreiro hat sich die Konkurrenzsituation im Mittelfeld aber noch einmal verschärft.

Transfer im Winter kein Thema

Dabei brächten mehrere Einsätze am Stück vielleicht das Selbstbewusstsein und die Sicherheit zurück, die den ehemaligen U21-Nationalspieler vor allem zu Frankfurter Zeiten auszeichneten und ihn für die großen Bundesliga-Vereine interessant machten.

Sich deswegen hängen zu lassen, das kommt für Rode jedoch nicht in Frage - obwohl er sich im Rückblick auf seine ebenfalls nicht immer einfache Zeit beim FC Bayern derzeit ein bisschen wie in einem Deja-vu vorkommen muss.

Ein vorzeitiger Abschied von seinem erklärten "Lieblingsklub seit Kindesbeinen" bereits im Winter steht nicht zur Debatte.

"Ich muss weiter arbeiten, um in den nächsten Spielen wieder öfter von Anfang an zu spielen", betonte Rode gegenüber SPORT1, "spätestens nach der Winterpause".

Hoffnung sollte ihm etwa ein Gonzalo Castro geben, der im ersten Jahr unter Tuchel ebenfalls Probleme hatte, inzwischen aber zu den Stützen der Borussia zählt.

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