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SPORT1-Redakteur Holger Luhmann sieht den FC Bayern auf einem guten Weg
SPORT1-Redakteur Holger Luhmann sieht den FC Bayern auf einem guten Weg © SPORT1/Getty Images
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München - Der BVB spürt den heißen Atem des FC Bayern. Münchens Bosse agieren sachlicher, der Trainer agiert mit Zuckerbrot und Peitsche, die Spieler treten als Einheit auf.

Es war nach einer guten halben Stunde, als Niko Kovac am Rande seiner Coaching-Zone ausrutschte. Symptomatisch für die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte war die Szene aber nicht. Weil Franck Ribery wenig später traf und die Weichen – trotz der kurzfristigen Ausfälle von Leon Goretzka und Mats Hummels - zu einem ungefährdeten 3:0-Sieg in Frankfurt stellte. 

Der FC Bayern hat den Abstand auf Borussia Dortmund wieder auf sechs Punkte Rückstand verkürzt und geht als erster BVB-Jäger in die Winterpause. Das ist ein deutliches Statement, Glaube und Selbstbewusstsein beim Rekordmeister sind wieder da. 

Gewiss, die Hinrunde haben sich die Münchner anders vorgestellt. 

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Aber nach der schwachen Phase zur Mitte der Halbserie haben alle die richtigen Schlüsse gezogen. 

An der Spitze des Vereins agieren Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge nach der unnötigen Wut-PK vor zwei Monaten wieder sachlicher. Nebenbei wurde Hoeneß als Aufsichtsratsvorsitzender wiedergewählt, Rummenigge verlängerte seinen Vertrag als Vorstandsboss - mögliche Unruhe abseits des sportlichen Geschehens wurde im Keim erstickt.

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Auch Kovac geht gestärkt aus der schweren Phase hervor. Mit dem Ende der Rotation hat er den maximalen Erfolg über die Zufriedenheit seines gesamten Kaders gestellt, die Zügel gegenüber seinen Spielern angezogen. Mit der Systemumstellung auf zwei defensive Mittelfeldspieler ist er zugleich auf die Mannschaft zugegangen, die sich in diesem taktischen Korsett deutlich wohler fühlt. Kovac gibt ein bisschen Zuckerbrot und Peitsche. 

Die Spieler haben die Botschaft verstanden. Die Mannschaft wirkt wesentlich harmonischer und fokussierter. Unzufriedene Spieler gibt es zwar immer noch – wie Javi Martinez, Sandro Wagner und James Rodriguez. Aber mittlerweile ordnet sich jeder dem Erfolg unter. Bezeichnend ist, dass zuletzt immer weniger Interna nach außen drangen.

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Genug zu tun bleibt dennoch, um den BVB in der Meisterschaft abzufangen und im Achtelfinale der Champions League gegen den FC Liverpool zu bestehen. Kovac etwa muss die Mannschaft im Winter bzw. in der Rückrunde spielerisch weiterbringen. 

Zudem bleibt der Kader auf der einen oder anderen Position zu dünn besetzt. Auch weil einige Spieler wie Kingsley Coman, Arjen Robben oder Serge Gnabry verletzungsanfällig sind. 

Die Verantwortlichen haben die Probleme erkannt. In der Transferpolitik scheint nun doch ein Umdenken eingesetzt zu haben. Wer der große Umbruch eigentlich im Sommer vorgesehen, könnte ein Teil im Winter vorgezogen werden. Viel spricht dafür, dass Weltmeister Lucas Hernandez von Atletico Madrid verpflichtet wird. 

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