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Timo Werner ist in der Bundesliga RB Leipzigs Toptorjäger
Timo Werner ist in der Bundesliga RB Leipzigs Toptorjäger © Getty Images
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Am Montag bestreiten Frankfurt und Leipzig das erste reguläre Montagsspiel der Bundesliga-Historie. Die Fans der Eintracht sollen zahlreiche Proteste planen.

Der Bundesliga-Sechste Eintracht Frankfurt empfängt den Tabellendritten RB Leipzig. Ein Flutlichtspiel und wichtige Punkte im Kampf um die europäischen Plätze lassen eigentlich Vorfreude auf das Spiel vermuten. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Das erste reguläre Montagabendspiel der Saison (ab 20.30 Uhr im LIVETICKER) sorgt für gereizte Stimmung.

Leipzig Trainer Ralph Hasenhüttl setzt in Frankfurt nicht auf Timo Werner von Beginn an. Der Nationalspieler darf sich den Spielbeginn von der Bank ansehen. Für ihn rückt Winter-Neuzugang Ademola Lookman in die Startelf. Auch Peter Forsberg und Yussuf Poulsen sitzen auf der bank.

Die Aufstellung:

Bei der Eintracht wird Abwehr-Chef David Abraham nach längerer Verletzungspause sein Comeback in der Startelf feiern. 

Die Aufstellung:

Boykott, Innenraumsturm, Spielunterbrechung, Choreographien und Banner - all das sollen die Fans von Eintracht Frankfurt bei ihrer Mobilmachung rund um das erste reguläre Montagsspiel der Bundesliga planen, das nur im Eurosport Player übertragen wird.

Die DFL hat für diese Saison fünf Montagsspiele angesetzt - offiziell, um den Vereinen, die in der Europa League zum Einsatz kommen, einen Tag mehr Ruhe zu gönnen. Allerdings vermuten nicht nur die protestierenden Anhänger viel mehr, dass finanzielle Gründe dahinter stecken.

Durch eine weitere Aufsplittung des Spieltags werden mehr TV-Gelder generiert.

"Es wird eine enorme Welle des Protests sichtbar werden", sagte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann der Bild am Sonntag: "Es gibt bei einem Großteil der Fans eine tiefe innere Überzeugung, dass der Montag eine Fehlansetzung ist."

Wie groß die Furcht vor ausufernden Protesten und Ausschreitungen ist, zeigt die Vorsichtsmaßnahme Hellmanns. Der 46-Jährige wird das Spiel im Innenraum anstatt wie gewohnt in der Loge verfolgen - um notfalls schnell eingreifen zu können.

Wie sehen die Proteste aus?

Wie genau die Proteste gegen die Ansetzung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Ende aussehen werden, ist offen. Über zahlreiche Aktionen wird spekuliert. So rechnet die Eintracht nur mit 32.000 Zuschauern, obwohl 43.000 Eintrittskarten verkauft wurden. Zudem sollen die Pfiffe von Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) mit Vuvuzelas übertönt werden. 

Die Ansage der Anhänger, die ihre Aktion gegen den Kommerz im Fußball richten, ist eindeutig. "Wir haben nicht vor, der DFL als stimmungsvolles Klatschvieh eine farbenfrohe und lautstarke Kulisse zu liefern", ließ der "Nordwestkurvenrat" wissen.

Sicher sind auch schon die nächsten Proteste beim Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Augsburg am 26. Februar. Das BVB-Bündnis Südtribüne, dem Fanklubs und Ultragruppen angehören, hat einen Boykott angekündigt.

Kovac versteht die Anhänger

Eintracht-Trainer Niko Kovac ("Ich bin kein Freund von Montagsspielen") kann die Anhänger durchaus verstehen. "Wir spielen Fußball für die Zuschauer. Wenn die ihre Rechte angegriffen sehen, haben sie das Recht, dagegen zu demonstrieren", sagte der Coach am Sonntag.

RB-Trainer Ralph Hasenhüttl dagegen versteht die Aufregung nur bedingt: "In Leipzig ist es noch nicht so lange her, dass man montags gespielt hat, und in Frankfurt sind die Zweitligazeiten ja auch noch nicht so lange her."

Sportlich gesehen geht es für beide Vereine um wichtige Punkte im Kampf um die internationalen Plätze. Dabei könnten die Frankfurter (36 Punkte) die Leipziger (38) mit einem Sieg überholen und vorerst einen Königsklassen-Platz erobern.

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