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München - Die Bayern sind auf dem Weg, zu ihrer dominanten Form der Vorjahre zurückzufinden. Vor allem dank eines starken Doppel-Flügels, von dem auch Niko Kovac schwärmt.

Noch dauert es ein paar Tage bis Silvester, aber auf den Außenposition brennt der FC Bayern schon jetzt ein Feuerwerk ab. Auch heute gegen RB Leipzig? (Bundesliga: FC Bayern München - RB Leipzig, 20.30 Uhr im LIVETICKER)

Joshua Kimmich (traf in Hannover zum 1:0 und war an allen Treffern beteiligt) und Serge Gnabry (schoss das 3:0) auf der rechten Seite, sowie David Alaba (traf zum 2:0) und Kingsley Coman auf links zerlegten die Niedersachsen beim 4:0 am vergangenen Samstag nahezu im Alleingang.

"Was wir gerade über unsere Doppel-Flügel offensiv geleistet haben, war sehr gut", urteilte Niko Kovac. "Wenn beide Seiten so performen, ist es schwierig, uns aufzuhalten."

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Den Bayern-Trainer freut vor allem, dass die Münchner ihre langjährige Lieblingswaffe noch immer beherrschen: Schnelle Angriffe über die Außenposition, zielstrebiges Hinterlaufen bis zur Grundlinie, ausgeübt mit viel Tempo und Fintenreichtum.

All das haben die Bayern über weite Teile der Hinrunde vermissen lassen. Zum einen, weil Coman mit einem Syndesmosebandriss im linken Sprunggelenk monatelang ausfiel, Gnabry in München erstmal ankommen musste. Alaba und Kimmich brauchten zudem Zeit, um die vergangene Saison aus den Knochen zu bekommen.

Flügel-Duo läutet Umbruch ein

Zum anderen, weil Kovac lange Zeit stoisch an seinem 4-1-2-3-System festhielt, das sich durch lange, leicht ausrechenbare Bälle auf die Außenpositionen auszeichnete. Seit Kovac jedoch auf ein 4-2-3-1-System setzt, haben die Bayern ein deutlich besseres Aufbauspiel und erzeugen mehr Druck auf den Außen.

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Kovac machte den Sieg in Hannover ("beste Saisonleistung") vor allem an seiner neugewonnenen Flügel-Power fest. "In der Vergangenheit hatten wir dort Probleme, weil wir häufig gedoppelt oder getrippelt wurden", erklärte der 47-Jährige. Jetzt findet seine Elf endlich bessere Lösungen.

Mehr und mehr läuten die jungen Wilden den Flügel-Umbruch beim Rekordmeister ein. Auch weil Franck Ribery zuletzt wegen muskulärer Beschwerden an der Hüfte passen musste. Arjen Robben wird mit Beschwerden am Muskelansatz des Oberschenkels ohnehin erst wieder in der Rückrunde eingreifen. Beide verdienten Alt-Stars werden den Verein am Saisonende wohl verlassen. Robben hat seinen Abgang bereits verkündet.

Die Kovac-Elf muss nun beweisen, dass sie den Flügel-Turbo auch gegen größere Kaliber zünden kann – vor allem mit Blick auf den Achtelfinal-Kracher in der Champions League gegen den FC Liverpool (19. Februar und 13. März).

Einen ersten Testlauf haben die Bayern heute Abend in der Allianz Arena gegen RB Leipzig.

Flügel-Duo soll sich weiter einspielen

Kovac attestiert den Gästen sogar "eine ähnliche" Spielanlage wie Liverpool, mit denselben "Grundideen". Was der Trainer meint, ist vor allem das schnelle Umschaltspiel. "Beide gehen früh drauf und haben vorne schnelle Spieler. Aber Liverpool kann vorne alles ausspielen, was sich bewegt", erklärte Kovac. Daher könne man die Leipziger nicht vollends mit dem Team von Jürgen Klopp vergleichen.

Dennoch: Auf eben jene überfallartigen Angriffe muss sich vor allem die bayerische Flügelzange einstellen. Das Credo: Einander defensiv unterstützen und dann mit Mut auf Offensive umschalten.

Damit sich die Außenbahn-Asse weiter einspielen können, plant Kovac auch heute gegen Leipzig keine Umstellungen. Kimmich, Gnabry, Alaba und Coman sollen den Bayern weiterhin Flügel verleihen – und den Vorsprung auf Tabellenführer Borussia Dortmund (2:3-Pleite in Düsseldorf) auf sechs Punkte verkürzen.

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