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Viele Chancen, nur ein Tor: Kerem Demirbays Treffer reicht der TSG Hoffenheim nicht zum Sieg
Viele Chancen, nur ein Tor: Kerem Demirbays Treffer reicht der TSG Hoffenheim nicht zum Sieg © Getty Images
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Sinsheim - Die TSG Hoffenheim kann in der Bundesliga nicht mehr gewinnen. Torschütze Kerem Demirbay reagiert genervt, Trainer Julian Nagelsmann fordert mehr Ertrag.

Die Hoffenheimer Profis wünschten ihren Fans auf einem großen Banner "frohe Feiertage", dazu dröhnte der Shakin-Stevens-Klassiker "Merry Christmas Everyone" aus den Boxen. Von Festtagsstimmung war bei beim Tabellendritten der Vorsaison nach dem sechsten Unentschieden in Folge aber nichts zu spüren. 

Das Aluminium hatte den Dreier für den Europacup-Anwärter verhindert. Auch wegen drei Pfostentreffern und einem Lattenschuss kam die TSG Hoffenheim im letzten Bundesliga-Spiel des Jahres nicht über ein 1:1 (1:1) gegen den FSV Mainz 05 hinaus. (Service: Ergebnisse und Spielplan)

"Was wir investieren, ist der Wahnsinn", sagte Hoffenheims einziger Torschütze Kerem Demirbay bei Sky. "Wir müssen einfach dahinkommen, uns mehrfach zu belohnen. Und diese Unentschieden gehen mir auch auf den Sack, wenn ich ehrlich bin."

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"Tabellenführer in herausgespielten Chancen"

Demirbay hatte die Hausherren mit der ersten Chance in Führung gebracht (11.), doch Jean-Philippe Mateta glich nur fünf Minuten später aus. Trotz der Aluminiumtreffer von Steven Zuber (27.), Benjamin Hübner (35.), Ishak Belfodil (66.) und Vincenzo Grifo in der Nachspielzeit, sowie eines Torschussverhältnisses von 26:11 blieb es beim Remis.

Nimmt man die vergangenen drei Heimspiele zusammen, kam die TSG trotz 73:29-Torschüssen jeweils nicht über magere Unentschieden hinaus.

"Wir sind Tabellenführer was die herausgespielten Chancen angeht. Wenn wir ein paar mehr nutzen, sind wir in ganz anderen Punkte-Regionen als wir es jetzt sind", sagte Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann, der mit seiner Mannschaft stattdessen auf einem unbefriedigenden siebten Tabellenplatz überwintert. (Service: Tabelle der Bundesliga)

Nagelsmann fordert mehr Ertrag

"Wir investieren unglaublich viel. Wir müssen uns einfach dafür belohnen", forderte der Coach mit Blick auf die Rückrunde, die die Hoffenheimer mit einem Heimspiel am 18. Januar gegen den FC Bayern eröffnen. "Wir müssen deutlich effizienter werden. Sonst hat der Gegner am Ende mit deutlich weniger Invest genauso viel Ertrag - das ist nicht so gut, das lernt man im BWL-Unterricht in der 10. Klasse."

Zwar sind die Hoffenheimer seit zehn Liga-Spielen ungeschlagen, doch in den vergangenen acht Pflichtspielen gelang kein Sieg. Die Mainzer konnten ihrerseits seit vier Partien nicht gewinnen. (Service: Tabelle der Bundesliga)

"In der ersten Halbzeit war es ein Spiel mit offenem Visier. Wir haben viel investiert. In der Pause haben wir korrigiert, tiefer gestanden. Wir mussten leidenschaftlich verteidigen, die eine oder andere Situation glücklich überstehen", analysierte Gäste-Trainer Sandro Schwarz und sprach von einem "guten Punkt". (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Demirbay eröffnet wildes Spektakel

Die 28.216 Zuschauer in der Rhein-Neckar-Arena mussten nicht lange auf den ersten Treffer der Kraichgauer warten. Nach guter Vorarbeit von Stefan Posch und Steven Zuber schloss Demirbay überlegt ab. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

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Die Hoffenheimer konnten sich allerdings nur kurz über die Führung freuen. Mateta nutzte eine zu kurze Abwehr von TSG-Kapitän und Abwehrchef Kevin Vogt zum Ausgleich.

Die Gastgeber hatten danach Probleme bei Ballverlusten in der Offensive. Die Mainzer nutzten die schwache Rückwärtsbewegung der TSG und konterten gefährlich, offenbarten ihrerseits aber Defizite in der Abwehr. Das Spiel hatte einen hohen Unterhaltungswert, Ishak Belfodil vergab in dieser Phase die Chance zur Hoffenheimer Führung (21.).

Wildes Chancen-Feuerwerk

Kurz darauf streifte ein Zuber-Schuss aus der Distanz die Latte (27.). Auf der Gegenseite konnten Danny Latza und Robin Quaison eine Doppelchance nicht nutzen (30.). Die Möglichkeit von Demirbay im Mainzer Strafraum war noch größer, Daniel Brosinski kratzte den Ball noch von der Linie (33.). Benjamin Hübner köpfte wenig später an den Pfosten (35.). In der 41. Minute musste der angeschlagene FSV-Innenverteidiger Moussa Niakhate raus, für ihn kam Alexander Hack.

In den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel passierte im Vergleich zum ersten Durchgang kaum etwas. Erst in der 61. Minute sorgte Belfodil wieder für Gefahr. Fünf Minuten später vergab der Algerier erneut, als erneut das Aluminium im Spiel war. Grifo setzte mit seinem Pfostentreffer in der Nachspielzeit den passenden Schlusspunkt.

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