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FC Schalke 04: Christian Heidel über Domenico Tedesco, die 50+1-Regel und Benedikt Höwedes

Schalke: Heidel verteidigt Tedesco

Lesedauer: 5 Minuten

Domenico Tedesco und der FC Schalke 04 sehen sich trotz des sportlichen Erfolgs Kritik ausgesetzt. Sportvortstand Christian Heidel verteidigt bei SPORT1 die Philosophie.

Schalke 04 erlebte in der vergangenen Saison unter dem jungen Trainer Domenico Tedesco  eine sportliche Renaissance - zumindest was den Erfolg angeht. Spielerisch jedoch waren die Königsblauen oftmals nicht unbedingt in Tiki-Taka-Sphären unterwegs.

Ein Umstand, der unter anderem Ewald Lienen auf den Plan rief. Der langjährige Trainer und heutige Funktionär beim FC St. Pauli unterstellte Tedesco, mit seinem aus Lienens Sicht destruktiven Spiel "der Tod des Fußballs" zu sein. Später entschuldigte er sich für diese Aussage.

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Im SPORT1-Interview verteidigt Sportvorstand Christian Heidel den Schalker Weg, nimmt Stellung zur umstrittenen 50+1-Regel und spricht über den Abschied von Klub-Legende Benedikt Höwedes.

Christian Heidel über...

... den Anspruch als Bayern-Jäger: "Viel emotionaler als Schalke geht nicht. Es geht darum, dass der ein oder andere gerne eine Parole hören würde: 'Wir greifen jetzt die Bayern an'. Das sind dann die Ersten, die lachen, wenn man gegen die Bayern verliert. Es geht nicht darum, große Töne zu spucken. Das wollen wir hier gar nicht - sondern sehr, sehr hart arbeiten, immer versuchen, besser zu werden und den Abstand auf die Bayern zu verkürzen. Dann können wir immer noch Parolen nach außen geben."

... die Kritik von Ewald Lienen an Domenico Tedesco: "Ewald hat an dem Tag zu lange in der Sonne gestanden, aber wir haben das ausgeräumt. Er hat klar gesagt, dass er sich da komplett vergaloppiert hat, weil er eigentlich ein Anhänger von Domenico Tedesco ist. Allen anderen, die auf diesen Zug aufspringen, dass der deutsche Fußball tot ist, sei gesagt, dass daran nicht die Klubs schuld sind, die in der Tabelle oben stehen. Die sollen nachdenken, bevor sie so einen Blödsinn erzählen. Wir gehen diesen Weg weiter. Niemandem ist es verboten, Schalke zu schlagen. Wir werden alles dafür tun, dass es sehr, sehr schwer wird."

Am 24. August rollt endlich wieder der Ball in der Bundesliga! 15 von 18 Spielführer stehen bereits fest, beim Rest gibt es klare Favoriten auf den Posten. SPORT1 gibt einen Überblick © SPORT1-Grafik: Getty Images/Imago
FC BAYERN: Manuel Neuer ist nicht nur bei der Nationalmannschaft, sondern auch beim Rekordmeister unumstrittener Kapitän. Der 32-Jährige gilt als Vorbild und Musterprofi © Getty Images
HANNOVER 96: Die Verkündung von Waldemar Anton als neuen Kapitän von Hannover kommt überraschend. Mit erst 22 Jahren ist der Innenverteidiger somit der jüngste Kapitän der Bundesliga © Getty Images
VFL WOLFSBURG: Josuha Guilavogui erhält zum ersten Mal in seiner Karriere die Ehre des Kapitäns. Der Franzose spielte schon bei Atletico Madrid und will diese neue Aufgabe mit einer Vorbildfunktion bestreiten © Getty Images
SC FREIBURG: Mike Frantz tritt bei den Breisgauern in die Fußstapfen von Julian Schuster. Unterstützt wird der 31-Jährige Mittelfeldspieler von seinen Stellvertretern Nils Petersen und Christian Günter © Getty Images
1. FC NÜRNBERG: Hanno Behrens verpasste in der vergangenen Saison keine einzige Minute (!) - und hatte wesentlichen Anteil am Nürnberger Aufstieg. Der Mittelfeldspieler trägt seit drei Jahren das Trikot des Clubs und bleibt auch in der Bundesliga Kapitän © Getty Images
RB LEIPZIG: Willi Orban ist der Jungspund unter den Bundesliga-Kapitänen. Mit seinen 25 Jahren hat er allerdings schon 86 Pflichtspiele für RB auf dem Buckel - und damit auch genug Erfahrung © Getty Images
WERDER BREMEN: Ex-Nationalspieler Max Kruse ist neuer Kapitän von Werder Bremen. Kruse ist Nachfolger von Zlatko Junuzovic, der im Sommer zu Red Bull Salzburg gewechselt ist. Der Angreifer wurde von Werder-Trainer Florian Kohfeldt bestimmt © Getty Images
"Viele sagten, als ich nicht Kapitän war, hätte ich mich in einer Komfortzone bewegt. Als Kapitän ist das anders", sagt Kruse: "Ich habe immer die Bestätigung von den Spielern, dem Verein und dem Trainer bekommen, dass ich angenommen werde, wie ich bin. Ich werde auch weiterhin keine Marionette sein." © Getty Images
HERTHA BSC: Vedad Ibisevic ist der torgefährlichste Spielführer. Er traf in der höchsten deutschen Spielklasse schon 110 Mal ins Schwarze und bereitete 46 weitere Tore vor © Getty Images
FC AUGSBURG: Daniel Baier weiß, wo es lang geht - und gibt die Richtung beim FCA vor. Der 34-Jährige ist seit 2010 im Verein, kennt den Klub in- und auswendig © Getty Images
SCHALKE 04: Ralf Fährmann ist neben Manuel Neuer der zweite Torhüter, der die Binde am Arm trägt. Der gebürtige Chemnitzer stand in der Bundesliga insgesamt bereits 179 Mal auf dem Platz, löste im Vorjahr Urgestein Benedikt Höwedes ab © Getty Images
MAINZ 05: Verteidiger Niko Bungert streift sich seit 2008 das Trikot der Mainzer über, kam damals für ganze 40.000 Euro von den Kickers Offenbach. Seit 2016 trägt er die Kapitänsbinde © Getty Images
VFB STUTTGART: Christian Gentner ist seit 2013 Kapitän des VfB und damit am längsten im Amt. Der 32-Jährige kann dabei auf die Erfahrung aus 348 Erstliga-Partien zurückgreifen © Getty Images
BAYER LEVERKUSEN: Lars Bender ist einer der größten "Fighter" der Bundesliga. Der 29-Jährige ist seit 2015 unumstrittener Kapitän von Bayer © Getty Images
FORTUNA DÜSSELDORF: Oliver Fink ist der "Oldie" unter den Spielführern. Mit seinen 36 Jahren und über 300 absolvierten Begegnungen in 1. und 2. Bundesliga hat er definitiv genug Erfahrung für seinen Job © Getty Images
EINTRACHT FRANKFURT: Der Argentinier David Abraham ist eine Identifikationsfigur der Eintracht - und seit dieser Saison auch offiziell Chef auf dem Platz © Getty Images
BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH: Änhliches gilt für Lars Stindl. Der Stürmer steht seit 2015 bei Gladbach unter Vertrag, war in 117 Partien an 67 Treffern direkt beteiligt (38 Tore) © Getty Images
BORUSSIA DORTMUND: Marco Reus ist vom neuen BVB-Trainer Lucien Favre zum Kapitän ernannt worden. Der Schweizer kennt den Nationalspieler bereits aus gemeinsamen Tagen in Gladbach. "Es ist eine ganz logische Entscheidung. Er ist ein Vorbild, hat viel Erfahrung und ist lange in Dortmund", so Favre © Getty Images
1899 HOFFENHEIM: Kevin Vogt ist neuer Spielführer bei seinem Klub. Mit seinen 26 Jahren ist der Defensivmann bereits jetzt Anführer auf dem Platz. Als Stellvertreter stehen ihm Benjamin Hübner und Oliver Baumann zur Seite © Getty Images

