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Bei Werder Bremen sind AFD-Wähler nicht erwünscht
Bei Werder Bremen sind AFD-Wähler nicht erwünscht © Getty Images
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München - Streit in Bremen: Einem Fan droht ein Dauerkartenentzug, weil er die Haltung des Präsidenten gegenüber der AfD kritisiert. Seine Mitgliedschaft legt er ab.

Werder Bremen möchte einzig und allein politisch korrekte Fans im Weserstadion begrüßen. Genau das hat bei den Hanseaten einen Streitfall entfacht.

Nachdem Präsident Hubertus Hess-Grunewald am 19. September betont hatte, "dass jeder AfD-Wähler schon wissen sollte, dass es ein Widerspruch ist, Werder gut zu finden und die AfD zu wählen", trat ein Mitglied aus dem Verein aus.

Grund: Dem Anhänger missfiel, dass der 57-Jährige mit seiner Aussage gegen die Satzung des Klubs verstoßen hatte. "Der Verein ist politisch und religiös streng neutral und steht in allen seinen Belangen auf demokratischer Grundlage", heißt es in Punkt zwei des zweiten Paragraphen.

Fan legt Mitgliedschaft ab, will Dauerkarte aber behalten

In einer E-Mail, die der WELT vorliegt, erklärte der Fan, seine Dauerkarte, die er nach eigenen Angaben seit über 30 Jahren besitzt, trotz des Austritts behalten zu wollen.

Zwar teilte Hess-Grunewald in seiner Antwort mit, dass AfD-Wähler im Stadion nicht unerwünscht seien. Dennoch drohte er dem Fan mit einem Entzug des Tickets.

"Wir werden uns mit Ihrem Wunsch, die Dauerkarte behalten zu wollen, noch intensiv beschäftigen", so der Klubchef.

Man werde ernsthaft darüber nachdenken, "ob wir bei der hohen Nachfrage nach Dauerkarten von Menschen, die sich - anders als Sie - mit Werder Bremen und unseren Werten identifizieren, für die kommende Saison wieder eine Dauerkarte anbieten".

AfD wirft Werder-Boss "Heuchelei" vor

Die AfD bemängelt das Verhalten des Tabellenvierten der Bundesliga.

"Es ist Heuchelei, wenn Hess-Grunewald seine Äußerungen als Aufforderung zum Dialog bezeichnet. Es geht ihm nur um Vorschriften. Er soll Toleranz leben, statt sie nur zu predigen. Was Hess-Grunewald da macht, führt letztlich zum verfassungswidrigen Ausschluss von Menschen mit anderen Meinungen", so Jörn König, sportpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) möchte sich dagegen nicht einmischen. Es sei eine "vereinsinterne Angelegenheit", ließ der Verband verlauten.

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