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Frustriert: Lutz-Michael Fröhlich, DFB-Projektleiter in Sachen Videobeweis
Schiri-Boss Lutz Michael Fröhlich spricht sich für den Videobeweis aus © Getty Images
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Der umstrittene Videobeweis wurde auch letzten Spieltag kontrovers diskutiert. Der Schlag von Franck Ribery in Wolfsburg war einer der Aufreger.

Der umstrittene Videobeweis war auch am letzten Bundesliga-Spieltag wieder in aller Munde. Neben umstrittenen Abseitsentscheidungen bei den Spielen in Köln, Frankfurt und Mönchengladbach sorgte der Schlag von Bayern-Star Franck Ribery im Spiel beim VfL Wolfsburg für reichlich Diskussionsstoff. 

Ribery hat beim Stoppen des gegnerischen Konters seinen Arm weit ausgestreckt und den hinterhereilenden Steffen deutlich im Gesicht erwischt. Schiri Stegemann gab zunächst keine Karte. Der Video-Schiedsrichter sah die Sache allerdings anders. Daher kam vom Video-Schiri die Empfehlung an den Referee, sich die Szene noch einmal genauer anzuschauen. Darauf zeigte Stegemann dem Bayern-Profi die Gelbe Karte.

Nach der Partie wurde erneut diskutiert, ob der Video-Schiedsrichter überhaupt hätte eingreifen dürfen. Für Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich ist die Lage klar. Der Video-Schiedsrichter habe korrekt gehandelt. Darauf habe der Schiedsrichter sich die Szene auf dem Monitor erneut angeschaut und die Situation neu bewertet. . "Das entspricht dem Protokoll des IFAB. Das war in Augsburg beim Zweikampf zwischen Lukas Hinterseer und Mario Gomez nicht so. Aber das war 2018 das einzige Mal, dass sich der Video-Assistent nicht strikt an die Fragestellung 'War die Entscheidung klar und offensichtlich falsch' gehalten hat", erklärte Fröhlich im kicker.  

Riberys Ellbogenschlag spaltet den Dopa

Videobweis auch in der kommenden Saison

Zudem hat sich Fröhlich kurz vor der Entscheidung über den Einsatz des Videobeweises bei der WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) für eine Verlängerung des Tests in der Bundesliga ausgesprochen.

"Davon gehe ich aus", antwortete Fröhlich auf die Frage, ob das technische Hilfsmittel auch in der nächsten Saison eingesetzt wird: "Vielleicht wird auch die Testphase verlängert. Wir wollen und müssen weiter Erfahrung sammeln, uns mit den Klubs austauschen und das Instrument Video-Assistent weiterentwickeln. Auch das Feedback der Öffentlichkeit und in den Medien ist wichtig."

Am 3. März entscheiden die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) in Zürich über einen Einsatz des technischen Hilfsmittels. Sollte das IFAB wie erwartet grünes Licht geben, müsste noch das Council des Weltverbands FIFA mit DFB-Präsident Reinhard Grindel am 15./16. März in Kolumbiens Hauptstadt Bogota zustimmen.

Mehr Transparenz für Zuschauer

Laut Fröhlich gibt es für die Bundesliga die Überlegung, die Transparenz für die Zuschauer im Stadion zu verbessern. "Es gibt Überlegungen, eine standardisierte Kommunikation für die Schiedsrichter zu entwickeln", äußerte der 60-Jährige: Wenn ein Check in einen Reviewprozess mündet, dann sollte es darüber auch mehr öffentliche Transparenz geben. Das ist zumindest das Ziel. Der Weg sollte mit der Liga und den Klubs besprochen werden."

Mit Blick auf Abseitsentscheidungen gibt es vorerst keine technische Verbesserung. "Kalibrierte Linien gibt es nach wie vor nicht, die FIFA hat noch keine Version eines Dienstleisters zertifiziert", sagte Fröhlich.

Den Ärger über angebliche Ungerechtigkeiten wird nach Ansicht des Schiedsrichter-Chefs nicht verschwinden. "Das wird es im Fußball immer geben, dass jemand im Quervergleich zu einem früheren Spieltag sagt: Da hat es Elfmeter gegeben, und bei uns in einer vergleichbaren Szene nicht", sagte Fröhlich: "Diese Diskussionen bekommt man auch durch den Video-Assistenten nicht aus der Welt."

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