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© SPORT1-Grafik/Getty Images/Imago/Twitter/@FCBayern
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München - RB Leipzig kommt in Ingolstadt mit der Favoritenrolle nicht zurecht und bricht ein. Das sorgt beim neuen Tabellenführer FC Bayern für Hochstimmung. Hoeneß jubiliert.

Über einen Großteil der Hinrunde waren die Rollen bisher klar verteilt: Die Bayern suchten nach der Ära Pep Guardiola ihre Linie, unter Coach Carlo Ancelotti gab es spielerisch oft nur Hausmannskost.

Aufsteiger Leipzig spielte locker auf, die junge Truppe von Trainer Ralph Hasenhüttl zelebrierte spektakulären Umschalt-Fußball. Bayern war der Jäger, Leipzig der Gejagte - und Außenseiter.

Am 14. Spieltag hatten sich die Vorzeichen jedoch verändert.

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Tabellenführer verliert beim Schlusslicht

Erstmals in dieser Saison galt Liga-Neuling RB als glasklarer Favorit - und beim bisherigen Schlusslicht Ingolstadt verlor der Tabellenführer prompt komplett die Nerven.

Bei der 0:1-Pleite ließen sich die verkrampften Sachsen den Schneid abkaufen. Setzt die Mannschaft den Gegner sonst unter Dauerdruck, kamen die Leipziger diesmal überhaupt nicht mit der Aggressivität der Hausherren klar.

Bisher ließen Schmährufe der gegnerischen Fans die Spieler des Red-Bull-Klubs relativ kalt, in Ingolstadt gab es von den Rängen aber nicht die übliche Konsum-Kritik der Fußball-Traditionalisten.

Die Ingolstädter Fans pickten sich nach seiner Schwalbe gegen Schalke RB-Angreifer Timo Werner heraus und quittierten jede Aktion des 20-Jährigen mit gellenden Pfiffen und skandierten "Schwalbenkönig, Schwalbenkönig - hey, hey".

Bis zu seiner Auswechslung in der 70. Minute gelang Werner auf dem Platz überhaupt nichts, geknickt und kopfschüttelnd nahm er auf der Bank Platz.

Rangnick taucht ab

Auch nach der Partie gingen die Feindseligkeiten gegen RB weiter: Marcel Sabitzer wurde nach Spielschluss beschimpft. Ein Stadion-Offizieller der Ingolstädter sagte gar zum Österreicher: "Pass auf, sonst schmier' ich dir gleich hier eine." Am Tag nach dem Spiel folgte zumindest eine offizielle Entschuldigung des FCI.

Bei den Leipzigern hatten derweil nicht nur die Spieler sichtlich an der ersten Bundesliga-Niederlage der Vereinsgeschichte zu knabbern. Auch die Verantwortlichen reagierten alles andere als souverän.

Coach Hasenhüttl präsentierte sich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel äußerst schmallippig.

Sportdirektor Ralf Rangnick - sonst überhaupt nicht medienscheu - tauchte ab und ließ sich an gar keinem Mikrofon blicken.

Würste und Bier für Ingolstadt

Ganz anders die Bosse des FC Bayern: "Irgendwann bist du halt fällig", jubilierte Präsident Uli Hoeneß mit Blick auf die Leipziger. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge versprach den Ingolstädtern sogar "eine Wagenladung Weißwürste und Weißbier".

Erinnerungen wurden wach an das Meisterschaftsfinale im Jahr 2000, als die SpVgg Unterhaching dem FCB durch einen überraschenden Sieg über Leverkusen am letzten Spieltag noch zum Titel verhalf. Auch damals schickten die Münchner als Dank bayerische Köstlichkeiten in den Vorort der Landeshauptstadt.

Am Samstag spielte sich das Fernduell auch wie unter einem Brennglas ab: Nur 69 Kilometer liegen zwischen der Münchner Allianz Arena und dem Audi-Sportpark in Ingolstadt.

Zwar ist es natürlich noch ein langer Weg bis zur Meisterschaft, aber durch den eigenen 5:0-Kantersieg gegen Wolfsburg versetzten die Bayern Emporkömmling Leipzig einen zusätzlichen Schlag und eroberten die Tabellenführung zurück. Noch vor dem direkten Duell am 21. Dezember.

Beste Laune bei Weihnachtsfeier

Die Stimmung beim Rekordmeister hätte besser nicht sein können. Auf dem Platz zeigten sich die Bayern-Stars locker wie in besten Zeiten und dominierten die "Wölfe" nach Belieben.

Nach dem Spiel stand dann noch die Weihnachtsfeier beim Edel-Italiener H'ugo's auf dem Programm.

Die Spieler machten sich schick, ihre Frauen putzten sich heraus und die werdenden Väter Robert Lewandowski und Thiago strahlten. München leuchtete.

Einen kleinen Dämpfer gab es am nächsten Tag nur für einen Bayern. Präsident Hoeneß musste bei der Bundesliga-Partie der Bayern-Frauen gegen Potsdam (1:2) das Stadion vorzeitig verlassen.

Der Patriarch verriet SPORT1: In seinem Haus am Tegernsee gab es einen Wasserrohrbruch, um den er sich dringend kümmern müsse.

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