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München - Jupp Heynckes setzt bei seiner Rückkehr als Trainer der Bayern gegen Freiburg auf Stabilität, Verantwortung und die Erfolgsgaranten der Triple-Saison.

Als Jupp Heynckes zuletzt den FC Bayern trainierte, konnte er sich noch auf Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger verlassen.

Beide hatten die Mannschaft 2013 zum historischen Triple-Gewinn geführt - auf beide muss der Coach aber verzichten, wenn er am im Heimspiel gegen den SC Freiburg (ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) schon sein drittes Comeback auf der Bayern-Bank gibt.

Wie wichtig Führungspersonen für sein Konzept sind, hatte Heynckes bei der Pressekonferenz vor der Partie betont - und damit erste Hinweise auf das Aussehen der Mannschaft gegeben.

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SPORT1 erklärt, auf welche Faktoren Heynckes bei seinem Aufstellungsdebüt besonders viel Wert legt.

Führungsfiguren

"Mats Hummels bringt Alles mit. Jerome muss sich mehr zeigen. Und Alaba muss auch an Profil gewinnen - er ist ein Riesenjunge", richtete Heynckes seine Forderung nach mehr Verantwortungsbewusstsein vor allem an seine Verteidiger.

Es ist davon auszugehen, dass sich alle drei angesprochenen Spieler gleich gegen Freiburg auf ihren angestammten Positionen beweisen können; die beiden Weltmeister Hummels und Boateng in der Innenverteidigung, und Alaba auf der linken Seite.

Auf der rechten Seite führt kein Weg an Joshua Kimmich vorbei - genauso wie an Torwart Sven Ulreich, der bis zur Winterpause den langzeitverletzten Manuel Neuer ersetzt.

Defensive Stabilität

Das Spiel des FC Bayern unter Heynckes steht und fällt mit der Disziplin der Einzelspieler. Die fehlte dem Rekordmeister zuletzt vor allem im Defensivverhalten. Vier Gegentore in den vergangenen drei Spielen sind alarmierende Zahlen.

Daher will der 72-Jährige seiner Mannschaft zunächst einmal Stabilität verleihen. Die verspricht er sich durch die doppelte Besetzung der Position im defensiven Mittelfeld. Dort – und nicht in der Innenverteidigung – sieht er Javi Martinez. Der Spanier soll, wie schon in der Triple-Saison, der Stabilisator im defensiven Mittelfeld sein.

Wer neben dem Spanier spielen wird, ist noch offen. Infrage kommen Sebastian Rudy und Corentin Tolisso. Setzt Heynckes auch da auf die defensive Variante, würde der ehemalige Hoffenheimer den Vorzug erhalten.

Jupp Heynckes vertraut auf die Stärken von Thomas Müller und Javi Martinez
Jupp Heynckes vertraut auf die Stärken von Thomas Müller und Javi Martinez © SPORT1-Grafik: Paul Haenel/ Getty Images

Tolisso ist offensiver ausgerichtet. Thiago, der ebenfalls in der Zentrale seine Stärken hat, fehlt nach einer Verletzung noch die nötige Frische und wird daher wohl zunächst nur auf der Bank sitzen.

Vertrauen auf die Helden von 2013

In der Offensive sieht Heynckes das Prunkstück der Mannschaft. "Nach vorne haben wir so viel Fantasie und so viel Klasse, dass immer was geht", weiß er – auch aus eigener Erfahrung.

Schließlich wirbeln bei den Bayern bis auf Robert Lewandowski immer noch die Spieler, die die Münchner schon zum Champions-League-Sieg vor knapp viereinhalb Jahren geschossen haben.

2013 reloaded also - das heißt: Hinter dem polnischen Nationalstürmer sind Thomas Müller und Arjen Robben gesetzt. Müller wird auf seiner Lieblingsposition als hängende Spitze spielen. Auf der rechten Seite darf der Niederländer wieder wirbeln.

Und da mit Franck Ribery der linke Flügelflitzer aus der Triple-Saison verletzungsbedingt ausfällt, wird Heynckes wohl auf Kingsley Coman setzen.

Erstens ist der 21-Jährige ähnlich schnell und trickreich wie sein französischer Landsmann. Zweitens ist die Alternative James Rodriguez angeschlagen von der WM-Qualifikation zurückgekehrt und hat seitdem unter Heynckes erst zwei Mal trainiert.

Da dürfte Heynckes kaum etwas dem Zufall überlassen. 

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