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München - Die Baustellen der Bayern für 2017/18 sind klar. Auf vier Positionen soll nachgebessert werden - möglicherweise mit Monaco-Profis. Aber auch Ancelotti ist gefragt.

Als der FC Bayern in vergangenen Sommer Carlo Ancelotti als Nachfolger für Pep Guardiola installierte, war der Plan offensichtlich: Klare Strukturen statt Taktik-Wirrwarr, Entschleunigung statt Revolution.

Eine italienische Version von Jupp Heynckes sollte der Erfolgscoach an der Isar werden, so die Hoffnung des Rekordmeisters. 

Nachdem die Saisonbilanz mit nur einem Titel für Münchner Verhältnisse bescheiden ausfällt, lässt sich konstatieren: Der Plan ist zunächst nicht aufgegangen.

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Wie sagte Uli Hoeneß vor einigen Tagen in der Münchner Abendzeitung? "Wir müssen das jetzt so akzeptieren, aber uns schon auch zusammensetzen, wie wir es wieder besser machen können. Auf die Dauer ist ein Titel schon ein bisschen wenig für uns."

Eine Diskussion über Ancelottis Arbeitsweise wurde an der Säbener Straße bislang vermieden - zumindest öffentlich. Intern aber dürfte der laxe Umgang des 57-Jährigen mit seinen Stars sehr wohl zur Rede kommen.

Wildern die Bayern in Monaco?

Dabei dient erneut Heynckes als Vorbild. Nachdem dieser am Ende der Saison 2011/12 in drei Wettbewerben fast schon tragisch gescheitert war, wurde ihm von der Vereinsspitze aufgetragen, die Zügel anzuziehen.

Heynckes verband seine Fähigkeit, die Launen der Bayern-Stars wegzumoderieren, mit einer härteren Gangart. Er ließ den Spielern mehr nicht mehr ihre schier unbegrenzten Freiheiten - und lieferte in der folgenden Spielzeit das Triple ab.

Aber nicht nur Ancelotti soll sich entwickeln. Die Klub-Verantwortlichen planen zwar keinen radikalen Umbruch, werden ihrem Cheftrainer aber eine auf Champions-League-Niveau konkurrenzfähige Mannschaft zusammenstellen.

Gut möglich, dass die Münchner dabei vor allem den AS Monaco abgrasen. "Ich habe erfahren, dass Bayerns Chefscout Michael Reschke beim Champions-League-Spiel AS Monaco gegen Borussia Dortmund im Stadion war, und das sicher nicht wegen der Spieler des BVB", verriet Lothar Matthäus bei Sky.

"Mich würde es nicht wundern, wenn kommende Saison einer oder mehrere Spieler der AS Monaco beim FC Bayern spielen", glaubt der ehemalige FCB-Kapitän.

Nach den Abgängen von Philipp Lahm und Xabi Alonso und den Lehren aus der laufenden Saison tun sich dabei vier Baustellen im Bayern-Kader auf.  SPORT1 gibt einen Überblick.

Rechtsverteidiger:

Einen Lahm zu ersetzen, dürfte ein Ding der Unmöglichkeit werden. Neuzugang Sebastian Rudy, Youngster Joshua Kimmich und der bisherige Lahm-Backup Rafinha können die Position zwar ausfüllen, doch für die Ansprüche des Rekordmeisters wird dies nicht genügen - zumal es Kimmich und Rudy eher ins Mittelfeld zieht.

Ein Name, der auf Reschkes Zettel stehen könnte, ist Monacos Djibril Sidibe. Zwar fehlte der 24-jährige Nationalspieler bei Monacos 3:1-Sieg gegen Dortmund wegen einer Blinddarmentzündung, doch mit seinen Vorstößen auf der rechten Seite ist der torgefährliche Sidibe (bislang drei Saisontreffer) ansonsten ein elementarer Spieler im Gefüge von Trainer Leonardo Jardim.

Zudem waren zuletzt Gerüchte aufgekommen, die Bayern könnten Talent Andrea Conti von Atalanta Bergamo verpflichten. Mit sieben Saisontoren zeichnet sich auch der italienische U21-Nationalspieler durch einen gesunden Offensivdrang aus.

Zentrales Mittelfeld:

Einen Xabi Alonso in jungen Jahren - das dürfte der Wunschspieler der Bayern für die Sechserposition sein. Auch hier haben die Monegassen mit Tiemoue Bakayoko einen überaus interessanten Kandidaten in ihren Reihen.

Mit seinen 22 Jahren zieht Bakayoko die Fäden in Monacos Mittelfeld und hat bereits sein Debüt in der französischen Nationalmannschaft gefeiert.  

Mit dem Italiener Marco Verratti von Paris St. Germain steht ein weiterer Kandidat in Frankreich unter Vertrag, der den Ansprüchen der Bayern genügen könnte.

Außenstürmer:

Arjen Robben und Franck Ribery haben zwar ihre Verträge um ein Jahr verlängert, doch die Einsätze der beiden Altstars werden sukzessive abnehmen. Douglas Costa liebäugelt mit einem Wechsel. Und selbst für Kingsley Coman gibt es trotz gezogener Option noch externe Interessenten

Als mögliche neue Kronprinzen für Rib und Rob könnten sich die Bayern in der Bundesliga bedienen. Namen wie Serge Gnabry oder Julian Brandt sind seit Monaten im Umlauf, aber eher ein Versprechen für die Zukunft, als dass sie ad hoc zur benötigten Verstärkung werden könnten. 

Auch hier bietet der AS Monaco eine Flügelzange auf Champions-League-Niveau. Nach dem Portugiesen Bernardo Silva und Thomas Lemar dürfte sich nicht nur der deutsche Rekordmeister die Finger lecken.

Mittelstürmer:

Mit Robert Lewandowski hat der FC Bayern einen Weltklasse-Stürmer bereits in seinen Reihen. Dass der polnische Star aber einen Backup benötigt, mussten die Münchner schmerzlich erfahren, als er gegen Real Madrid ausfiel.

Vor allem auf dieser Position ist Monaco exzellent besetzt. Doch ein Kylian Mbappe, der mit seinen 18 Jahren bereits 24 Pflichtspieltore in der laufenden Saison erzielte, dürfte selbst für den FC Bayern ein Traum bleiben.

Wahrscheinlicher dürfte die Verpflichtung von Arsenals Alexis Sanchez sein, der beim FC Arsenal vor dem Abschied steht. "Er würde sofort helfen" ist sich SPORT1-Experte Steffen Freund sicher.

Unter anderem Mario Gomez oder Robin van Persie sind ebenfalls im Gespräch. (Diese Stürmer könnten Bayern helfen)

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