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Jan Schindelmeiser wurde vom VfB Stuttgart entlassen
Jan Schindelmeiser wurde vom VfB Stuttgart entlassen © Getty Images
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Dem entlassenen Jan Schindelmeiser sollen beim VfB Stuttgart unter anderem Alleingänge in Transferfragen zum Verhängnis geworden sein. Der Ex-Sportdirektor weist das klar zurück.

Jan Schindelmeiser hat rund anderthalb Wochen nach seinem unerwarteten Aus als Sportdirektor beim VfB Stuttgart mit den Vorwürfen gegen seine Person aufgeräumt. 

Dem 53-Jährigen wurden unter Berufung auf das VfB-Umfeld in der Presse Alleingänge in Transferfragen vorgeworfen. Schindelmeiser wies nicht nur die Vorwürfe zurück, sondern bestritt sogar, dass es diese überhaupt gegeben habe. 

Schindelmeiser weist Vorwürfe zurück

"Aus dem Umfeld? Wer soll das sein? Weder Aufsichtsrat noch Vorstandskollegen haben jemals einen solchen Vorwurf an mich adressiert." Beim VfB gebe es nicht einen einzigen Spieler, der nicht als Produkt eines Teamprozesses verpflichtet worden sei. Sein wichtigster Ansprechpartner bei der Verpflichtung neuer Spieler sei Trainer Hannes Wolf gewesen. 

Interne Differenzen

Offiziell wurde Schindelmeiser wegen unter Berufung auf interne Differenzen von seinen Aufgaben entbunden. Sein Nachfolger ist Michael Reschke, der vom FC Bayern kam. 

Der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Dietrich hatte erklärt, der Aufsichtsrat sei nicht mehr davon überzeugt gewesen, "dass die Umsetzung unserer Ziele und der getroffenen Absprachen in der bisherigen Personalkonstellation zu erreichen sind".

Dietrich ergänzte bei der Vorstellung von Reschke am Montag, dass die "Vertrauensgrundlage" nicht mehr gegeben gewesen sei. Schindelmeiser habe sich "die Erfüllung dieser Aufgabe zugetraut, wir nicht. Wir haben die Entscheidung einstimmig in allen Gremien getroffen. Das betrifft die Personen, die täglich mit ihm gearbeitet haben, und die, die etwas entfernter waren."

Keine Erfahrung? Schindelmeiser wehrt sich

"Am Ende muss aber eine Entscheidung getroffen werden, für die ich in meiner Rolle die Verantwortung übernehmen muss", sagte Schindelmeiser. Auch den Vorwurf, dass der von ihm zusammen gestellte Kader nicht genügend Erfahrung aufweise, schmetterte er ab: "Mal abgesehen davon, dass der Vorwurf nicht existiert, wäre er auch nicht richtig." Alle drei Torhüter seien erfahren.

"Dazu Emiliano Insua, Marcin Kaminsk, Holger Badstuber, Christian Gentner, Tobias Werner, Simon Terodde, Daniel Ginczek - selbst Timo Baumgartl verfügt trotz seines Alters schon über eine gewisse Erfahrung."  

Planung in Stuttgart erschwert

Zudem seien die Bemühungen auf dem Transfermarkt noch überhaupt nicht abgeschlossen gewesen. "Drei Spieler mit Stammplatzpotential standen noch auf der Agenda", erklärte Schindelmeiser. Dass diese Transfers erst spät erfolgt wären, habe auch an den besonderen Umständen bei den Stuttgartern gelegen.

Man habe nach dem Aufstieg und der Ausgliederung der Profi-Abteilung nur "unter großem Vorbehalt mit den Mitteln aus dem Anteilsverkauf an Daimler planen können."

"Das war der Schlüssel"

Nach der Ausgliederung Anfang Juni habe man zudem eine vierwöchige Einspruchsfrist abwarten müssen. 

Seine Transferpolitik, die Verpflichtung von jungen, talentierten und entwicklungsfähigen Spielern, verteidigte Schindelmeiser vehement. "Ziel war, Gegenwart und Zukunft in Einklang zu bringen. Das war der Schlüssel, um die Menschen in Stuttgart wieder für den VfB zu gewinnen." 

Ein Prozess, der nun ohne den ausgebooteten Sportdirektor statt finden muss. 

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