... die Causa Max Meyer: "Für mich war da nichts, ein ganz normaler Fall. Der Vertrag wurde nicht verlängert und Max hat sich einen neuen Verein gesucht. Wenn es da lauter wird, ist das normal. Alles in Ordnung."

... Schalke als Ausbildungsverein: "Das ist kein Schalke-Problem. Das passiert bei anderen Klubs genauso. Bei Schalke wird das nur hervorgehoben. Es gibt Vereine, die wirtschaftlich in einer anderen Liga spielen. Damit müssen wir klarkommen. Das ist völlig normal, wir werden den Fußball und das Geschäft nicht verändern. Das ist global. Irgendwann kommen vielleicht alle zur Einsicht, dass es auch mit weniger Geld geht. Aber das dauert bestimmt noch. Wir profitieren ja aber auch davon, wenn die Spieler für hohe Ablösesummen gehen."

... das Transferfenster in England, das diesen Sommer früher schließt: "Das können wir erst beantworten, wenn es das erste Mal durchlaufen ist. Ich glaube, es verschiebt sich nur um ein paar Tage. Bislang ist es relativ ruhig. England ist ein Kaufland, ab dem 9. August werden sie ein Verkaufland. Für die deutschen Klubs wird es trotzdem schwierig, Spieler aus England zu verpflichten, weil dort ein anderes Gehaltslevel herrscht."

... Rummenigges Kritik an 50+1: "Ich kann Karl-Heinz Rummenigge total verstehen. Aber keiner weiß, was passiert, wenn die 50+1-Regel wegfällt. Es gibt Leute, die glauben, dass dann plötzlich alle deutschen Klubs reich sind und näher an Bayern rankommen. Aber wenn die Regel wegfällt und die Klubs ihre Satzung ändern, werden zehn Prozent vom FC Bayern immer noch ein Vielfaches mehr kosten als 10 Prozent Bremen, Frankfurt, Mainz oder sonst was. Ich bezweifle, dass der Abstand verringert wird. Auf der anderen Seite bedeutet ja Wegfall der Regel nicht, dass sich alle Klubs sofort komplett verkaufen. Das kann ja jeder Klub noch einmal individuell regeln. Man überbewertet den Wegfall der 50+1-Regel."

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... über den Umgang mit Benedikt Höwedes: "Ich habe mich damals mit Händen und Füßen gewehrt, dass Benni zu Juventus Turin ausgeliehen wird. Ich habe ihm gesagt, dass ich von dieser Leihe nichts halte, weil man nicht wusste was passiert, wenn er nach einem Jahr zurückkommt. Wenn wir ihm aber damals den Weg verbaut hätten, hätte ich die Kritiker hören wollen nach dem Tenor: 'Ein so verdienter Spieler und Schalke entspricht nicht seinem Wunsch.' Wir waren uns einig, dass eine Rückkehr schwierig wird, weil sich die Mannschaft weiterentwickelt hat und es neue Hierarchien gibt. Trotzdem wird immer ein Teil von Benni hier auf Schalke bleiben. Ich bin noch nicht so lange hier, aber das merke und spüre ich auch. Wir werden sicher darüber nachdenken, ihm noch einmal einen gebührenden Abschied hier auf Schalke zu bereiten. Das hat er sich verdient!"