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FC Bayern Muenchen v Hamburger SV - Bundesliga
Franck Ribery war Man of the Match gegen den Hamburger SV © Getty Images
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München - Doppel-Torschütze Franck Ribery glänzt beim 6:0 gegen den HSV wie zu besten Zeiten. Hinterher erhält er Lob von allen Seiten, seine Zukunft bleibt trotzdem offen.

Die Szene des Tages in der Allianz Arena spielte sich schon nach acht Minuten ab.

Erst umkurvte Franck Ribery die Defensive des Hamburger SV wie Slalomstangen und leitete mit seinem Führungstreffer den 6:0-Erfolg des FC Bayern gegen den harmlosen Abstiegskandidaten ein.

Dann rannte der 34-Jährige über den gesamten Platz, um gemeinsam mit seinem sechsjährigen Sohn Saif am Spielfeldrand zu jubeln.

Jubel mit dem Sohn

"Ich habe meiner Frau vorher gesagt: Wenn ich ein Tor mache, komme ich zu meinem Sohn. So ein Tor ist immer ein spezielles Gefühl für meinen Sohn. Ich freue mich für mich, aber für ihn auch", erklärte der vierfache Vater bei SPORT1.

Dass er das 51.000 Tor der Bundesliga-Geschichte erzielte, war Ribery egal. "Ich spiele für mein Trikot, für die Fans, für den Klub", sagte er: "Wenn ich so spiele wie heute, macht es Spaß. Wenn ich auf dem Platz bin, bin ich glücklich. Und das ist mein Ziel."

Stammplatz sicher

Seinen Stammplatz auf der linken Seite hat der Franzose für den Rest der Saison sicher. Zwar profitiert der Oldie vom Ausfall seines Landsmanns Kingsley Coman, der ihm auf dem Flügel zuletzt die Position streitig gemacht hatte.

Doch Ribery bewies auch mit seinem zweiten Treffer zum 5:0, als er die bedauernswerten Hamburger reihenweise austrickste, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

"Wir machen einfach weiter", meinte Arjen Robben, der sich neben Dreierpacker Robert Lewandowski (12., 19. und 90., Foulelfmeter) ebenfalls in die Torschützenliste eintrug (55.) über seinen langjährigen Flügelpartner: "Es ist immer schön mit Franck. Wir haben beide ein gutes Spiel und Tore gemacht. Das macht Spaß."

Alaba: "Er hat nie aufgehört, wichtig zu sein"

So sah es auch Riberys Kumpel David Alaba. "Franck war wie immer – nicht wie früher", sagte er SPORT1: "Er hat nie aufgehört, für uns wichtig zu sein. Wie gesagt: Er war immer gut in Form."

Angesichts des starken Auftritts des Duos auf der linken Seite wurden Erinnerungen an die Triple-Saison 2012/13 wach. "Für ihn persönlich freut es mich sehr, dass er ein so gutes Spiel abgeliefert hat", sagte Alaba. "Er gezeigt, dass er immer hart an sich arbeitet und versucht, der Mannschaft zu helfen."

Auch Mats Hummels lobte den oft egozentrisch wirkenden Ribery ausdrücklich wegen dessen Teamplayer-Qualitäten: "Er ist ein hervorragender Spieler. Vor allem, weil er immer die Mannschaft zuerst sieht und dann sich."

Schon mehr Tore als im gesamten letzten Jahr

Dennoch hat Ribery 2018 schon vier Tore erzielt - und damit mehr als im gesamten Jahr 2017. Trotz seiner bald 35 Jahre spricht die Formkurve eindeutig für einen Verbleib in München. Die Tendenz in der Bayern-Führung geht auch zu einer Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrags, noch aber will man sich nicht festlegen.

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"Ich habe keine Ahnung und muss warten", sagte Ribery dazu. "Das ist natürlich keine einfache Situation. Aber ich bin Profi, ich trainiere jeden Tag und gebe 100 Prozent auf dem Platz. Ich respektiere den Klub und will so weitermachen wie heute."

Damit er auch in der nächsten Saison die Fans und vor allem seinen Sohn glücklich machen kann.

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