Piszczek glaubt an BVB-Trainer Stöger
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Dortmund und München - Auf Peter Stöger wartet bei Borussia Dortmund jede Menge Arbeit, viel Zeit steht ihm dafür nicht zur Verfügung. SPORT1 analysiert, wo der BVB-Trainer den Hebel ansetzen muss.

Viel Zeit blieb ohnehin nicht bis zu seinem Debüt als BVB-Trainer beim Spiel in Mainz (ab 20.30 Uhr im LIVETICKER), doch dann machte Peter Stöger auch noch das Wetter einen Strich durch die Rechnung.

Wegen des Schneefalls musste der neue Trainer von Borussia Dortmund am Sonntag kurzerhand umplanen und seine erste Einheit mit seinem neuen Team in eine Trainingshalle verlegen.

Neben seinem Improvisationstalent sind in den nächsten Tagen vor allem Stögers Fähigkeiten als Spielerversteher gefragt.

SPORT1 beleuchtet die größten Baustellen für den Österreicher in Dortmund:

- Verunsicherung lösen

Beim 1:2 gegen Werder Bremen, dem insgesamt achten sieglosen Ligaspiel nacheinander, stand den Dortmundern die Verunsicherung in die Gesichter geschrieben.

"Ich bin mit dem Ball einfach ins Aus gelaufen, was normalerweise nicht passieren kann. Da passiert etwas im Kopf", gab Andre Schürrle im Gespräch mit SPORT1 offen zu.

Stöger muss in vielen Dialogen mit seinen Spielern genau dort ansetzen, um die inneren Verkrampfungen zu lösen. "Es wird in erster Linie darum gehen, über die aktuellen Probleme zu sprechen", kündigte der Österreicher an.

- Abwehr stabilisieren

21 Gegentore allein in den vergangenen acht sieglosen Partien, dazu seit September in der Liga nicht mehr zu Null gespielt: Die BVB-Bilanz ist die eines Abstiegskandidaten.

Die anfällige Defensive war schon unter Peter Bosz' Vorgängern Thomas Tuchel und Jürgen Klopp immer wieder ein Thema, das aber zumeist von einer funktionierenden Offensive überlagert wurde.

Stögers Aufgabe besteht nun darin, die Defensive zu stärken, indem er klare Hierarchien aufbaut. Unter seinem Vorgänger Bosz tat sich - auch aufgrund der vielen Umstellungen - kein echter Abwehrboss hervor.

- Systemfrage klären

Das größtenteils unstrukturierte Spiel gegen Bremen legte noch eine weitere Schwachstelle offen. "Wir waren nicht im Spiel drin, wir waren verunsichert. Wir haben unsere Positionen gesucht", erklärte Schürrle bei SPORT1.

Bosz hielt lange an seiner bevorzugten 4-3-3-Grundordnung fest, änderte aber zuletzt mehrfach sein System. Gegen Bremen begann er in einer 3-4-3-Formation, stellte aber noch vor der Pause auf ein 4-2-3-1 um.

Ära Bosz in Dortmund zu Ende

Stöger favorisiert ein System mit Doppelsechs, am liebsten klassisch im 4-4-2. In Dortmund lechzt man nach dem sogenannten "Meistersystem" 4-2-3-1, das vor allem Klopp in seiner Ära festigte.

Für ein System mit Doppelsechs bietet der aktuelle Kader mit Sahin, Weigl, Castro und Dahoud jedenfalls beste Möglichkeiten.

- Teamgeist stärken

Gegen Bremen zerfiel die Mannschaft nach dem 1:2 in ihre Einzelteile. Die Spieler waren - wie schon in einigen Partien zuvor - mehr mit sich selbst beschäftigt.

Auf dem Platz mangelt es an Führungsspielern, an Typen, die ein Team mitreißen - gerade wenn es einmal nicht läuft.

Hier erklärt der BVB die Stöger-Verpflichtung

"Man braucht zwei Spiele hintereinander, die ein gutes Gefühl geben. Gerade auch für den Kopf. Sodass man sieht, wir sind Borussia Dortmund, wir sind die besseren Spieler", beklagt Schürrle. "Das fehlt im Moment, das müssen wir uns zurückholen."

Stöger legt viel Wert auf ein funktionierendes Kollektiv. Das Kölner Team war unter seiner Leitung eine eingeschworene Truppe.

"Wir wollen etwas Empathie in die Gruppe bringen", kündigte Stöger an.

- Fitness steigern

Auch wenn die BVB-Bosse Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc zuletzt immer wieder betonten, dass ein Fitness-Problem nicht mit Werten zu belegen sei, so waren die Leistungseinbrüche in den vergangenen Spielen doch markant. Die zweite Hälfte gegen Schalke 04 ist das beste Beispiel, auch bei der Niederlage nach einer Pausenführung gegen Tottenham Hotspur baute die Mannschaft stark ab.

- Individuelle Klasse zurückbringen

Viele Spieler laufen momentan ihrer Form hinterher. Der im vergangenen Jahr noch als unverzichtbar geltende Julian Weigl ist aktuell eher ein Unsicherheitsfaktor. Auch Weltmeister Schürrle oder der im Sommer aus Mönchengladbach verpflichtete Dahoud zeigen aktuell Leistungen weit unter ihren Möglichkeiten.

Stöger muss die zweifellos vorhandene Qualität wieder aus den Spielern herauskitzeln.

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