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Max Eberl ist Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach
Max Eberl ist Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach © Getty Images
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Am 19. Oktober feiert Max Eberl sein zehnjähriges Jubiläum als Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach. Auf die Bundesliga schaut er mit Sorge.

Am 19. Oktober feiert Max Eberl sein zehnjähriges Jubiläum als Sportdirektor bei Borussia Mönchengladbach.

Mit seiner langjährigen Erfahrung blickt der 45-Jährige derzeit mit Sorge auf den aktuellen Zustand der Bundesliga. Die Diskussion um die 50+1-Regel, die Montagsspiele oder der Videobeweis sind Themen, die bei den Fans nicht gut ankommen. Für Eberl sind die Probleme hausgemacht.

Bundesliga fehlt es an Solidarität

"Mir fehlt es in der Bundesliga an Solidarität. Die Themen 50+1-Regel, Montagsspiele oder Videobeweis-Assistent entstehen ja nicht aus Langeweile, sondern weil die Liga Bedarf sieht, darüber zu diskutieren", moniert Eberl im kicker

Als Beispiel führt der ehemalige Bundesligaprofi die Montagsspiele an. "Die Grundüberlegung war, unsere Europacup-Teilnehmer zu unterstützen. Und dann gibt es Fans, die – auch, weil wir es schlecht eingeführt haben – gegen die Montagsspiele protestieren. Und was passiert? Plötzlich fangen Vereinsvertreter an zu wackeln. Da würde ich mir wünschen, dass jeder den Hintern in der Hose hat, zu dieser Entscheidung zu stehen."

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Eberl: Identität der Bundesliga erhalten

Für den Sportdirektor hat die Bundesliga in der vergangenen Saison zu viele negative Schlagzeilen produziert. Neben den oben genannten Themen habe besonders das schlechte Abschneiden der Europacup-Teilnehmer und das frühe Aus der DFB-Elf  bei der WM für negative Stimmung gesorgt.

"Deutschland und Fußball, das gehört für mich zusammen wie der Strand und das Meer, mit dieser Kombination verbinde ich durchweg Positives. Doch jetzt findet gerade eine viel kritischere Berichterstattung statt. Ich bin der Meinung. Wir müssen die Identität der Bundesliga erhalten", warnt Eberl vor einem Vertrauensverlust der Fans.

Mit Identität verbindet Eberl, dass das Spiel, der Sport im Vordergrund stehen müsse. "Dass ich mich über Siege und Niederlagen ärgere, dass ich mich als Fan mit meinem Verein identifiziere und dass die Klubs nur das machen, was sie sich leisten können."

So teilt Eberl auch nicht die Meinung vieler Experten, dass ein 300-Millionen-Euro-Paket für einen 33-jährigen Ronaldo einen Schub für die Bundesliga geben würde.

Eberl: Wollte einmal hinwerfen

Im kicker-Interview spricht Eberl zudem über seine schwerste Zeit bei der Borussia. Das sei 2011 gewesen, als die sogenannte "Initiative" die Macht bei der Borussia ergreifen wollte. Damals sei seine Familie durch einen Zeitungsartikel mit in den Strudel und die Turbulenzen hineingezogen worden. Daraufhin drohte Eberl dem Präsidium. "Sollte das noch einmal passieren, höre ich sofort auf. Meine Familie steht über allem und sie hat mit meinem Job nichts zu tun."

Eberl träumt vom Titel mit der Borussia

Für die Zukunft hat sich der 45-Jährige mit der Borussia einiges vorgenommen. Ein Titel soll her. "Ich will etwas in der Hand halten. Die Meisterschale ist wohl unrealistisch, aber der DFB-Pokal ist ein Ziel."      

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