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Transfercheck Borussia Dortmund: BVB-Urgestein Nuri Sahin
Nuri Sahin hat für sich einen Weg gefunden, mit dem Anschlagstrauma zurechtzukommen © Getty Images
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Dortmund und München - Das Schwurgericht Dortmund vernimmt weitere BVB-Profis als Zeugen des Busanschlags. Nuri Sahin wird deutlich, Raphael Guerreiro reagiert emotional.

Das Schwurgericht Dortmund hat am Mittwoch weitere Profis von Borussia Dortmund als Zeugen vernommen.

Vor allem der portugiesische Europameister Raphael Guerreiro reagierte dabei sehr emotional und konnte seine Tränen nicht zurückhalten.

"Es ist für mich sehr schwer, hier darüber zu sprechen", sagte Guerreiro. Er habe mit dem Busanschlag am 11. April 2017 zwar abgeschlossen, die Ladung zur Zeugenvernehmung sowie die Aussagen als Zeuge hätten das Geschehen aber wieder ins Gedächtnis zurückgebracht.

Während seiner Aussagen musste Guerreiro sich mehrmals die Tränen aus den Augen wischen. Ähnlich emotional hatte in der vergangenen Woche Matthias Ginter reagiert, als er seine Erinnerungen darstellte.

Sokratis dachte an Schüsse

Am Mittwoch sagten bis zum Nachmittag auch Sokratis, Shinji Kagawa, Nuri Sahin, Julian Weigl, Roman Bürki und Lukasz Piszczek aus.

Ein Jahr danach: So litt der BVB unter dem Bus-Anschlag

Sokratis erklärte: "Ich hatte richtig Angst, ich dachte, jemand würde auf uns schießen. Das ist mit Sicherheit etwas, das ich niemals vergessen werde." Auch Sahin erinnerte sich an einen Tag, "den man nie vergessen wird".

Bürki sei "immer noch enorm schreckhaft. Wenn jemand etwas hinter mir fallen lässt, erschrecke ich und werde richtig wütend."

"Mein Leben hat sich komplett verändert. Viele Sachen haben sich seit diesem Tag für mich relativiert. Ich habe einen Weg für mich gefunden, damit umzugehen und komme ganz gut damit zurecht", sagte Sahin.

Vor gut einem Jahr wurde der Mannschaftsbus von Borussia Dortmund vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen AS Monaco das Ziel eines Bombenanschlags.

Bartra bei Anschlag verletzt

Der Angeklagte Sergej W. hat inzwischen gestanden, vor der Abfahrt des BVB zum Spiel gegen Monaco am Teamhotel der Dortmunder drei Sprengsätze gezündet zu haben. Er bestreitet allerdings jegliche Tötungsabsicht.

Das Motiv soll Habgier gewesen sein, mutmaßlich wollte Sergej W. mit kreditfinanzierten Put-Optionen nach seiner Tat am sinkenden Kurs der BVB-Aktie verdienen.

Die Staatsanwaltschaft wirft W. versuchten Mord in 28 Fällen, das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und schwere Körperverletzung in zwei Fällen vor. Der ehemalige BVB-Innenverteidiger Marc Bartra hatte einen Armbruch und Fremdkörpereinsprengungen erlitten, ein begleitender Polizist ein Knalltrauma.

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