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Vor dem Kracher beim BVB ist bei Gladbach vor allem die Offensive in aller Munde. Doch einen gehörigen Anteil am derzeitigen Höhenflug hat der alleinige Sechser.

Alle Welt spricht aktuell nur von einem kommenden Deutschen Meister Borussia Dortmund oder von der Aufholjagd von Titelverteidiger FC Bayern.

Kaum einer scheint Borussia Mönchengladbach auf der Rechnung zu haben. Dabei liegen die Fohlen punktgleich mit den Bayern sechs Zähler hinter Tabellenführer Dortmund.

Vor allem im heimischen Borussia-Park sind die Gladbacher eine Macht, gewannen mit überragendem Offensivfußball alle acht Partien in der Hinrunde und schossen im Schnitt fast drei Tore pro Partie.

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In der Fremde sieht es dagegen etwas mauer aus. Gerade einmal zwei Siege konnte die Borussia verzeichnen - keine guten Voraussetzungen für das Topspiel beim BVB, wenn die beiden offensivstärksten Teams der Liga aufeinandertreffen. (Bundesliga: Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach ab 20.30 Uhr im LIVETICKER)

"Da erwartet uns eine harte Nuss", erklärte Gladbachs Mittelfeldspieler Tobias Strobl bei "Split it!" - dem neuen und interaktiven Format auf SPORT1-Instagram - und schwärmt beim BVB vor allem von der "starken Bank. Sie können viele gute Spieler nachlegen, siehe Paco Alcacer, der reinkommt und die Tore macht."

Strobl erwartet ein "sehr offenes Spiel. Dortmund und wir sind in der Offensive sehr stark. Wenn wir die richtigen Lösungen haben, können wir Dortmund knacken. Das wird ein schönes Spiel. Die letzten 90 Minuten im Jahr 2018 sollten wir genießen und gucken, was wir mitnehmen können."

Gladbach zuletzt chancenlos

Zuletzt war das nicht viel. In den vergangenen drei Partien in Dortmund gab es nicht mal ansatzweise etwas zu ernten: 1:6, 1:4 und 0:4 hieß es zuletzt aus Gladbacher Sicht.

Auch dieses Mal seien die Fohlen Außenseiter, die jüngste Dortmunder 1:2-Pleite bei Fortuna Düsseldorf nur ein "Ausrutscher" gewesen. "Sie spielen zu Hause, bis auf den Ausrutscher haben sie kein Spiel verloren, deswegen sind sie für mich der Favorit."

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Das waren auch die Bayern Anfang Oktober. Doch Gladbach nutzte die damalige Schwächephase des Rekordmeisters eindrucksvoll aus und fuhr in München einen verdienten 3:0-Erfolg ein.

Nach sechs Jahren totaler Bayern-Dominanz sei es Strobl zufolge "schön zu sehen, dass sie auch nur Menschen sind und nicht wie Maschinen funktionieren, die jedes Jahr ihre Leistung abliefern können".

Strobl hat die Bayern auf der Rechnung

Doch auch der Gladbacher hat registriert, dass die Bayern nach zuletzt vier Bundesliga-Siegen in Folge wieder in der Spur sind. "Es war nur eine Frage der Zeit, bis Bayern wieder aus dem Loch rauskommt", sagte Strobl. "Die werden sich im Titelrennen auch wieder einmischen."

Stand jetzt sind auch die Gladbacher ein Titelkandidat, doch "wir müssen in der Rückrunde bestätigen, was wir jetzt geschafft haben. Das wird nicht einfach. Man merkt auch jetzt in den Spielen, dass die Teams eine Spitzenmannschaft zu Fall bringen wollen."

Der frühere Hoffenheimer, seit Sommer 2016  bei der Borussia, ist in dieser Saison einer der Protagonisten dieser Spitzenmannschaft, verdrängte Weltmeister Christoph Kramer von der alleinigen Sechser-Position.

Dauerbrenner im Mittelfeld

Beim 2:0-Sieg unter der Woche gegen den 1. FC Nürnberg stand Strobl, ein entscheidender Baustein für den Höhenflug der Borussia, im 16. Saisonspiel zum 13. Mal in der Startelf.

Eine Entwicklung, die ihm nach seiner Seuchensaison 2017/18 wohl nur die wenigsten zugetraut hatten, als er aufgrund eines Kreuzbandrisses in der Vorbereitung fast die komplette Spielzeit verpasst hatte.

Völlig unaufgeregt erledigt Strobl im defensiven Mittelfeld seinen Dienst und dirigiert das Gladbacher Spiel hinter den beiden Achtern mit enormer Passsichersicherheit und Übersicht.

"Vor der Saison hatte mich kein Experte auf dem Zettel, sondern ich musste mir alles wieder hart erkämpfen, auch wenn es gut gelaufen ist", führte Strobl aus. "Aber das ist meine ganze Karriere so, da will ich mich gar nicht beschweren, völlig fein."

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