Lesedauer: 2 Minuten
teilenE-MailKommentare

Der Nächste räumt beim Hamburger SV seinen Posten: Karl Gernandt ist als Aufsichtsratschef zurückgetreten.

Karl Gernandt ist als Aufsichtsrats-Chef des kriselnden Hamburger SV mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Das gab der Tabellen-16. am Dienstag bekannt.

Als Grund für seinen Schritt nannte der 56-Jährige "bewusste Indiskretionen innerhalb unseres Gremiums". Eine nachhaltige Führungsarbeit sei in dieser Konstellation nicht möglich.

"Ich kann und werde nicht die Hauptverantwortung für so ein Verhalten tragen und bin entsetzt, mit welchen Kräften im Verein und im Aufsichtsrat die sportliche und langfristige Weiterentwicklung riskiert wird", sagte Gernandt im Interview auf HSV.de.

Anzeige
Wenn du hier klickst, siehst du Twitter-Inhalte und willigst ein, dass deine Daten zu den in der Datenschutzerklärung von Twitter dargestellten Zwecken verarbeitet werden. SPORT1 hat keinen Einfluss auf diese Datenverarbeitung. Du hast auch die Möglichkeit, alle Social Widgets zu aktivieren. Hinweise zum Widerruf findest du hier.
Alle Akzeptieren
Einmal Akzeptieren

Gernandt rechnet ab

Gernandt rechtfertigte sich auch für die Entscheidung, Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer zu entlassen: "Wir als Aufsichtsräte dürfen eine solche Entscheidung nicht von engen Freundschaften oder von drei oder vier Ergebnissen, einem aktuellen Positivtrend oder ähnlichem abhängig machen. Es ist unsere Aufgabe, eine mittel- und langfristige Betrachtung vorzunehmen."

Dass diese Entscheidung so schnell öffentlich wurde, war allerdings nicht geplant. Der Wechsel sollte eigentlich erst nach dem letzten Spiel des Jahres 2016 erfolgen, um "angesichts der erkennbaren sportlichen Verbesserungen die gute Arbeit unseres Trainers Markus Gisdol mit der Mannschaft nicht mit öffentlichen Personaldiskussionen zu überlagern."

"In keinster Weise akzeptabel"

Jedoch sei Gernandt nur wenige Tage später von Medienvertretern mit diesem vertraulichen Beschluss und weiteren Details konfrontiert worden. "Das ist in keiner Weise akzeptabel und gibt mir zu denken, ob sich wirklich alle ihrer Verantwortung bewusst sind und das Wohl unseres HSV im Fokus haben", prangerte er das Verhalten der HSV-Führungsriege an.

Ähnlich sei es wohl auch Dietmar Beiersdorfer bei dessen Sportdirektorensuche ergangen, die "auch komplett unterminiert" worden sei. Gegenüber dem ebenfalls kritisch beäugten HSV-Investor Klaus-Michael Kühne betonte Gernandt, dass dieser "entgegen häufiger und langwährender Gerüchte keinerlei wirtschaftlich geprägte Interessen am HSV" habe.

Gernandt führte das oberste Kontrollgremium seit Mai 2014, er bleibt ordentliches Mitglied des sechsköpfigen Rates. Bis zur Wahl eines Nachfolgers wird einer der beiden Stellvertreter Felix Goedhart oder Jens Meier das Gremium anführen.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image