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München - Wichtige Leistungsträger bilden das stabile Gerüst der Bayern. Trotzdem hat der Rekordmeister auch nach der Verlängerung mit Robert Lewandowski noch einige Baustellen im Kader - in fast jedem Mannschaftsteil.

Kann ein Gerüst stabiler stehen als das des FC Bayern? Die Vertragsverlängerung mit Robert Lewandowski markiert den nächsten Meilenstein in der Zukunftsplanung des Rekordmeisters, mittlerweile haben die Bayern acht Stützen ihrer Mannschaft bis ins Jahr 2021 an sich gebunden.

Manuel Neuer, David Alaba, Mats Hummels, Jerome Boateng, Javi Martinez, Renato Sanches, Thomas Müller und eben Lewandowski stehen da in der Galerie, dazu kommen die ein Jahr kürzer datierten Kontrakte von Joshua Kimmich und Douglas Costa. Arturo Vidal, Thiago und Juan Bernat stehen bis 2019 unter Vertrag.

Insgesamt 13 Spieler, mit denen die Bayern langfristig planen können. Die Achse steht mit Neuer, Boateng und Hummels in der Innenverteidigung, Martinez, Sanches, Thiago, Vidal im zentralen Mittelfeld, davor Müller und im Angriff Lewandowski.

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SPORT1 zeigt, wo beim FC Bayern perspektivisch dennoch Handlungsbedarf besteht.

- Probleme auf den Außenbahnen

 Auf kurzfristige Sicht sind die Bayern mit Franck Riberys Vertragsverlängerung bis 2018 und der zu erwartenden von Arjen Robben immer noch gut aufgestellt. Aber was passiert über 2018 hinaus?

Costa gilt als Backup für Robben, auf der anderen Seite sollte eigentlich Kingsley Coman eines Tages Ribery beerben. Aber die Zweifel am oft verletzten Franzosen bleiben. Derzeit fehlt der 20-Jährige wegen eines Außenbandrisses im Knie, kann deshalb keine Eigenwerbung betreiben.

In den großen Spielen der jüngeren Vergangenheit, und auf die kommt es in München eben ganz besonders an, wurde Coman recht oft für zu leicht befunden. Selbst bei Costa bleiben auf absolutem Topniveau ein paar Vorbehalte.

Das Problem des Generationenwechsels ist nicht neu, mit dem Verbleib wohl beider altgedienter Flügelspieler Ribery und Robben haben sich die Bayern noch ein, zwei Jahre Zeit erkauft. Mit den Routiniers soll der Übergang so geschmeidig wie möglich gestaltet werden. Ob die Lösungen aber tatsächlich Costa und Coman heißen?

- Die Lahm-Lücke

Der Abgang von Philipp Lahm wird für die Bayern automatisch zu einer Großbaustelle. Lahm ist auch mit 33 Jahren immer noch einer der besten Außenverteidiger der Welt - oder einer der besten Mittelfeldspieler der Welt. Er ist das Gehirn der Mannschaft und ihr Kapitän. Eine Gallionsfigur. Und die ersetzt man nicht so einfach.

Rafinha ist auch schon 31 Jahre alt, der Vertrag des Brasilianers läuft im kommenden Sommer aus. Und egal, ob Lahm dann auch schon aufhört oder seinen Vertrag tatsächlich wie vereinbart bis 2018 erfüllt: auf der Position des rechten Verteidigers benötigen die Bayern unbedingt frische Kräfte.

- Ein Backup für die Innenverteidigung

Hummels und Boateng bilden eins der besten Innverteidigerpärchen der Welt. Aber wer kommt dahinter? Martinez ist eine starke Alternative, der Spanier ist aber im defensiven Mittelfeld auf Sicht noch wertvoller und Kimmichs Versetzung in die Innenverteidigung auch eher eine Episode.

Holger Badstuber ist der einzige gelernte Innenverteidiger im Kader und ein gesunder Badstuber wäre sogar ein echter Herausforderer für Hummels und Boateng. Aber Badstubers Leidenszeit spricht eben auch für sich. In dieser Saison hat der 27-Jährige vier Pflichtspiele bestritten, eins davon in der Regionalliga Süd.

Seit seiner ersten Kreuzbandoperation vor fast genau vier Jahren hat der ehemalige Nationalspieler unglaubliche 203 Pflichtspiele verpasst. Badstuber kann immer noch ein wichtiger Baustein für die Zukunft sein. Aber dafür muss er über einen längeren Zeitraum auch verletzungsfrei bleiben – und seinen im Sommer auslaufenden Vertrag verlängern.

Trotz des auf den ersten Blick prominent besetzten Verteidigungszentrums würde ein weiterer gestandener Innenverteidiger im Kader also durchaus Sinn machen. Aus Italien drang zuletzt der Name Milan Skriniar durch, der 21-jährige Slowake spielt derzeit bei Sampdoria Genua.

Mit Blick auf das defensive Mittelfeld gibt es Gerüchte um Julian Weigl. Der ist den Bayern als Jugendlicher durchgerutscht, jetzt rückt der Nationalspieler aber offenbar wieder in den Fokus.

- Was kommt nach Neuer?

Im Tor sind die Bayern weltklasse ausgestattet. Manuel Neuer ist über jeden Zweifel erhaben. Aber Neuer ist zum einen auch schon 30 Jahre alt. Und zum anderen genügen seine Stellvertreter im internationalen Vergleich kaum den Ansprüchen eines Top-Klubs.

Sven Ulreich (28) und Tom Starke (35) sind gute Bundesligatorhüter - gemessen an den Standards der Bayern, auf jeder anderen Position mindestens doppelt überragend gut besetzt zu sein, fallen beide aber ab.

Vielleicht wäre auf Sicht ein jüngerer Herausforderer für Neuer eine Option. Praktischerweise haben die Bayern in ihren Jugendmannschaften einige vielversprechende und kostengünstige Talente.

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