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Timo Werner
Timo Werner © Imago
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München - Die Schwalbe des Leipziger Stürmers entfacht die Diskussion um den Videobeweis neu. SPORT1 erklärt den Stand bei den Tests und den Weg bis zur offiziellen Einführung.

Die Schwalbe des Leipzigers Timo Werner gegen Schalke sorgte für hitzige Diskussionen über Moral im Fußball.

Sie entfachte aber auch die Debatte um die Einführung des Video-Schiedsrichters neu.

"Bei den technischen Möglichkeiten, die es heute gibt, ist es höchste Zeit für einen Video-Schiedsrichter", sagte Thomas Linke, Sportchef des FC Ingolstadt, im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1.

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Tatsächlich dürfte es schon sehr bald dazu kommen, dass in der Bundesliga per Video bei klaren Fehlentscheidungen von außen eingegriffen wird.

Test im Offline-Betrieb

Derzeit wird die Technik noch im Offline-Betrieb getestet. Sprich: Die Bundesliga-Schiedsrichter bekommen in einem sogenannten Replay-Center in Köln strittige Spielszenen vergangener Partien vorgespielt und können so den Ernstfall trainieren. Dafür sind in den Büros vier Arbeitsplätze eingerichtet.

Ihre Entscheidung ist derzeit bei vier Szenarien gefragt: bei Toren, Elfmetern, roten Karten und Tätlichkeiten. Auch der "Fall Werner" ist darin also inbegriffen. 

DFB-Schiedsrichterkommissar Hellmut Krug zog im November eine positive Zwischenbilanz. Es sei bereits eine viel größere Einheitlichkeit bei der Bewertung klarer Fehler erreicht worden, sagte er.

Finaler Testlauf in der nächsten Saison

Im Frühjahr werden die Schiedsrichter mittels der laufenden Spiele geschult, bevor möglichst zur Saison 2017/18 der Onlinegang erfolgt.

Dann werden in allen Spielen die Unparteiischen am Rande des Spielfelds direkt mit dem Schiedsrichter verbunden und können ins Live-Geschehen eingreifen.

Die endgültige Entscheidung trifft aber nach wie vor der Referee auf dem Platz.

Premiere bei Pokalspiel

In den Niederlanden ist das nicht mehr so. Da läuft die Testphase schon einige Jahre, und im Pokalspiel zwischen Ajax Amsterdam und Willem II überstimmte der Schiedsrichter aus dem Übertragungswagen erstmals in einem Pflichtspiel den Unparteiischen auf dem Platz.

Getestet wurde der Video-Schiedsrichter auch schon bei den beiden Länderspielen Italiens gegen Frankreich und Deutschland.

Schon 2018 könnte es dann zum flächendeckenden Einsatz des Video-Schiedsrichters kommen - rechtzeitig zur WM-Endrunde in Russland. Denn zu den größten Befürwortern der Technik zählt FIFA-Präsident Gianni Infantino.

Die letzte Entscheidung trifft allerdings nicht er, sondern das für Regelfragen zuständige International Football Association Board (IFAB).

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