Umbruch! Hollerbach ändert HSV-Alltag
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Hamburg und München - Bernd Hollerbach greift beim Hamburger SV gleich kräftig durch. Mit diesen Maßnahmen will der neue Trainer den ersten Abstieg des Bundesliga-Dinos verhindern.

Ein "harter Hund" sei er, antwortete Sportchef Jens Todt auf die Frage, was Bernd Hollerbach auszeichne.

Und der neue Trainer des Hamburger SV lässt erst gar keine Zweifel aufkommen, die seinen Ruf untergraben könnten. Der gelernte Metzger greift in Hamburg sofort kräftig durch.

Mit harter Hand will Hollerbach den ersten Abstieg des Bundesliga-Gründungsmitglieds verhindern.

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SPORT1 beleuchtet Hollerbachs Rettungsplan.

Härteres Training

Zweimal in der Woche - dienstags und donnerstags - lässt Hollerbach zweimal am Tag trainieren.

Zum Vergleich: Bei Vorgänger Markus Gisdol mussten die Profis durchgängig nur einmal am Tag ran - häufig nur für 45 Minuten oder eine Stunde. Am Donnerstag vor dem wichtigen Spiel gegen Schlusslicht Köln, das die Hanseaten am Ende 0:2 verloren und das zu Gisdols Entlassung führte, wurde die Übungseinheit wegen des schlechten Wetters in den Kraftraum verlegt.

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Auch die Intensität des Trainings nimmt unter Hollerbach, der durch seine Zeit als Co-Trainer von Felix Magath geprägt ist, gleich zu. Bei der ersten Einheit am Dienstag scheuchte er die Spieler 45 Minuten ohne Ball in Vierergruppen über den Platz.

Einige Profis hatten sichtlich Mühe. Verteidiger Papadopoulos etwa musste mitunter abreißen lassen.

"Wir werden eine gute Balance aus Belastung und Entspannung finden", sagt Hollerbach. Am Samstag (ab 15 Uhr im LIVETICKER) steht das schwere Auswärtsspiel bei RB Leipzig an.

Konzentration und Gemeinschaft

Am Dienstag bestellte Hollerbach die Spieler um 8.30 Uhr zum gemeinsamen Frühstück auf das Vereinsgelände. Auch zwischen den Trainingseinheiten blieb die Mannschaft zusammen, nahm ein Mittagsessen ein.

Hollerbach will, dass sich die Spieler voll auf die Mission Klassenerhalt konzentrieren. Außerdem will er die Zeit für Gespräche mit den Spielern nutzen.

"Wir werden viele Gespräche führen, da die Mannschaft natürlich verunsichert ist nach den vergangenen Wochen", sagte Hollerbach bei seiner Vorstellung am Montag.

Chancengleichheit

Hollerbach stellt in Hamburg alles auf null. Jeder Spieler soll eine neue Chance bekommen, auch die Torwartfrage ist wieder offen.

Es ist sogar möglich, dass die Brasilianer Walace und Douglas Santos noch zu einem entscheidenden Kriterium für den HSV werden. Während Santos zuletzt wieder regelmäßig die Linksverteidigerposition beackerte, spielte sein Kollege in Gisdols Planungen keine Rolle mehr.

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"Flamengo ist immer noch stark an Walace interessiert, doch es gibt keine Einigung. Bernd Hollerbach macht sich erst einmal ein Bild über die Mannschaft, dann entscheiden wir weiter, was mit ihm passiert", sagte Todt.

Hollerbach sprach am Dienstag intensiv mit Walace und Santos - beide verließen den Trainingsplatz anschließend mit einem Lächeln.

Im Kampf gegen den Abstieg kann der HSV jede Hilfe gebrauchen.

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