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© SPORT1-Grafik: Getty Images/Imago/Heinemann
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München - Wolfgang Wolf ist bis heute der Trainer des VfL Wolfsburg mit der längsten Amtszeit. Bei SPORT1 spricht er über die Krise bei den Wölfen und übt Kritik am Sportchef.

Wolfgang Wolf und der VfL Wolfsburg - das stand lange exemplarisch für Kontinuität.

Fünf Jahre arbeitete der Pfälzer zwischen 1998 und 2003 in der Auto-Stadt, seitdem versuchten sich zwölf Trainer bei den Wölfen - meist erfolglos.

Einzig Dieter Hecking, der bis zu seinem Rauswurf im letzten Oktober knapp vier Jahre in Wolfsburg tätig war, kommt annähernd an Wolfs Amtszeit heran.

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Seitdem dreht sich wieder das Trainerkarrussell, am Montag ersetzte Martin Schmidt nach nur vier Spieltagen den glücklosen Andries Jonker.

"Wieder schnell nervös geworden"

Entsprechend kritisch bewertet Wolf die aktuelle Situation bei seinem Ex-Klub.

"Wenn man nach erst vier Spielen den Trainer entlässt, dann gibt einem das schon zu denken. Ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell geht und Andries Jonker schon wieder Geschichte ist in Wolfsburg", sagte der Ex-Profi im Gespräch mit SPORT1.

"In Wolfsburg ist man offenbar wieder schnell nervös geworden. Da sind bestimmt falsche Entscheidungen getroffen worden oder man wollte nach der Relegation zu schnell wieder zu viel und verliert gerade die Geduld."

Umbau im Sommer als Hauptproblem

Wolf, der am Sonntag seinen 60. Geburtstag feiert, glaubt einen Hauptgrund für die Krise zu kennen: Den massiven Umbau des Teams durch Sportdirektor Olaf Rebbe, unter dem im Sommer neun Spieler geholt wurden und 14 den Verein verlassen mussten.

"In der vergangenen Saison hatte der Verein das Riesen-Problem mit dem Fast-Abstieg und dann wurde die Mannschaft komplett umgekrempelt, vielleicht war der Umbruch zu groß. Das war der pure Aktionismus", meinte Wolf.

"Irgendwas stimmt da nicht in der Zusammensetzung der Mannschaft. Ich sehe auf dem Platz keinen Führungsspieler, selbst ein Mario Gomez hat seine Sache in der abgelaufenen Saison super gemacht, aber in der aktuellen Saison kam er auch nicht in die Gänge."

Ob der beinahe mit Mainz 05 abgestiegene Martin Schmidt nun der der richtige Mann ist, will Wolf nicht bewerten.

"Egal, wer da jetzt Trainer ist, er hat es schwer. Jetzt spielt man am Dienstag zu Hause gegen Werder Bremen und dann folgt das Auswärtsspiel beim FC Bayern."

Sportchef Rebbe in der Pflicht

Vielmehr sieht er den 39-jährigen Rebbe in der Pflicht: "Nicht nur der Trainer ist für die Mannschaft verantwortlich, sondern auch der Sportchef. Er ist ein junger Mann, der seinen Weg noch finden muss. Das wird auch eine schwierige Situation für ihn."

In jedem Fall müsse der VfL "seine Ansprüche in dieser Saison deutlich zurückschrauben. Eine gute Runde spielen ohne Abstiegssorgen - das kann jetzt nur das Ziel sein".

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