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Frank Pagelsdorf war in Hamburg einst Coach des neuen HSV-Trainers Bernd Hollerbach
Frank Pagelsdorf war in Hamburg einst Coach des neuen HSV-Trainers Bernd Hollerbach © SPORT1-Grafik: Getty Images/E.Zimmermann
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München - Ex-Trainer Frank Pagelsdorf sorgt sich um den Hamburger SV, traut seinem früheren Schützling Bernd Hollerbach aber den Klassenerhalt mit den Rothosen zu.

Frank Pagelsdorf wird es während seines Urlaubs im sonnigen Florida gerne vernommen haben.

Als es am vergangenen Sonntag im CHECK24 Doppelpass um die Entlassung von Trainer Markus Gisdol beim Hamburger SV ging, wurde an den heute 59-Jährigen als letzten Trainer der Hanseaten erinnert, der länger als zwei Jahre im Amt war.

Von 1997 bis 2001 arbeitete Pagelsdorf bei den Hanseaten, nach ihm waren 19 Fußballlehrer bei den Rothosen tätig - inklusive Interimstrainer.

Der neue Coach Bernd Hollerbach, der mit seinem Team im ersten Spiel am Samstag (ab 15 Uhr im LIVETICKER) gleich bei RB Leipzig antreten muss, ist da noch nicht mitgerechnet. 

Pagelsdorf traut Hollerbach Wende beim HSV zu

Den neue Cheftrainer des HSV kennt Pagelsdorf noch aus seiner eigenen Zeit beim Dino und für den neuen Hoffnungsträger der Hamburger findet er nur positive Worte.

Auf den Spuren von HSV-Coach Hollerbach

"Er war immer ein vorbildlicher Profi, dazu noch extrem zweikampfstark, mit dem nötigen Biss", lobt Pagelsdorf im Gespräch mit SPORT1.

Den nötigen Biss kann Hollerbach beim Abstiegskandidaten auch jetzt brauchen - und hat die Zügel bereits merklich angezogen, den Profis diverse Luxus-Maßnahmen gestrichen.

Pagelsdorf ist zuversichtlich, dass Hollerbach den Umbruch beim HSV schafft: "Es ist bestimmt kein Nachteil, einen Bezug zum HSV zu haben."

Kritik an Personalpolitik beim HSV

Pagelsdorf hat aus den USA seinen früheren Klub noch im Blick. "Natürlich verfolge ich die Spiele und den Werdegang des HSV", sagt der gebürtige Hannoveraner.

Doch die Entwicklung gefällt ihm gar nicht. Insbesondere die Personalpolitik der vergangenen Jahre sorgt bei Pagelsdorf für Kopfschütteln.

"Die Zusammenstellung der Mannschaft in den vergangenen Jahren war verkehrt. Es gibt kaum Spieler beim HSV, die sich weiterentwickelt haben", kritisiert der Ex-Trainer.

Diesen Vorwurf musste sich - abgesehen vom erst 18-jährigen Jann-Fiete Arp - auch Gisdol anhören. Dessen Aus sieht Pagelsdorf daher ganz nüchtern: "Ich glaube, dass am Ende die Punkte gefehlt haben, die letzten sechs Spiele ohne Sieg haben wohl zur Entlassung geführt - wobei ich das der Mannschaft zuschreiben würde."

Umbruch! Hollerbach ändert HSV-Alltag

Die Bilanz von Gisdol als HSV-Coach: 14 Siege, 10 Unentschieden, 23 Niederlagen.

Im März 2017 verlängerten die HSV-Bosse den Vertrag mit Gisdol bis 2019, noch bevor der Klassenerhalt gesichert war. Ein Fehler? Der Verein sei "sicherlich" davon überzeugt gewesen, "den Klassenerhalt mit Gisdol zu schaffen", meint Pagelsdorf.

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